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    Würzburg

    Leonie Beck und Co. müssen auf dem Trockenen trainieren

    Wegen der immer strikter werdenden Reisebestimmungen kehren Würzburgs Schwimmer eher aus dem Trainingslager in Türkei zurück. Was aus Olympia wird, ist nach wie vor unklar.
    Im Würzburger Wolfgang-Adami-Bad wird Olympia-Teilnehmerin Leonie Beck in nächster Zeit ihre Bahnen nicht ziehen können - es ist geschlossen.
    Im Würzburger Wolfgang-Adami-Bad wird Olympia-Teilnehmerin Leonie Beck in nächster Zeit ihre Bahnen nicht ziehen können - es ist geschlossen. Foto: HMB Media / Volker Danzer

    Zwei Tage eher als geplant kehren Olympia-Teilnehmerin Leonie Beck und ihre Schwimmkameradinnen und -kameraden an diesem Freitag aus dem Trainingslager in der Türkei zurück. Aufgrund des sich stetig ausbreitenden Coronavirus waren sie am 10. März zwei Tage früher als vorgesehen angereist, nun treibt sie die Sorge vor zunehmend strikter werdenden Reisebstimmungen nach Hause. Im Würzburger Wolfgang-Adami-Bad können sie ihr Training allerdings nicht fortsetzen, da die Einrichtung auf Anweisung der bayerischen Staatsregierung wie viele andere geschlossen worden war, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. "Wir sind jedoch überzeugt, dass wir uns auch zu Hause – sprich mit Landtraining  – körperlich so fit halten können, dass einer Olympiaqualifikation beziehungsweise einem guten Abschneiden nicht entgegen steht", sagte Bundestrainer Stefan Lurz am Donnerstag auf Nachfrage dieser Redaktion. 

    Leonie Beck hatte sich bereits im Sommer vergangenen Jahres über die 10 Kilometer Freiwasser für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert. Ruwen Straub, Lea Boy (beide 1500 und 800 Meter Freistil) und Sebastian Beck (4 x 100- und 4 x 200-Meter-Staffel), die ebenfalls in der Türkei dabei waren, hatten theoretisch noch die Möglichkeit, ihr Ticket für die größte Sportveranstaltung der Welt zu lösen. Allerdings wurden die dafür notwendigen Qualifikationswettkämpfe in Stockholm (Anfang April) und Berlin (deutsche Meisterschaft am 3. Mai) bereits abgesagt beziehungsweise verschoben. Wie es weiter geht, weiß momentan keiner so recht (Lurz: "Dafür haben wir Verständnis"). Denkbar wäre, dass der Qualifikationszeitraum verlängert wird oder die Normen erleichtert werden.

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    Freilich müsste überhaupt erst einmal geklärt werden, ob die Olympischen Spiele, die am 24. Juli in Japan starten sollen, überhaupt stattfinden können. Am Donnerstag plädierte Sportrechtler Michael Lehner im einem Gespräch mit dem "Mannheimer Morgen" für eine zügige Absage: "Das wäre ein Signal an die Welt. Ich kann doch nicht hier selbst die kleinen Fußballspiele absagen, über Ausgangssperren nachdenken, die Schulen und Unis schließen und dann meinen, ich könnte im Juli Big Games machen." Anders sieht das ganz offensichtlich der aus Tauberbischofsheim stammende IOC-Präsident Thomas Bach. Er geht nach wie vor davon aus, dass die Spiele stattfinden können. Alfons Hörmann indessen, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), fürchtet, dass angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus die Entscheidung über eine Absage der Olympischen Spiele schneller komme als bisher angenommen.

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