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    WÜRZBURGER RESIDENZLAUF

    Hitze verdirbt auch Sieger Kiprono die Zeit

    Für zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen sorgte die 30. Auflage des Würzburger Residenzlaufs: 7975 Läuferinnen und Läufer bedeuteten die zweitbeste Teilnehmerzahl. „Mir ist das wurscht, ob wir die 8000er-Marke geknackt haben. Das ist eine Megateilnehmerzahl“, sagte Organisationsleiter Reinhard Peter am Sonntagabend. Mit der Veranstaltung war er zufrieden („das war einer der besten Läufe, den wir bisher hatten“), einzig ein Unfall im Hauptlauf, aufgrund dessen das Handbike-Rennen später begann, weil Verletzte von der Strecke gebracht werden mussten, gab ihm am Abend noch zu denken. „Ich hoffe, dem oder den Verletzten geht es gut. Ich habe keine näheren Informationen bekommen“, sagte Reinhard, der auch nicht genau sagen konnte, was sich zugetragen hatte. Mehrerer kleinere Einsätze gab es für die Sanitäter vor Ort wegen der Hitze – unter der nicht nur die Helfer auf und um den Residenzplatz litten.

    Auch im „Lauf der Asse“ forderten die hohen Temperaturen ihren Tribut: Obwohl er beim Osterlauf in Paderborn mit 27:26 Minuten gezeigt hatte, dass er in der Lage ist, den Streckenrekord von 27:33 (2011) zu knacken, kam Emmanuel Kiprono bei den zehn Kilometern rund um den barocken Pachtbau am Sonntag nicht über 28:14 Minuten hinaus. Ihm folgte sein kenianischer Landsmann Vedic Kipkoech auf Platz zwei (28:16). Er hatte das Feld nach der ersten Runde zunächst mit minimalem Vorsprung angeführt war in der Folge leicht zurückgefallen, Kiprono aber bis zum Ende im Nacken gesessen. Der Äthiopier Ashenafi Moges Weldegiogis holte Rang drei (28:29) vor dem hoch gehandelten Sondre Nordstad Moen (28:44). Der Norweger und schnellste Marathon Läufer Europas war nach einer Lücke während der ersten Runde die ganze Zeit am Spitzentrio drangeblieben. Zufrieden war er mit seiner Leistung dennoch nicht. „Ich war 15 Sekunden langsamer als ich es mir vorgenommen hatte. Ich hoffe, dass ich in zehn Wochen 27:30 laufe“, sagte der 27-Jährige, der in Kenia lebt und trainiert.

    Zu warm für deutsche Meisterin

    Eindeutig zu warm war es der deutschen Marathon-Meisterin Katharina Heinig, die als beste Deutsche in 35:15 Minuten auf Platz sieben ins Ziel kam. „Ich bin absolut kein Hitzeläufer. Dafür ist meine Zeit ganz beachtlich. In den letzten Jahr bin ich bei solchen Temperaturen normalerweise weit über 37 Minuten gelaufen“, zeigte sich Heinig zufrieden. Eine Freundin aus Veitshöchheim hatte sie auf den Residenzlauf aufmerksam gemacht und die 28-Jährige war nicht enttäuscht: „Die Stimmung hier war toll. Das Publikum hat uns getragen. Ich kam mit den Beinen gar nicht hinterher beim Endspurt. Das hat sehr viel Spaß gemacht.“ Im Frauenfeld setzte sich die Äthiopierin Melat Yisak Kejeta (32:36), die für den PSV Grün-Weiß Kassel startet, vor ihrer Landsfrau Hawi Alemu Negeri (33:26) und der Kenianerin Caroline Chepkemoi (33:31) durch.

    Carmen Förster siegt erneut

    Im Hauptlauf lief Lokalmatadorin Carmen Förster allen davon. Obwohl sie nicht zum ersten Mal beim Residenzlauf siegte, war der Podestplatz diesmal etwas ganz besonderes für sie. Über ein Jahr hatte die 44-Jährige aufgrund von Achillesfersenproblemen pausieren müssen, erst Ende Februar stieg sie wieder voll ins Training ein. „Das war wahrscheinlich die schlechteste Zeit, die ich je in einem 10-Kilometer-Lauf hatte“, sagte sie mit Blick auf ihre 43 Minuten – nahm?s aber mit guter Laune und Humor. „Ich bin einfach froh, dass ich überhaupt hier bin. Der Residenzlauf ist der schönste Lauf und ein Heimspiel“, sagte die Mutter zweier Kinder. In zwei Woche will sie beim Take-Net-Fun-Lauf über zehn Kilometer an den Start gehen. Ansonsten hat sie sich für die Saison keine hohen Ziele gesteckt. „Ich lass es einfach mal auf mich zukommen“, sagte sie.

    Ein bitteres Ende fand der Hauptlauf für Sophia Nohner Die junge Frau war als erstes durchs Ziel gelaufen, in 42:04 Minute allerdings zu schnell, um gewertet zu werden. Laut Regularien dürfen Frauen nicht schneller als 43 Minuten und Männern nicht schneller als 37 Minuten lauf – liegen sie darunter, müssen sie im „Lauf der Asse“ starten. Damit wollen die Veranstalter garantieren, dass der Haupt- wirklich ein Volkslauf ist.

    Spannendes Handbike-Rennen

    Keine Zeitbeschränkung gab es beim Handbike-Rennen über 20 Kilometer – dafür jede Menge Spannung. Lange hatte der Däne Kim Klüver Christiansen (32:32) das Feld angeführt, musste sich dann aber in letzter Minute seinem Teamkameraden Vico Merklein geschlagen geben (32:31), der damit seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholte. „Der Wille versetzt Berge“, sagte Merklein, der erst in der letzten von acht Runden seine Aufholjagd gestartet hatte.

    „Am Ende musst du einfach stärker sein als der andere“, so der Paralympicssieger. Für ihn und seine Kameraden war das Rennen in Würzburg, das Teil der Handbike-Trophy ist, vor allem auch eine Vorbereitung auf den Weltcup am kommenden Wochenende. Dritter wurde Johannes Herter vom GC Nendorf (33:48). Lokalmatador Matthias Schuhmacher fuhr auf Rang 15.

    Die wichtigsten Ergebnisse vom 30. Residenzlauf

    Lauf der Asse (10 km)

    Frauen: 1. Melat Yisak Kejeta (Äthiopien) 32:36, 2. Hawi Alemu Negeri (Äthiopien) 33:26, 3. Caroline Chepkemoi 33:31, 4. Cynthia Jerop (Kenia) 33:57, 5. Sylvia Mmboga Medugu 34:17, 6. Mary Wangari Wanjohi 35:04, 7. Katharina Heinig 35:15 (Frankfurt), 8. Hanne Verbruggen 35:22 (Belgien), 9. Lisa Oed 35:24 (Hanau Rodenbach), 10. Brendah Kebeya 36:16 (Bamberg), 11. Juliane Trotzke 36:49 (Würzburg), ... , 13. Sandra Eltschkner 36:51(Würzburg), 14. Laura Zimmermann 38:57 (Würzburg), 15. Katja Fischer 39:06 (Pliezhausen), 16. Mirjam Maasberg 44:45 (Münchberg).

    Männer: 1. Emmanuel Kiprono 28:14 (Kenia), 2. Kipkoech Vedic 28:16 (Kenia), 3. Ashenafi Moges Weldegiogis 28:29 (Kenia), Sondre Nordstad Moen 28:44 (Norwegen), 5. Samson Amare 28:58 (Eritrea), 6. Japhet Korir 29:03 (Kenia), Ezekiel Kemboi 29:10 (Kenia), 7. Ezekiel Kemboi 29:10 (Kenia), 8. Dominik Mibei (Kenia) 29:21, 9. Mengistu Zelalem Gezahagn 29:48 (Äthiopien), 10. Terefe Seifu Amuma 30:11 (Äthiopien), ... , 12. Stefan Koch 30:34 Osnabrück, ... , 18. Lorenz Baum 32:10, 19. Joseph Katib 32:20 (Fürth), 20. Florian Totzauer 32:31 (Pliezhausen), 21. Peter Obenauer 32:52 (Tübingen), 22. Paul Snehotta 32:53 (Konstanz), 23. Julius Hild 33:20 (Hanau Rodenbach), 24. Michael Schramm 33:50 (Tübingen), 25. Leonardo Ortolano 34:04 (Würzburg), 26. Filimon Habtemikael 34:13 (Karlstadt-Gambach-Lohr), 27. Thomas Tietz 36:09 (Bad Mergentheim), 28. Alexander Kerber 36:09 (Augsburg), ... , 31. Michael Wetteskind 36:30 (Schweinfurt), ... , 33. Tobias Schneider 36:52 (Kitzingen), ... , 35. Maximilian Fleischmann 38:21 (Iphofen), 36. Johannes Edelmann 38:54 (Schweinfurt), ... , 38. Ludwig Schraud 39:21 (Karlstadt-Gambach-Lohr).

     

    Hauptlauf (10 km)

    Frauen: 1. Carmen Förster 43:00 (Würzburg), 2. Katharina Scholl 43:41 Schweinfurt. 3. Anneka Döhla 43:51 (Würzburg). 4. Laura Sehring 44:44, 5. Julia Lieb 45:12 (Würzburg), 6. Julia Fischlein 45:27, 7. Natalie Kretzschmar 45:52 (Niederlande), 8. Birgit Thoss 45:52, 9. Sarah Lenz 46:08, 10. Christina Herzich 46:12.

    Männer: 1. Lucas Rettenmeier 37:00, 2. Jakob Lauerer 37:03, 3. Christian Öhm 37:07, 4. Dominik Herold (SC Oberursel) 37:44, 5. Lukas Zweck (Regensburg) 37:53, 6. Olaf Wickenhöfer 37:57, David Kessie (37:57), 8. Joel Seeger (Würzburg), 38:35, 9. Oliver Bremer (TG Kitzingen) 38:40, 10. Jochen Meckelein (TSV Uettingen) 38:55.

     

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