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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA, MÄNNER

    Fällt das Torwartduell flach?

    Wer muss nach dem sportlichen Wiedersehen wen trösten? Emsdettens Torwart Konstantin Madert (stehend) seine ehemaligen R... Foto: Frank Scheuring, foto2press

    Ein Nachbarschafstreffen und ein Widersehen mit einem alten Bekannten – die Begegnung zwischen der DJK Rimpar Wölfe (6./31:19) und dem TV Emsdetten (7./30:20) in der Zweiten Handball-Bundesliga hat definitiv Potenzial für ein paar Geschichten. Zumindest auf dem Papier. Denn das Wiedersehen fällt vielleicht flach – weil der alte Bekannte flach liegt. TVE-Torwart Konstantin Madert hat eine Grippe und am Donnerstag noch das Bett gehütet. „Ich hoffe, dass ich am Sonntag wieder gesund bin und mitkommen kann nach Würzburg“, sagt der Ex-Wolf am Telefon. „Wenn es mir aber weiter so geht wie jetzt, dann wird daraus leider nichts.“

    Damit fiele das Duell im Duell mit seinem früheren Kollegen Max Brustmann zum zweiten Mal in dieser Saison aus. Im Hinspiel fehlte der Rimparer – wegen einer Grippe. Es wäre ein klassischer Fall von Ironie des Schicksals.

    Emsdettener reisen mit Rückenwind an

    Doch auch sonst verspricht der sportliche Vergleich Spannung angesichts der Platzierungen und Punkte beider Kontrahenten. „Die Tabelle lügt nicht“, pflegt Rimpars Trainer Matthias Obinger zu sagen. Für dieses konkrete Kräftemessen prophezeit er: „Da treffen sich zwei Teams auf Augenhöhe. Ich gehe davon aus, dass die Tagesform entscheiden wird.“

    Seine Mannschaft scheint nach zuvor drei Niederlagen am vergangenen Sonntag mit dem durchaus überraschenden 30:25 bei der HSG Nordhorn-Lingen im ersten der beiden Treffen von Tabellennachbarn wieder im Aufwärtstrend. „Das war ein recht überzeugender Auftritt“, meint Madert, der unter den Zuschauern in der Arena war. Die Emsdettener indes reisen sogar mit dem Rückenwind von vier Siegen aus fünf Partien im Jahr 2018 an. Und mit dem Erfolgserlebnis aus dem Hinspiel, das sie Ende September klar mit 35:29 gewannen.

    Damals machte die Besetzung auf der Torwartposition einen Unterschied. Im Münsterland hütete Andreas Wieser den Rimparer Kasten für den kranken Brustmann. Da die Abstimmung zwischen ihm und der Abwehr nicht passte und jeder Wurf der Hausherren ein Treffer war, musste Wieser zeitweise für Markus Leikauf von der Bayernliga-Reserve Platz machen. Zusammen kamen beide schließlich auf nur sieben Paraden in der Partie. Auf der Gegenseite hielt Madert 16 Bälle.

    Diesmal nun sollte es zum vielversprechenden direkten Vergleich zwischen ihm und Brustmann kommen – der da aktuell heißt: die Nummer zwei gegen die Nummer drei der Liga. Der Rimparer brachte es laut Statistik der Handball-Bundesliga auf 286 Paraden in 24 Einsätzen, das macht eine Quote von 36 Prozent. Der Emsdettener wird mit 263 Paraden in 25 Spielen und einer Quote von 32 Prozent gelistet. Immer wieder führte ihn die HBL in dieser Saison auch schon an der Spitze und vor Brustmann.

    „Vertrauen zahlt sich aus“

    In seinen zweieinhalb Jahren bei den Wölfen war der 29-Jährige nicht an seinem gesetzten Mitspieler vorbeigekommen, das Verhältnis der beiden Keeper galt zumindest zeitweise als angespannt. Im Sommer 2016 wechselte er schließlich nach Westfalen, wo er zu einem der derzeit besten Torhüter der Liga avancierte. „Vertrauen ist da ein großes Wort“, erklärt sich Madert selbst seine Entwicklung: „Wenn man das von seinem Trainer bekommt, zahlt es sich aus. Denn wenn du nicht immer denken und dich beweisen musst, kommt die Leistung irgendwann von allein.“ Daniel Kubes, Klub- und tschechischer Nationalcoach, baut auf seine Nummer 16. Auch deswegen hat Madert seinen Vertrag beim TVE unlängst bis 2020 verlängert.

    Sein Ex-Trainer möchte das Spiel unterdessen nicht auf das Torhüterduell reduziert sehen, sofern es überhaupt dazu kommt. „Es gibt auch andere interessante Vergleiche“, meint Obinger: „Zwischen den Spielmachern Patrick Schmidt und Merten Krings zum Beispiel oder im Rückraum zwischen Steffen Kaufmann und Jesper Adams.“ „Geballte Kraft“ attestiert Obinger den Gästen gerade auf diesen Positionen, die Gastgeber kommen eher über den Kreis. In Lingen machte Patrick Gempp dort fast allein einen Riesenjob. Gegen Emsdetten gehört sein zuletzt wegen einer Fußverletzung fehlender Kreisläufer-Kollege Sergej Gorpishin wieder zum DJK-Kader, ebenso wie Mittelmann Benjamin Herth. Egal welche Positionen man vergleicht – unter Tabellennachbarn dürfte wohl so ziemlich jede umkämpft sein.

    Natalie Gress

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