• aktualisiert:

    Fußball: Dritte Liga

    Kickers-Coach Schiele: "Wird schwer, alle Spieler zu halten"

    Kickers-Trainer Michael Schiele  Foto: Frank Scheuring

    Gerade einmal zwölf Kilometer sind es vom Stadion des VfL Osnabrück zur Spielstätte der Sportfreunde Lotte, vom Anfang zum Endpunkt der Kickers-Reise durch die Saison. Mit einer 1:2-Niederlage in Osnabrück starteten die Würzburger Drittliga-Fußballer am 28. Juli 2018 in die Spielzeit. Für den VfL war es der Beginn einer Erfolgsserie, die nun mit dem Aufstieg der Niedersachsen in die Zweite Liga endet. In Lotte, jenseits der Landesgrenze in Nordrhein-Westfalen gelegen, könnten die Kickers nun den Osnabrücker Lokalrivalen am letzten Spieltag hinabstoßen in die Regionalliga. Nur ein Sieg lässt den Sportfreunden noch Hoffnung auf den Klassenerhalt.

    Und mittendrin zwischen den jubeltrunkenen Osnabrückern, die am Samstag nebenan beim Heimspiel gegen Unterhaching als Meister geehrt werden und abstiegskämpfenden Gastgebern in Lotte stehen die Kickers. Seit geraumer Zeit ist nun schon klar, dass die Rothosen auch in der kommenden, dann dritten Saison in Serie in der dritten Liga antreten werden. Planungssicherheit in Sachen Kader gibt's trotzdem noch lange nicht. Zählt man einmal durch, dann sind nur fünf Spieler aus der Startelf vom vergangenen Samstag beim 2:0 gegen Kaiserslautern für die kommende Saison vertraglich an die Kickers gebunden. Mit Rechtsverteidiger Patrick Göbel steht seit Mittwoch ein Akteur aus der Anfangsformation bereits als Abgang fest. Er geht zum Drittliga-Rivalen nach Halle und erklärte bereits in dieser Woche in einem Interview mit der dortigen Regionalausgabe der „Bild“-Zeitung: „Ich bin total heiß, von mir aus könnte es heute losgehen. Ich bin mega-hungrig auf Halle.“

    Die Nachfragen nach verbindlichen Personalnachrichten am Dallenberg führen noch immer zu Schulterzucken bei den Verantwortlichen. „Der Markt ist derzeit überhitzt“, sagt Trainer Michael Schiele: „Wir müssen noch die Füße stillhalten.“ Sprich, die Kickers warten noch auf die entsprechenden Gelegenheiten, um auf dem Transfermarkt zuzuschlagen. Wobei Schiele betont, dass man mitnichten bislang untätig gewesen sei. „Es gibt schon zwei, drei Spieler, die sich für uns entschieden haben“, verrät er. Wann die ersten Neuverpflichtungen nun öffentlich werden? „Es gibt ja auch noch eine medizinische Untersuchung. Und dann schauen wir mal, ob es schon in der nächsten Woche etwas zu verkünden gibt oder erst nach dem Pokalfinale in Aschaffenburg.“

    Viel Zeit, das Team für die nächste Saison zusammenzubauen, bleibt Schiele und dem Kickers-Vorstandsvorsitzenden Daniel Sauer nach dem Toto-Pokal-Endspiel am 25. Mai freilich nicht mehr. Die Sommerpause ist kurz. Bereits am 19. Juli startet die neue Saison. Eine Frist gebe es zwar nicht. „Aber wir wollen das nicht bis 10. Juni hinausschieben“, sagt Schiele zu den anstehenden Entscheidungen. Natürlich führe man mit den Spielern, deren Verträge auslaufen „obligatorisch gute Gespräche“. Auch mit dem nun abwandernden Göbel habe man sich unterhalten. „Es wird schwer werden, alle Spieler zu halten, die wir behalten wollen“, sagt Schiele und ergänzt: „Wenn ein Spieler woanders, bessere Chancen hat seine persönlichen Ziele zu verwirklichen, dann ist das eben so.“

    Den Würzburgern stehen spannende Wochen bevor. Zuerst einmal soll die Saison, die mit drei Niederlagen am Stück begann nun mit einer Siegesserie zu Ende gehen. In Lotte könnte der vierte Sieg in Folge gelingen. Fehlen wird den Kickers dabei sicher Caniggia Elva, der wegen Knieproblemen ausfällt.

    Kickers-Gegner Lotte droht der erste Abstieg nach 47 Jahren
    Unabsteigbar – dieser Begriff wurde für den heutigen Dauer-Zweitligisten VfL Bochum in der ersten Liga erfunden und ist somit schon längst Fußballgeschichte. Irgendwann erwischt es halt jeden, selbst den Hamburger SV und womöglich am Samstag auch die Sportfreunde Lotte. Der Provinzklub aus der 16 000-Einwohner-Gemeinde ist seit 47 Jahren nur auf- und nie abgestiegen. Seit die Sportfreunde 1972 aus der Bezirksklasse in die Kreisklasse herunter mussten, ging es nur noch bergauf. Jetzt muss die Mannschaft von Trainer Ismail Atalan aber nicht nur gegen die Kickers siegen, sondern auch auf fremde Hilfe hoffen, um dem Sturz in die Regionalliga entgehen. Die SG Sonnenhof Großaspach (bei Fortuna Köln) und Carl Zeiss Jena (gegen 1860 München) müssten ihre Spiele verlieren, damit Lotte überhaupt noch eine Chance hat, die Klasse zu halten. „Lotte wird alles raushauen“, ist Kickers-Coach Michael Schiele vor dem Saisonfinale überzeugt.

    Weitere Artikel

    Kommentare (1)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!