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    Fußball: Dritte Liga

    Kickers: Willkommen im Aufstiegskampf!

    Trainer Michael Schiele gibt sich vor dem Heimspiel gegen Waldhof Mannheim bescheiden, dabei könnte sein Team mit einem Sieg mit dem Tabellendritten gleichziehen.
    Geht der Siegeszug weiter? Hier jubelt Trainer Michael Schiele im Kreis seiner Spieler (von links) Niklas Hoffman, Sebastian Schuppan, Fabio Kaufmann, Saliou Sané, Simon Rhein, Luca Pfeiffer und Jonas David nach dem 2:1 in Zwickau. Nun kommt der Tabellendritte aus Mannheim an den Dallenberg.
    Geht der Siegeszug weiter? Hier jubelt Trainer Michael Schiele im Kreis seiner Spieler (von links) Niklas Hoffman, Sebastian Schuppan, Fabio Kaufmann, Saliou Sané, Simon Rhein, Luca Pfeiffer und Jonas David nach dem 2:1 in Zwickau. Nun kommt der Tabellendritte aus Mannheim an den Dallenberg. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Was geht noch für die Würzburger Kickers? 20 Punkte haben die Rothosen in den letzten neun Drittliga-Partien gesammelt, so viele wie kein anderes Team. Und plötzlich kann die Schiele-Elf dem Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Waldhof Mannheim das Prädikat Spitzenspiel aufkleben. Rund 7000 Zuschauer erhoffen sich die Kickers. Ein Sieg, und der Tabellensiebte könnte mit dem Dritten aus Nordbaden nach Punkten gleichziehen. Willkommen im Aufstiegskampf! Erinnerungen werden da wach an die Aufstiegssaison 2015/16. Damals hatten die Kickers zum gleichen Zeitpunkt sogar weniger Zähler auf dem Konto.

    Gedanken, die Trainer Michael Schiele so freilich nie aussprechen würde. "Demut", sagt der Fußballlehrer, der am Dienstag seinen 42. Geburtstag feierte, "ist sehr wichtig. Ich werde den Teufel tun und etwas vom Angriff auf die Aufstiegsplätze erzählen." Das wäre nicht seine Art. Der Chefcoach der Würzburger bleibt, ganz seinem schwäbischen Naturell entsprechend, bescheiden: "Wir wollen den Vorsprung nach hinten vergrößern." 45 Punkte würden in dieser Saison, so vermutet der Trainer, nicht zum Klassenerhalt reichen: "Plötzlich stehen Mannschaften hinten drin, die noch im Winter vom Aufstieg geträumt haben. Diese Liga ist völlig verrückt. Da darf man sich nie sicher sein."

    Magaths schwere Mission in Österreich

    Schiele könnte ja nach all den Erfolgen der letzten Wochen nun mal Tacheles reden. Wenn er nun vollendete Tatsachen in Sachen Vertragsverlängerung fordern würde, die meisten Anhänger würden es verstehen. Aber der Kickers-Trainer tickt anders. Er genießt die Zuneigung der Fans, die ihm zuletzt beim Auswärtsspiel in Zwickau zuteil wurde, still. Dass sich in Sachen Trainer-Vertrag schnell etwas tut, erscheint unwahrscheinlich. Felix Magath, als Fußball-Boss von Investor Flyeralarm der entscheidende Mann, hat derzeit beim zweiten Klub des deutsch-österreichischen Fußball-Projekts viel zu tun. Der FC Flyeralarm Admira steckt im Nachbarland mitten im Abstiegskampf.

    Waldhof auswärts seit 30 Spielen ungeschlagen

    In Würzburg indes läuft es derzeit richtig rund. Tabellen-13. waren die Rothosen nach der 1:2-Niederlage gegen Unterhaching zum Jahresauftakt. Nach dem Last-Minute-2:1-Sieg in Zwickau sind plötzlich die ersten drei Plätze in Reichweite. "Wir vergessen nicht, was vor fünf Wochen war", sagt Schiele, dessen Team in den letzten fünf Partien zehn Punkte holte und nun, wie er sagt "richtig Bock" auf das Kräftemessen mit Waldhof Mannheim hat. Denn es ist eine besondere Aufgabe. 30, in Worten dreißig (!), Auswärtsspiele hat der Aufsteiger saisonübergreifend nicht mehr verloren. Eine wahrlich beeindruckende Serie. Angst freilich werden die Kickers nicht haben. Denn bereits im Hinspiel hatte das Schiele-Team eine andere Mannheimer Erfolgsgeschichte beendet. Der Würzburger 2:1-Erfolg im September war für die Mannheimer die erste Niederlage nach zuvor 29 ungeschlagenen Spielen. Was blieb, war die Auswärtsserie. Die beiden weiteren Pleiten in dieser Saison gab es im heimischen Stadion.

    Mit einem wunderschönen Treffer besorgte Albion Vrenezi im Hinspiel das 2:1 für die Kickers und sorgte dafür, dass Waldhof Mannheim nach 29 Partien ohne Niederlage wieder einmal unterlag.
    Mit einem wunderschönen Treffer besorgte Albion Vrenezi im Hinspiel das 2:1 für die Kickers und sorgte dafür, dass Waldhof Mannheim nach 29 Partien ohne Niederlage wieder einmal unterlag. Foto: foto2ress/Frank Scheuring

    "Der Gegner ist voller Selbstvertrauen, aber wir natürlich auch. Beide Teams haben großes Zutrauen zu sich", stellt Mannheims Trainer Bernhard Trares mit Blick auf die Partie am Samstag fest. "Ein 50-50-Spiel", erwartet Schiele. Ihn und sein Gegenüber verbindet die Unsicherheit, wie es ab Sommer in ihren Karrieren weiter geht. Auch Trares' Vertrag läuft nach der Saison aus, auch bei ihm wird trotz aller Erfolge über ein Ende der Zusammenarbeit spekuliert. Zuletzt tauchte ein Gerücht auf, der einstige Bundesliga-Spieler der Münchner Löwen sei als neuer Chefcoach bei Zweitligist Darmstadt 98 im Gespräch. Da sei überhaupt nichts dran, stellte Trares nun klar.

    Daniel Hägele fehlt erneut

    Gegen den Tabellendritten, der zuletzt beim emotionsgeladenen Derby gegen Kaiserslautern kurz vor Schluss noch zum 1:1-Ausgleich kam, werden den Kickers wie zuletzt ohne Daniel Hägele auskommen müssen. Der 31-jährige Abwehrmann wird nach seiner Muskelverletzung in der Wade wohl in der kommenden Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Bei Leroy Kwadwo (Oberschenkelverletzung) könnte die Zwangspause noch eine Woche länger dauern, befürchtet Schiele. Dominik Widemann (Sprungelenksverletzung) und Yassin Ibrahim (Leistenprobleme) stehen zudem noch auf der Verletztenliste.

    Die Kickers sind besser als im Aufstiegsjahr
    Noch nie hatten die Rothosen in der Dritten Liga nach 26 Partien so viele Punkte auf dem Konto wie in der aktuellen Spielzeit. Ein Vergleich mit der Aufstiegssaison:
    Saison 2015/16:
    Platzierung am Saisonende: Dritter (64 Punkte/43:25 Tore)
    Platzierung nach der Hinrunde: Neunter (25 Punkte/17:13 Tore)
    Platzierung in der Rückrundentabelle: Zweiter (39 Punkte/26:12 Tore)
    Platzierung nach 26 Spielen: Zehnter (34 Punkte/23:17 Tore)
    Saison 2019/20
    Platzierung nach der Hinrunde: Zwölfter (26 Punkte/32:39 Tore)
    Platzierung in der Rückrundentabelle nach sieben Spielen: Zweiter (14 Punkte/16:6 Tore)
    Platzierung nach 26 Spielen: Siebter (40 Punkte/48:45 Tore)

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