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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA, MÄNNER

    Klassentreffen im Kinderzimmer

    Früher spielten sie zusammen für den TV Großwallstadt, 2013/14 schon gegeneinander. Im fünften Unterfrankenderby nach dr... Foto: foto2press/Scheuring

    TV Großwallstadt – DJK Rimpar Wölfe
    (Samstag, 8. September, 19.30 Uhr, f.a.n frankenstolz arena Aschaffenburg)

    Die meisten Derbys leben vom Reiz der regionalen Nähe zweier konkurrierender Klubs. Dieses Derby lebt vor allem von persönlichen Banden. Wenn sich der TV Großwallstadt (14./1:3) und die DJK Rimpar Wölfe (18./0:2) am Samstag nach drei Jahren Pause in der Zweiten Handball-Bundesliga gegenüberstehen, dann hat das Duell etwas vom Charme eines Klassentreffens. Allein sieben Spieler trugen schon die Trikots beider Klubs: Bei Großwallstadt sind es die Zwillingsbrüder Tom und Lars Spieß sowie Jan Winkler, bei Rimpar Patrick Schmidt, Steffen Kaufmann, Patrick Gempp und Andreas Wieser. Alle sieben wurden im Leistungszentrum beziehungsweise in der Junioren-Akademie des TVG ausgebildet; dort entstanden auch mit weiteren früheren Teamkameraden Freundschaften, die bis heute halten. „Es fühlt sich an wie eine Rückkehr ins Kinderzimmer“, sagt DJK-Kapitän Schmidt. „Für uns ist das schon ein besonderes und emotionales Spiel.“

    Aus Kumpels werden Konkurrenten

    Doch aus Kumpels werden am Samstag Konkurrenten. „Natürlich ist es einerseits schön, gegen Freunde zu spielen, aber andererseits willst du da erst recht gewinnen“, sagt Lars Spieß. „Rimpar hat Großwallstadt in der Liga noch nie geschlagen. Es ist Zeit, dass sich das ändert!“, meint Schmidt. Alle vier Vergleiche in den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 vor der Insolvenz und dem Zwangsabstieg des TVG entschieden die Unterfranken vom Untermain für sich.

    Vor seinem Derby-Debüt als Trainer steht Matthias Obinger. „Ich freue mich, dass der TVG zurück ist in der zweiten Liga“, sagt er, „denn da gehört er als Traditionsverein und mit seinem teils erstligaerfahrenen Kader mindestens hin.“ Mit dem Wiedersehen mit seinen drei früheren Spielern gehe er „professionell“ um: „Wir treffen uns ja nicht zum Kaffeeklatsch, und es gibt auch keinen Kuchen zu verteilen, sondern Punkte. Die wollen wir, wir haben nämlich noch keine.“

    Wem gelingt oder misslingt der Saisonstart?

    Während Großwallstadt um den früheren Nationalspieler und Rechtsaußen Michael Spatz mit einem Remis gegen Mitaufsteiger Ferndorf (26:26) gestartet ist und beim Spitzenkandidat in Hamm (26:30) zuletzt lange gut mithielt, kassierte Rimpar zum Auftakt in Essen eine krachende Niederlage (26:34). „Abgesehen von allen Emotionen ist das Derby für beide Mannschaften wichtig, weil davon abhängt, ob der der Saisonstart gelingt oder misslingt“, betont Lars Spieß.

    Wo die Wölfe nach ihrem wettbewerbsfreien vergangenen Wochenende stehen, das wissen sie selbst nicht so genau. Nur, dass sie sich steigern müssen, vor allem in der Abwehr. Während die Automatismen im neuen Innenblock noch Zeit brauchen werden, um optimal zu greifen, funktionieren die der noch länger aufeinander eingespielten Gastgeber mit wenigen Aussetzern. „Großwallstadt agiert sehr kontrolliert“, findet Obinger. Er musste unter der Woche im Training auf Rückraumakteur Lukas Böhm verzichten, der aber trotz einer Bänderverletzung im Fuß auflaufen wird können. Seinem Trainerkollegen Florian Bauer fehlt Kapitän und Linksaußen Florian Eisenträger aufgrund eines Handbruchs.

    Für das Derby zieht der TVG das einzige Mal in dieser Saison in die Arena in Aschaffenburg um, seine Heimspielstätte zu Bundesligazeiten. „Aber nicht, weil Rimpar so berühmt ist, sondern weil unsere Halle in Elsenfeld belegt ist“, stellt Manfred Hofmann vom Management klar. Die Verantwortlichen rechnen mit 2500 und hoffen auf 3000 Zuschauer, darunter etwa 100 DJK-Fans. Sie alle dürfen sich zwar vermutlich auf nicht allzu viele Tore, aber wohl auf einen spannenden Kampf beim Klassentreffen im Kinderzimmer freuen.

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