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    Fußball: Dritte Liga

    Kickers-Kapitän Schuppan lässt seine Zukunft offen

    Der Spielführer des Würzburger Fußball-Drittligisten äußert sich zu einem möglichen Karriereende und schwärmt von Trainer Michael Schiele.
    Sebastian Schuppan beim Gesprächstermin im Kickers-Manschaftshotel in Novo Sancti Petri.  Foto: Kranewitter

    Das Treffen findet kurz nach dem Frühstück im Teamhotel der Würzburger Kickers in Novo Sancti Petri statt. Der Kapitän des Fußball-Drittligisten Sebastian Schuppan ist entspannt. Die Bedingungen in diesem Trainingslager seien "so gut wie noch nie". Dann spricht der 33-Jährige über die Situation der Kickers, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag und Trainer Michael Schiele.

    Sebastian Schuppan über …

    ... die sportliche Bilanz 2019:

    "18 Siege im Kalenderjahr 2019 sind ein guter Wert. Dass wir damit das beste Drittliga-Team in dieser Kategorie sind, zeigt, dass wir kontinuierlich gepunktet haben. Deshalb braucht man nun aber nicht überschwänglich werden. Ob mehr möglich gewesen wäre? Ich denke, das sollte man realistisch einordnen. Man denkt oft nur an Spiele, in denen man mehr hätte erreichen können und vergisst die, die man auch mal glücklich gewonnen hat. Wir können mit Blick auf das letzte halbe Jahr halbwegs zufrieden sein. Wir sind im Toto-Pokal-Wettbewerb noch vertreten. Und 27 Punkte in der Liga sind in Anbetracht der zwischenzeitlichen Negativserie, aber auch der Tatsache, dass wir den Trend in den letzten Wochen umgedreht haben, in Ordnung."

    ... die vielen Gegentore:

    „Wenn man unsere Tordifferenz sieht, dann sind wir unter punktgleichen Teams eben immer das schlechteste. Wir haben noch viele Altlasten aus den ersten zehn, zwölf Spielen. Danach haben wir uns deutlich stabilisiert. Es ist eine Aufgabe für die Rückrunde, diese Bilanz zu bereinigen."

    ... Platz zwei in der internen Torschützenliste:

    "Dass ich als Innenverteidiger schon fünf Tore bis zur Winterpause erzielt habe, ist nicht alltäglich. Natürlich mache ich gerne Tore und freue mich darüber. Ich sage jetzt aber nicht: Ich muss in der Rückrunde wieder fünf Tore machen. Es zeigt sich, dass wir viele Schützen haben, die einige Tore machen, aber keinen, der wie am Fließband trifft. Das muss kein Nachteil sein. Mit den geschossenen Toren können wir einigermaßen zufrieden sein. Deshalb macht sich jetzt kein Offensivspieler einen Kopf, weil ich nun mehr Tore erzielt habe."

    ... das Ziel für die Restsaison:

    "Wir müssen konstanter werden und auch einmal Spiele gewinnen, in denen wir nicht so gut waren. Das machen Mannschaften, die etwas mit oben zu tun haben wollen. Und das geht uns schon seit Jahren ab. Es kommt sehr darauf an, wie wir aus der Winterpause kommen. In der Dritten Liga sind jegliche Prognosen sehr schwierig. Da kann keiner sagen, was er genau plant. Deshalb will ich mich da mit konkreten Aussagen lieber zurückhalten."

    ... eine mögliche Vertragsverlängerung:

    "Ich habe mir Gedanken gemacht und auch schon mit den Kickers-Verantwortlichen gesprochen. Das Vertrauen untereinander ist groß. Wir haben uns aber darauf geeinigt, das Thema erst einmal ein paar Wochen zu vertagen."

    ... sein Karriereende:

    "Es wird nicht passieren, dass man mich aus dem Stadion tragen muss, damit ich nicht mehr spiele. Ich werde mein Karriereende selbst bestimmen. Ich bin auch nicht der Typ, der da einen Riesenzirkus drum machen will. Wenn es soweit ist, werde ich das sagen – und gut ist!"

    Kapitän Sebastian Schuppan läuft an der Seite von Trainer Michel Schiele beim Strandlauf vorneweg. Foto: Kranewitter

    ... die Zukunft der Kickers:

    "Junge Spieler bekommen die Chance, sich bei uns toll zu entwickeln. Es können nicht viele Klubs in der Dritten Liga von sich sagen, dass man dort diese Ruhe hat, um etwas aufzubauen. Hier kann man auch mal zwei schlechte Spiele machen, ohne gleich vom Hof gejagt zu werden. Ich glaube, dass in den nächsten Jahren etwas möglich ist, wenn man diese Arbeit fortsetzt und Schlüsselspieler behalten kann. Das muss der nächste Schritt sein. Es war unser Problem, dass wir zweimal Fünfter geworden sind und uns immer wichtige Leute weggeholt wurden und wir nichts machen konnten, weil an anderen Orten erheblich mehr Geld bezahlt wurde. Man sollte nun schauen, dass man den einen oder anderen hält und dann irgendwann einen Angriff startet."

    ... die Chance Leistungsträger im Sommer zu halten:

    "Du musst mit Beispielen arbeiten: Wie erging es denen, die weggegangen sind? Es gibt einige, die, wenn sie ehrlich zu sich sind, im Nachhinein lieber in Würzburg geblieben wären. Damit kann man Spieler überzeugen, dem Ruf eines vermeintlich leichteren Aufstiegs mit einer anderen Mannschaft oder sogar dem Angebot eines Zweitligisten zu widerstehen."

    ... die Rolle von Trainer Michael Schiele:

    "Er hat gezeigt, dass er gut mit jungen Spielern arbeitet, dass er Spieler weiterentwickeln kann. Von einigen hat man am Anfang nicht gedacht, dass sie so schnell einen solchen Sprung machen werden. Wir können froh sein, ihn zu haben, und ich hoffe, dass die Zusammenarbeit noch lange so weitergeht."

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