• aktualisiert:

    BASKETBALL: BUNDESLIGA, MÄNNER

    Verstärken sich die Baskets noch mal?

    Bamberg-Leihgabe Leon Kratzer (links) war derjenige bei s.Oliver Würzburg, der Gießens Center John Bryant am besten im G... Foto: Heiko Becker

    Montagabendspiele können doch Spaß machen. Zumindest in der Basketball-Bundesliga, und vor allem dann, wenn sie einen derart hohen Unterhaltungswert haben wie jenes zwischen s.Oliver Würzburg und den Gießen 46ers. Wegen zwei Konzerten stand die s.Oliver Arena am vergangenen Wochenende nicht zur Verfügung, so mussten die Baskets zu ungewohnter Zeit auf's Parkett – und untermauerten mit einem starken Auftritt gegen einen direkten Konkurrenten die weiterhin bestehenden Play-off-Ambitionen.

    „Jeder wusste um die Bedeutung des Spiels, für uns zählte nur ein Sieg. Ich bin sehr froh, dass wir mit der richtigen Energie rausgekommen sind und am Ende auch so deutlich gewinnen konnten“, resümierte der wiedergenesene Maurice Stuckey. Der 27-Jährige hatte sich zuletzt beim Gastspiel in Frankfurt bei einem Korbleger nach wenigen Minuten das Kreuzband verdreht. Gegen die Mittelhessen war der Publikumsliebling aber wieder an Bord und einer der Aktivposten im Team.

    96:79 (35:30) hieß es am Ende für die Gastgeber vor 3009 Zuschauern, so viele Zähler hatten die Würzburger in dieser Saison bis dahin noch in keiner Partie erreicht. Gerade in der zweiten Hälfte überzeugten die Hausherren mit flüssigem und variablem Offensivspiel, erzielten 61 Punkte in jenen zwanzig Minuten, die zu den besten in dieser Spielzeit zählen dürften. „Wir haben viel versucht, uns viel vorgenommen und alles gegeben. Aber wenn man auf einen Gegner trifft, der von den Typen und der Mentalität her so auftritt wie Würzburg heute, dann wird es schwer“, erkannte Gäste-Trainer Ingo Freyer die starke Leistung der Baskets an. Sie verteilten insgesamt 27 Korbvorlagen und entschieden das Rebound-Duell gegen die in dieser Kategorie starken Gießener überraschend deutlich mit 42:31 für sich.

    Bryant gut im Griff

    Zudem hatten die Würzburger John Bryant, „einen der besten Spieler in dieser Liga“ (O-Ton Baskets-Cheftrainer Dirk Bauermann), über weite Strecken gut im Griff. Der 2,11 Meter große und 127-Kilogramm schwere US-Center kam zwar am Ende auf 21 Punkte, sieben Rebounds und fünf Assists, doch derart dominant wie in manch anderen Partien trat er in Würzburg nicht auf.

    Sicher auch ein Verdienst von Bamberg-Leihgabe Leon Kratzer. Der 20-Jährige stemmte sich mit allen Kräften gegen den 46ers-Hünen und lieferte seine vielleicht bislang beste Leistung im Baskets-Dress ab. „Er hat individuell die beste Verteidigung gegen ihn gespielt“, lobte Bauermann seinen Nachwuchsmann. „John hat eine unglaubliche Präsenz auf dem Feld, aber wir haben defensiv einen richtig guten Job gegen ihn gemacht“, fand auch Robin Benzing, der 2014 zusammen mit Bryant die deutsche Meisterschaft mit dem FC Bayern gewonnen hatte. Der Nationalmannschaftskapitän war mit 24 Zählern erneut bester Werfer der Partie.

    Transfer noch bis Monatsende möglich

    Auch dank der Heimstärke – der Sieg gegen Gießen war der neunte zu Hause im zwölften Spiel – sind die Chancen auf das Erreichen der Meisterrunde der besten Acht weiter intakt. Personell dürften die Würzburger bis Monatsende noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. Aktuell besetzt der aus dem drittklassigen ProB-Team in den Bundesliga-Kader aufgerückte Miles Jackson-Cartwright die sechste Ausländerposition – und das durchaus überzeugend. Da das Baskets-Farmteam aber noch um den Klassenerhalt kämpft und sich der US-Guard nach seinem fünften Einsatz bei den Baskets festgespielt hätte, gibt es durchaus Überlegungen, noch einmal nachzuverpflichten.

    „Ich glaube, darüber muss man nachdenken. Es gibt Gespräche, aber so richtig Einigkeit besteht da momentan nicht, das muss man auch sagen. Aber ich hoffe, dass wir eine Lösung finden, die der Mannschaft am allermeisten hilft und das Programm weiterbringt“, deutete Bauermann vor Spielbeginn im Gespräch mit Telekom-Basketball-Moderator Stefan Koch an, dass es klubintern offenkundig Unstimmigkeiten darüber gibt, ob überhaupt und wenn ja für welche Position ein Neuzugang weiterhelfen könnte.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!