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    BASKETBALL: EUROPECUP

    Baskets vor dem Sprung ins Finale

    Basketball - Fiba Europe Cup - Pallacanestro Varese - s.Oliver Wuerzburg
    Der Einzug ins Finale des Fiba EuropeCup ist für s.Oliver Würzburg zum Greifen nah. Im Hinspiel bei Pallacanestro Varese (links Nicola Natali, Mitte Antonio Iannuzzi, rechts Matteo Tambone) siegten Mike Morrison (am Korb) und die Baskets mit 89:66. Foto: Heiko Becker

    Die Ausgangslage könnte komfortabler kaum sein. Und auch ein Blick in die Historie des in der Saison 2015/16 erstmals – als Nachfolger der EuroChallenge – durchgeführten Fiba EuropeCup-Wettbewerbs lässt eigentlich keine Zweifel zu: Es müsste für Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg schon mit dem Teufel zugehen, sollte es im Halbfinal-Rückspiel an diesem Mittwoch um 19 Uhr in der heimischen s.Oliver Arena gegen Pallacanestro Varese nicht mit dem Final-Einzug klappen.

    Dank des 89:66-Hinspiel-Erfolgs vergangene Woche in der Lombardei könnten sich die Baskets gegen den zehnmaligen italienischen Meister sogar eine Niederlage mit 22 Punkten Differenz erlauben, um trotzdem an den beiden kommenden Mittwochen (24. April und 1. Mai) nach dem silbernen Henkelpokal zu greifen.

    Außergewöhnliche Chance

    „Für unseren Verein wäre das erstmalige Erreichen eines europäischen Finales zweifellos etwas Großartiges, etwas Außergewöhnliches. Wir werden daher alles dafür tun, diese Gelegenheit auch zu nutzen“, blickt Cheftrainer Denis Wucherer dem zweiten Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub, für den er Anfang der 2000er Jahre für zwei Spielzeiten auf Korbjagd gegangen war, gespannt entgegen.

    Wie groß die Chance für die Würzburger ist, zeigt auch ein Blick in die Statistik: Noch nie gelang es einer Mannschaft im EuropeCup-Wettbewerb, in einer Play-off-Serie einen 23-Punkte-Rückstand aus dem Hinspiel zu drehen – schon gar nicht auswärts. Der höchste „turn-around“ glückte vergangene Spielzeit ESSM Le Portel (Frankreich), das nach einer 17-Punkte-Niederlage im Viertelfinale zu Hause einen 100:81-Erfolg gegen Dinamo Sassari landete. Mit JSF Nanterre (Frankreich) gelang es 2017 überhaupt erst einem Klub, trotz einer Niederlage im Halbfinal-Hinspiel (76:77) noch ins Finale einzuziehen. Das Rückspiel bei den Telekom Baskets Bonn gewannen sie damals 86:81.

    Einer, der vor zwei Jahren im Team der Rheinländer dabei war, ist Florian Koch. Der 26-jährige Flügelspieler erinnert sich nur zu gut an das damalige Aus seines Heimatklubs und mahnt daher vor dem zweiten Aufeinandertreffen mit Varese volle Konzentration an: „Es kommen noch vierzig Minuten, und im Basketball kann alles passieren. Wir müssen so spielen, als würde es 0:0 stehen.“

    Warnende Viertelfinalserien

    Eine Einstellung, die auch Wucherer von seinen Schützlingen einfordert. Der 45-Jährige analysierte zur Vorbereitung auf das Halbfinal-Rückspiel die Liga-Partie der Norditaliener am Wochenende gegen Meister Mailand (84:94). Was er da sah, bestätigte ihn in seiner Einschätzung, dass „Varese eine Mannschaft mit viel Qualität hat. Wir haben uns nahezu ideale Voraussetzungen mit einem tollen Hinspiel geschaffen, aber es ist erst Halbzeit. Ich erwarte, dass Varese gerade im ersten Viertel mit aller Physis und Macht versuchen wird, uns den Rhythmus zu nehmen. Wir werden abermals ein gutes Spiel abliefern müssen.“

    Warnung genug dürfte für seine Schützlinge auch der Verlauf zweier Viertelfinalserien sein, indem sich die vermeintlich klaren Favoriten nach dem Hinspiel am Ende nur mit Ach und Krach durchsetzen konnten: So schaffte es Alba Fehervar, nach einer 63:96-Hinspiel-Pleite bei Unet Holon in eigener Halle, den Rückstand in der regulären Spielzeit aufzuholen. Erst nach Verlängerung mussten sich die Ungarn trotz eines 101:74 in Addition beider Ergebnisse den Israelis geschlagen geben. Und das von Ex-Baskets-Trainer Dirk Bauermann trainierte Pinar Karsiyaka (Türkei) führte bei Dinamo Sassari nach einer 68:87-Heimniederlage zur Halbzeit auf Sardinien mit 52:28, ehe die Italiener einen Gang hochschalteten und am Ende 83:83 spielten.

    „Den Ausgang dieser Begegnungen haben natürlich auch unsere Spieler mitbekommen. Insofern werden wir nicht überheblich, nicht leichtsinnig an die Aufgabe herangehen, sondern extrem fokussiert und uns genauso vorbereiten wie auf das erste Spiel“, sagt Wucherer, der zudem davon ausgeht, dass die unglückliche 94:95-Niederlage nach Verlängerung am Samstag in Ulm keine tieferen Spuren hinterlassen haben wird. „Die Jungs haben das ganz gut verdaut. Jetzt freuen wir uns alle auf Varese.“

    Im zweiten Halbfinale (20.30 Uhr) geht Gastgeber Sassari nach dem 94:89-Hinspielsieg in Holon leicht favorisiert in die Partie.

    Für die Begegnung gibt es noch Karten aller Kategorien ab fünf Euro im Baskets-Online-Shop (www.soliver-wuerzburg.de/tickets) oder an den Abendkassen der s.Oliver Arena, die ab 17.30 Uhr geöffnet sein werden.

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