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    HANDBALL: 2. LIGA

    Nach Rimpars Krampfsieg kommt nun Gummersbach

    Gegen den Tabellenletzten hat das DJK-Team enorme Mühe. Dass es nach dem Jubiläumsspiel keine langen Gesichter gab, daran hatte ein eingewechselter Torwart seinen Anteil.
    Schwere Geburt: Julian Sauer und seine Rimparer setzten sich gegen Schlusslicht Krefeld (rechts mit Tim Gentges) durch. Foto: foto2press/ Meike Scheuring

    DJK Rimpar Wölfe – HSG Krefeld 27:26 (14:13)

    Rimpars Handballer haben in ihrem 250. Zweitliga-Spiel gegen die HSG Krefeld vor 1536 Zuschauern ihren 121. Sieg geschafft. Doch es wird keiner sein, der lange in Erinnerung bleibt. Dafür fehlte den Wölfen beim 27:26 (14:13) gegen das auswärts nach wie vor punktlose Schlusslicht die Souveränität. Immerhin: Mit dem – unterbrochen durch die Winterpause – dritten Sieg nacheinander haben sich die Grün-Weißen in der vorderen Tabellenhälfte festgesetzt.

    Leichtigkeit nur bei der Guggenmusik

    In der Halbzeitpause waren die "Hettschter Gassefetzer" mit Pauken und Trompeten in die Halle einmarschiert. Die rund 50 Straßenmusiker heizten mit ihrer Guggenmusik ordentlich ein. Als die Hettstadter erstmal so richtig in Fahrt waren, schienen sie das Feld gar nicht mehr räumen zu wollen. Auch dann nicht, als die Teams schon wieder auf dem Hallenboden standen. Eben jene spielerische Leichtigkeit der Musiker sollte den Rimparern an diesem Samstagabend fehlen. "Wir haben uns viele unnötige Aktionen erlaubt", sagte DJK-Spielmacher Benjamin Herth: "Das wäre beinahe in die Hose gegangen. Dass es am Ende wieder so knapp wird, darf uns einfach nicht passieren."

    Das "wieder" bezog sich dabei auf das Hinspiel, als die Wölfe trotz einer hohen Pausführung auch nur mit 20:19 beim Aufsteiger gewonnen hatten. Diesmal verpassten sie es beim Stand von 21:17, sich entscheidend abzusetzen. "Ich wusste, dass wir das Spiel nicht in der ersten Phase gewinnen", erklärte Wölfe-Trainer Ceven Klatt: "Doch sowohl bei 17:14 als auch bei 21:17 vergeben wir mehrere freie Schüsse, vor allem von außen. Da müssen wir uns mehr konzentrieren."

    Unter der Woche hatte der 36-Jährige zwei Ausfälle hinzunehmen, was aufgrund des kleinen Kaders als Nackenschläge bezeichnet werden darf. Abwehrrecke Philipp Meyer hatte sich im Training einen knöchernen Bänderanriss zugezogen und könnte sechs Wochen ausfallen. Benedikt Brielmeier war krank und kam nur sporadisch zum Einsatz. Dadurch musste Klatt seine Abwehr umbauen. "Ich weiß das schon einzuschätzen. Trotzdem erwarte ich in einem solchen Spiel mehr."

    Andreas Wiesers Paraden

    Viel gebe es nicht, mit dem er heute zufrieden sei, erklärte Klatt, "außer mit den zwei Punkten". Lukas Siegler nahm er auch noch aus – sowie punktuell die beiden Regisseure Patrick Schmidt und Herth. Siegler war es auch gewesen, der mit extravaganten Abschlüssen drei der letzten vier DJK-Treffer erzielt hatte. Doch auch das hätte nicht gereicht, wenn dem zur 49. Minute gekommenen Keeper Andreas Wieser nicht fünf Paraden gelungen wären. Den allerletzten Krefelder Angriff, der mit einem Aufsetzer geendet hatte, lenkte der 24-jährige Keeper noch über die Latte. "Wenn der reingeht, sieht es ziemlich blöd aus", sagte Wieser. So kürte ihn der Klub zum Wolf des Tages.

    "In der Abwehr ist es uns heute nicht gelungen, gewisse Kooperationen hinzubekommen", fand Klatt. So konnten die tapfer kämpfenden Krefelder eine gewisse Narrenfreiheit genießen, die allen voran der spielende Co-Trainer Tim Gentges zu nutzen wusste. "Wir wollen Spiele gewinnen, wir wollen zeigen, dass wir wettbewerbsfähig sind", unterstrich Neu-Trainer Felix Linden: "Ich denke, das haben wir heute bewiesen." 250 Zweitliga-Partien wird die HSG Krefeld so schnell nicht schaffen. Wahrscheinlich ist angesichts von elf Punkten Rückstand aufs rettende Ufer bereits nach 34 Spielen bis auf weiteres Schluss.

    Am Samstag kommt der Altmeister

    Auf Rimparer Seite feierten noch zwei weitere Spieler ein Jubiläum. Steffen Kaufmann wechselte zum Aufstieg nach Rimpar, verpasste seither keinen Pflichtspieleinsatz – und liegt daher ebenfalls bei 250 Zweitliga-Einsätzen. Auf die gleiche Zahl kommt nun auch Linksaußen Dominik Schömig insgesamt im Trikot der Wölfe. Dem 251. Match blicken die Grün-Weißen schon mit Vorfreuden entgegen. Denn am kommenden Samstag, 8. Februar, gastiert um 19.30 Uhr erstmals der große Altmeister VfL Gummersbach in Würzburg. Er gewann am Wochenende mit 27:12 (!) gegen den VfL Lübeck-Schwartau. "Wir wollen zu Hause auch gegen Gummersbach gewinnen", machte Klatt deutlich.

    Die Statistik des Spiels
    Handball, Zweite Bundesliga
    DJK Rimpar Wölfe – HSG Krefeld 27:26 (14:13)
    Rimpar: Brustmann (1. – 48.), Wieser (49. – 60.) – Schömig 1, Böhm, Karle, Gempp 2, Schmidt 7/1, Kaufmann 4, Siegler 6, Schulz 3, Backs 1, Brielmeier, Herth 1, Sauer 2.
    Krefeld: Toth (1. – 60.), Stammer (n. e.) – Schiffmann 1, Schöneseiffen 2/2, Viciano 3, Wöstmann 1, Cutura 1, Janus, Roosna 3, Vonnahme 2, Luciano 1, Gentges 4, Schulz 2, Ciupinski 3, Brüren 3, Eberlein.
    Spielfilm: 1:2 (4.), 5:4 (11.), 8:6 (15.), 10:10 (21.), 12:12 (25.), 14:13 (Halbzeit), 16:13 (34.), 17:15 (36.), 21:17 (41.), 21:21 (48.), 24:23 (52.), 26:24 (55.), 27:26 (Endstand).
    Zeitstrafen: 2/3. Siebenmeter: 2/1 : 2/2. Schiedsrichter: Konrad Gimmler/Jannik Rips (beide Irxleben, Sachsen-Anhalt). Zuschauer: 1536.

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