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    Fußball: Dritte Liga

    Was die Kickers derzeit stark macht

    Der zweite Streich: Der Ex-Hallenser Dennis Mast (schwarzes Trikot) überwindet an alter Wirkungsstätte Torhüter Oliver S... Foto: Frank Scheuring, foto2press

    Den 3:1 (1:0)-Auswärtssieg der Würzburger Kickers beim Halleschen FC fand nicht nur Kapitän Sebastian Neumann „richtig stark“. Schließlich hatten er und sein Team gerade die zuletzt sechsmal in Serie ungeschlagenen Hausherren nicht nur niedergerungen. Die Würzburger hatten ihren Gegner dominiert, Halle kaum eine Chance gelassen. Auf der Zielgeraden dieser Drittliga-Saison scheinen die Kickers erst so richtig in Tritt zu kommen. Da stellt sich nicht nur die Frage, was in dieser Saison möglich gewesen wäre, wenn die Kickers ihr wahres Leistungsvermögen bereits früher gezeigt hätten. Ein paar Antworten haben wir bereits gefunden.

    Was ist noch drin in dieser Saison?

    Für die Kickers noch zwölf Punkte! Einen Kabinenschwur, wie vor der Winterpause, als sich die Kickers-Spieler vorgenommen hatte, die letzten sechs Spiele allesamt zu gewinnen, gibt es diesmal nicht. „Wir wollen Spaß auf dem Platz haben. Dafür arbeiten wir im Training“, berichtet Neumann. Und Freude machen die Kickers derzeit nicht nur sich selbst. Vier Siege in Serie stehen nun zu Buche. Vier könnten noch hinzukommen. Nicht unmöglich, angesichts des Restprogramms: Am kommenden Spieltag geht es gegen den insolventen Chemnitzer FC, dann spielen die Rothosen in Lotte (drei Siege aus den letzten zwölf Spielen) und gegen Großaspach (Vorletzter der Rückrundentabelle) gegen Teams, die sich zuletzt nicht so formstark wie die Würzburger präsentierten. Der Saisonabschluss steigt beim von Finanznöten geplagten, insolventen Absteiger in Erfurt. „Mehr als Platz fünf ist, glaube ich, nicht mehr drin“, sagt Michael Schiele realistisch. Rang vier würde immerhin noch zur DFB-Pokal-Teilnahme berichtigen. Und weil aber im Fußball nichts unmöglich ist, schauen wir doch einmal auf das Restprogramm der Teams auf den Plätzen drei bis fünf.

    Wehen Wiesbaden (3./62 Punkte): Rostock (A=Auswärts), Zwickau (H=Heim), Paderborn (A), Aalen (H).

    Karlsruher SC (4./62): Zwickau (A), Paderborn (H), Aalen (A), Jena (H).

    Fortuna Köln (5./53): Magdeburg (A), Rostock (H), Zwickau (A), Paderborn (H).

    Warum sind die Kickers derzeit erfolgreich?

    „Das ist eine Charakterfrage“, sagt Spielführer Neumann über die letzten Siege. Tatsächlich scheint es dem Team, obgleich es vermeintlich um nicht mehr allzu viel geht, nicht an Motivation zu mangeln. „Von den letzten Siegen profitiert jeder Einzelne. Die Spieler machen Werbung in eigner Sache und wir machen zusammen Werbung für den Verein“, so Neumann. Dabei freilich agieren die Kickers nicht etwa im Hurra-Stil, sondern durchaus berechnend. „Wir haben sehr intelligent gespielt“, stellte Torschütze Dennis Mast in Halle fest.

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    Kam der Trainerwechsel zu spät?

    Wahrscheinlich, ja! Errechnet man eine Tabelle ab dem Zeitpunkt von Schieles Amtsübernahme, stünden die Kickers auf Rang vier. In der Rückrundentabelle sind die Würzburger derzeit sogar Dritter. Es dauerte drei Spiele, dann griffen nach der Ablösung von Stephan Schmidt die Veränderungen, die Michael Schiele vorgenommen hatte. „Man hat inzwischen gesehen, dass wir in dieser Liga mit jedem mithalten können“, sagt auch Kickers-Kapitän Neumann: „Wir könnten in der Tabelle ganz woanders stehen. Spielerisch gehören wir sich zu den besten Mannschaften der Liga.“ Doch auch unter Schiele gab es einen Durchhänger. „Wir sind nach der Winterpause nicht richtig in Fahrt gekommen“, sagt auch Neumann: „Ich ärgere mich über jeden Punkt, den wir liegen gelassen haben.“

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    Wie ist die Perspektive für die kommende Saison?

    Allzu große Hoffnungen auf Neumanns Verbleib sollte man sich nicht machen. Dass sich die Entscheidung über seine Zukunft so lange hinzieht, liegt wohl in erster Linie an der Tabellensituation in der zweiten Liga, wo mehr als die halbe Spielklasse noch gegen den Abstieg kämpft. Für den derzeit verletzten Emanuel Taffertshofer dürfte das Gleiche gelten. Trotzdem steht für die kommende Saison schon jetzt ein Team zur Verfügung, das auch gehobenen Drittliga-Ansprüchen genügen kann. Bis auf Neumann stünden alle Akteure, die in Halle auf dem Platz waren, in der kommenden Saison unter Vertrag, betonte Neumann. Sprich: Mit Fabio Kaufmann, der im Winter einen Halbjahresvertrag mit Option auf eine Weiterverpflichtung für eine Saison unterschrieben hat, ist alles klar. Was aber auch bedeutet: Die Kickers werden sich in der kommenden Spielzeit an der guten Rückrunde messen lassen müssen.

    Die Noten der Roten

    Die Statistik des Spiels

    Hallescher FC – FC Würzburger Kickers 1:3 (0:1)

    Halle: Schnitzler – Ajani, Schilk (66. Landgraf), Kleineheismann (46. Lindenhahn), Müller, Baumgärtel – Fennell, Gjasula, Zenga – Manu (79. V.-L. Stenzel), Fetsch.

    Würzburg: Drewes – Syhre, Neumann, Schuppan – Nikolaou – Ahlschwede, Mast, Kaufmann (61. P. Göbel), Wagner – Baumann (83. Bytyqi), Ademi (90.+1 Hansen). Schiedsrichter: Franz Bokop (Vechta). Zuschauer: 4455. Tore: 0:1 Nikolaou (33.), 0:2 Mast (63.), 1:2 Ahlschwede (66./Eigentor), 1:3 Bytyqi (87.). Gelb: Fennell (7), Baumgärtel (5) / F. Kaufmann (1), K. Wagner (3).

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