• aktualisiert:

    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Neue Chance für ein gutes Gefühl

    DKB 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - VfL Eintracht Hagen
    Gesprächsbedarf bestand bei den Zweitliga-Handballern der DJK Rimpar Wölfe nach der Niederlage in Coburg. Nun empfangen Trainer Matthias Obinger (Mitte) und seine Mannschaft mit Nordhorn-Lingen das nächste Topteam. Foto: Frank Scheuring

    Zweite Bundesliga, Männer
    DJK Rimpar Wölfe – HSG Nordhorn-Lingen
    (Samstag, 19.30 Uhr, s.Oliver Arena)

    Der Mensch hat eine Art inneren Baukasten für seine Gefühle. Die Wissenschaft unterscheidet – je nach Denkrichtung – sechs bis sieben Basisemotionen, deren mimischer und gestischer Ausdruck als universal gilt: Angst, Freude, Wut, Trauer, Überraschung, Ekel und Verachtung. Alle übrigen Gefühle setzten sich daraus zusammen.

    Die Basisemotion, die einigen Zweitliga-Handballern der DJK Rimpar Wölfe (9./36:28) am vergangenen Sonntag nach dem verlorenen Frankenderby beim HSC 2000 Coburg ins Gesicht geschrieben stand, war Wut. Wut darüber, die starke Leistung aus der ersten Halbzeit nicht mit in die zweite gebracht zu haben. Wut auf sich selbst, womöglich auch auf andere aus der Mannschaft. „Wir haben das nach der Pause nicht mehr füreinander gemacht“, sagte etwa Kapitän Patrick Schmidt und war sichtlich um Beherrschung bemüht. Julian Sauer und Max Brustmann, beide merklich stinkig, beklagten gegenüber „Würzburg Radio“ fehlende Emotion.

    Auch Obinger selbstkritisch

    Auch Trainer Matthias Obinger spricht vier Tage später noch von einer „ärgerlichen Niederlage, zu der jeder beigetragen hat“. Sich selbst nimmt er nicht von der Kritik aus. „Ich bin mehr sauer auf mich als auf die Spieler“, sagt der 39-Jährige sogar. So habe er die erste Auszeit in der zweiten Hälfte zu spät genommen – nämlich erst, als Coburg nach einer 15:11-Führung ausgeglichen hatte. „Und ich würde heute wechselstrategisch manches anders machen.“

    Dennoch mahnt Obinger, die Niederlage gegen den Aufstiegsaspiranten nicht zu hoch zu hängen. „Wir haben sie sachlich aufgearbeitet, aber es war es dann doch auch erst die dritte in den zwölf Partien in diesem Jahr. Diesen Lauf würde ich nicht für einen Derbysieg eintauschen.“

    Dreikampf an der Spitze

    Vor heimischem Publikum sind die Wölfe 2019 sogar noch ungeschlagen. Und das soll, wenn es nach ihnen geht, auch gegen die HSG Nordhorn-Lingen (3./48:16) so bleiben. Der Tabellendritte hat nur einen Zähler Rückstand auf Coburg und zwei auf Spitzenreiter Balingen-Weilstetten. Bei sechs verbleibenden Spielen ist der Traum von der Bundesliga für das Trio greifbar nah – doch nur für ein Duo wird er sich erfüllen. „Ich bin mir sicher, dass die drei das unter sich ausmachen und keine andere Mannschaft da mehr mitmischt“, sagt Obinger: „Aber ich wage keine Prognose, welche zwei am Ende vorne stehen werden.“

    Wie schon in den Wochen zuvor im Abstiegskampf, so kann Rimpar also auch im Aufstiegskampf das Zünglein an der Waage werden. „Wir wollen zu Hause unsere weiße Weste behalten, das allein ist Motivation genug“, so der Coach, der zumindest am Samstag keinen emotionalen Einbruch erwartet. „Die Stimmung im Training war sehr konzentriert, das Spiel wird zeigen, ob auch der Spaß zurückkommt.“

    Vom Geheim- zum Topfavorit

    Nordhorn-Lingen ist in dieser Saison vom langjährigen Geheim- zu einem der Topfavoriten avanciert. Das Team von Trainer Heiner Bültmann, das im Hinspiel mit 26:24 gegen die Unterfranken gewann, verfügt über einen auch in der Breite hochkarätig besetzten Kader um die Rückraumtorjäger Georg Pöhle (links), Nummer vier der Liga, und Julian Possehl (rechts). Mit Björn Buhrmester steht der „Torhüter der Saison 2017/18“ hinter einer starken Abwehr.

    Ein Sieg über den Zwei-Städte-Klub von der niederländischen Grenze wäre höchstens emotional weniger wert als es der gegen Coburg gewesen wäre. Sollte er gelingen, ist den Rimparern die Basisemotion Freude garantiert, vielleicht gepaart mit Überraschung. Und das ist laut Psychologen ein besonders gutes Gefühl.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!