• aktualisiert:

    Fußball: Dritte Liga

    Noch keine Verabschiedung für scheidende Kickers-Spieler

    Ob Mittelfeldspieler Simon Skarlatidis (links) und Trainer Michael Schiele (rechts) auch in Zukunft bei den Würzburger Kickers zusammenarbeiten? Skarlatidis' Vertrag läuft zum Saisonende aus. Foto: Frank Scheuring, foto2press

    Der 1. FC Kaiserslautern ist am Würzburger Dallenberg ein Gegner mit einer besonderen Geschichte. Als die Heimstatt der Würzburger Kickers eingeweiht wurde, kam der Fritz-Walter-Klub aus der Pfalz zum Eröffnungsspiel. Mit 1:0 siegte Kaiserslautern am 15. August 1967 gegen die Rothosen. 49 Jahre später am 14. August 2018 war es wieder ein historisches Spiel, als die Roten Teufel in der Flyeralarm Arena antraten. Nach dem Zweitliga-Aufstieg feierten die Mannen von Trainer Bernd Hollerbach ihre Heimpremiere gegen Kaiserslautern. Richard Weil sicherte mit seinem Elfmetertreffer zum 1:1-Endstand den ersten Zweitliga-Punkt der Kickers nach 38 Jahren.

    Am Samstag, zur ungewöhnlichen Anstoßzeit um 13.30 Uhr, geht es wieder gegen Kaiserslautern. Diesmal ist es keine Premiere, sondern ein Schlusspunkt, das letzte Heimspiel der Drittliga-Saison.  Schon weil es gegen den viermaligen deutschen Meister geht, der mit reichlich Fan-Unterstützung nach Würzburg kommen wird, ein besonderes Spiel. Und weil es für die aktuelle Mannschaft eben auch ein Moment des Abschieds wird. Vor heimischer Kulisse wird sich dieses Kickers-Team nicht mehr präsentieren. 

    Eigentlich wäre es der ideale Rahmen, im auf jeden Fall bestens gefüllten Stadion jene Spieler, die in der kommenden Saison nicht mehr das Würzburger Trikot tragen werden, zu verabschieden. "Wir haben das besprochen", sagt Trainer Michael Schiele: "Und wir haben beschlossen, dass die Verabschiedung auf eine andere Art und Weise geschieht. Im Stadion wird am Samstag nichts stattfinden." Der Grund für die Zurückhaltung sind die vielen noch ungeklärten Personalfragen: "Es ist ja noch nicht alles fix", sagt Schiele.

    Rechnet man die Leihspieler Peter Kurzweg, Phil Ofosu-Ayeh und Patrick Sontheimer hinzu, sind es 14 Akteure im aktuellen Drittliga-Kader, die für die kommende Saison nicht an die Kickers gebunden sind. Unter ihnen sind mit Dennis Mast, der bereits beim Liga-Rivalen Hallescher FC als Neuzugang vorgestellt wurde, Enis Bytyqi, der schon seit der Winterpause nur noch mit dem U-23-Team trainieren darf, und Florian Kohls drei feststehende Abgänge. Ansonsten ist vieles im Ungefähren. Ob Mittelfeldmann Simon Skarlatidis, die Torhüter Patrick Drewes und Eric Verstappen, Angreifer Orhan Ademi, Rechtsaußen Patrick Göbel oder Rückrunden-Entdeckung Caniggia Elva - wo sie in Zukunft spielen, diese Frage ist noch nicht beantwortet worden. Mutmaßungen, Spekulationen, Gerüchte gibt es reichlich, konkret ist nichts.

    Eine Situation, die vor den letzten Saisonspielen und dem Toto-Pokal-Endspiel am 25. Mai in Aschaffenburg nicht zur Belastung werden soll. Zumal sich die Spieler auch noch einmal präsentieren können. "Jeder muss, wenn er spielt, seine Leistung bringen. Nicht nur, um sich hier anzubieten, sondern vielleicht auch bei anderen Vereinen", sagt Schiele.

    Thorsten Fischer schmecken auch Drittliga-Siege
    Ohne Thorsten Fischer wäre der Profifußball in Würzburg kaum vorstellbar. Der Gründer und CEO der Online-Druckerei Flyeralarm war und ist nicht nur Antreiber im Hintergrund. Seine Firma besitzt über eine Tochtergesellschaft auch 49 Prozent der Profifußball-AG der Kickers.Am Mittwoch wurde Flyeralarm als Namenssponsor der Frauenfußball-Bundesliga präsentiert. Im Rahmen der Präsentation in München gab Fischer dem auf Medien-Nachrichten spezialisierten Online-Portal "turi2" ein Video-Interview. Fischer, der zuletzt im Zusammenhang mit den Kickers nur noch selten öffentlich aufgetreten war, antwortete auf die Frage, ob er in Würzburg "ein zweiter Dietmar Hopp" werden wolle und er "weitere Aufstiege erzwingen wolle": "Man kann Aufstiege über eine gewisse Zeit erkaufen. Aber wir haben als Flyeralarm in Würzburg nicht die Möglichkeiten wie ein Dietmar Hopp oder Red Bull." Am Engagement bei den Kickers habe er weiterhin Spaß: "Ein Sieg in der Dritten Liga schmeckt im Zweifel genauso gut wie in der ersten." 

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!