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    BASKETBALL: BUNDESLIGA MÄNNER

    Die Baskets nähren ihre Play-off-Träume

    Sein Einsatzwille steht ihm ins Gesicht geschrieben: Robin Benzing (am Ball), der sich hier mit den Gießenern Mahir Agva... Foto: Heiko Becker

    Die Erleichterung, die durch die Halle waberte, als der zum wertvollsten Akteur der Partie gekürte Robin Benzing vor den treuesten der Anhänger die Humba anstimmte, war fast greifbar. Im zweiten der vier Spiele gegen direkte Konkurrenten um die Play-off-Ränge in diesem wegweisenden März besiegte Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg die Gießen 46ers mit 96:79 (35:30). Und nach einem wackeligen Start dank einer der besseren Saisonleistungen auch in dieser Höhe (nur gegen Frankfurt siegten die Baskets ebenfalls mit 17 Punkten Vorsprung) absolut verdient. Die Würzburger nähren damit weiter die Play-off-Träume.

    Robin Benzings Analyse

    „Dieser Sieg war enorm wichtig für uns“, sagte Benzing, der mit abermals 24 Punkten erneut treffsicherster Würzburger war, für die außerdem Maurice Stuckey und Kapitän Kresimir Loncar (jeweils 16) sowie Spielmacher Clifford Hammonds (15) zweistellig trafen. „Im Kampf um die Play-offs müssen wir unsere Heimspiele gewinnen“, meinte der Kapitän der Nationalmannschaft: „Es war ein über weite Strecken überzeugender Auftritt von uns.“ Dieser Analyse ist im Grunde nicht allzu viel hinzuzufügen. Nach einem „schlechten Start“, wie Baskets-Trainer Dirk Bauermann sagte, boten seine Mannen in drei Vierteln eine überzeugende Leistung. „Hervorragenden Basketball“, erkannte Bauermann bei den Seinen sogar in den letzten 30 Minuten vor 3009 Zuschauern in der zwar nicht ausverkauften, aber doch mal wieder ziemlich stimmungsvollen Halle.

    Ein wackeliger Start

    Mit dem wiedergenesenen Stuckey, der sich vorvergangenen Sonntag in Frankfurt an der Wade verletzt hatte, starteten die Baskets in die Partie, die vom Sprungball weg hart umkämpft war. Im ersten Viertel allerdings knüpften die Hausherren gleich mal an ihre schwache Wurfquote aus der Begegnung in Frankfurt an: Bei gerade einmal sechs von 21 Versuchen aus dem Feld fand das Spielgerät den Weg durch den Ring, und die Ausbeute bei Würfen aus der Ferne war schlicht unterirdisch: Ganze zwölf Mal versuchten es die Hausherren in den ersten zehn Minuten von jenseits der 6,75-Meter-Linie in Richtung Korb – lediglich Clifford Hammonds traf einmal. Der auch aufgrund seiner angeblichen Fähigkeiten aus der Distanz nachverpflichtete E.J. Singler versuchte sich in den ersten vier Minuten gleich vier Mal aus der Ferne – alles Fahrkarten, vielleicht auch deshalb durfte er dann den Rest der Partie von hinter der Bande aus verfolgen, wenngleich ihn Bauermann hinterher in Schutz nahm: „E.J. ist wahrscheinlich unser bester Werfer, unser wackeliger Start hatte nichts mit ihm zu tun.“

    Wenn eine Mannschaft es so oft von down town versucht oder versuchen muss, spric

    Gießen überraschte die Baskets

    ht das natürlich auch nicht für ein besonders kreatives und einfallsreiches Offensivspiel. Bauermann hatte auch eine Erklärung für das „Geballere“, wie es der 60-Jährige hernach selbstkritisch bezeichnete: „Gießen hat uns mit der Zonenverteidigung überrascht, und wir haben einige Zeit gebraucht, um uns darauf einzustellen.“ Das ist den Würzburgern dann ab Mitte des zweiten Viertels gelungen, als sie sich erinnerten, dass man die Zone unterm Korb durchaus auch betreten darf, um Körbe zu erzielen. Eine 35:30-Halbzeitführung war das Resultat eines nun deutlich verbesserten und variableren Offensivspiels.

    Nach dem Pausentee knüpften die Hausherren dann nahtlos an ihren Auftritt gegen Ende der ersten Hälfte an, ließen die Kugel besser zirkulieren und zogen häufiger in Richtung Korbanlage. Die Folge: Loncar, Lipkevicius und Robin Benzing warfen in den ersten gut drei Minuten der zweiten Hälfte die erste zweistellige Führung heraus: 46:36. Zwar kamen die Hessen zwischenzeitlich noch mal auf vier Zähler heran, aber vor allem Stuckey sorgte dann dafür, dass die Hausherren mit einem eigentlich halbwegs beruhigenden Neun-Punkte-Vorsprung (64:55) in den Schlussabschnitt gingen.

    Die Hausherren blieben cool

    In dem mühten sich die Gäste, bei denen Center John Bryant mit insgesamt 21 Punkten mal wieder herausragender Akteur war, zwar sichtbar, erneut in Schlagdistanz zu kommen, aber die Hausherren ließen sich nicht kirre machen und besannen sich auf eine aggressive Verteidigung und vorne auf gelungenes Team-Basketball, wobei vor allem Hammonds und Stuckey immer wieder prächtig harmonierten. Als dann erst Hammonds mit einem Dreier, dann Stuckey mit zwei Freiwürfen Mitte des letzten Viertels den Vorsprung auf elf Zähler ausgebaut hatten, der Gießener Max Landis zwei Freiwürfe nicht verwandeln konnte und Benzing mit zwei Korblegern zum 83:68 traf, war die Partie entschieden.

    Freude vor dem Treffen mit Bamberg

    „Es war ein wichtiger Sieg heute“, meinte Bauermann noch. „Und es war ein wichtiges Zeichen.“ An die Konkurrenz meinte er wohl. Nächsten Samstag (20.30 Uhr) kommt es für die Baskets bei Titelverteidiger Bamberg zum dritten Kräftemessen mit einem direkten Play-off-Kandidaten hintereinander. Und da wollen sich die Oberfranken bestimmt revanchieren für die erste Niederlage gegen die Baskets überhaupt zum Auftakt dieser Spielzeit. Und die Unterfranken können einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Play-offs machen. „Wir freuen uns auf Bamberg“, meinte Bauermann. Das hat sich in den letzten Jahren kaum einmal ein Baskets-Trainer getraut zu sagen vor dem Franken-Derby.

    tbr, sam

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