• aktualisiert:

    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Rimpar gegen Gummersbach: Trainer sprechen von Spitzenspiel

    Ceven Klatt und Torge Greve im Doppelinterview: Was sie am Samstag erwarten, wer gewinnt und welchen Stellenwert Handball für sie im Vergleich zur Familie hat.
    Gummersbachs Trainer Torge Greve (hier noch als Coach des VfL Lübeck-Schwartau 2018) erwartet gegen Rimpar ein kniffliges Auswärtsspiel.  Foto: Frank Scheuring

    DJK Rimpar Wölfe (8./22:16) gegen VfL Gummersbach (4./25:13): etablierter Zweitligist gegen wiederaufstrebenden Erstliga-Absteiger, drittbeste gegen beste Abwehr der Liga, Ceven Klatt (36) gegen Torge Greve (44). Nach Rimpars 27:26-Krampfsieg gegen Krefeld sowie Gummersbachs 27:12-Kantersieg gegen Greves Ex-Klub Lübeck-Schwartau und vor dem reizvollen Duell gegeneinander - in dem Defensivspezialist Philipp Meyer auf der einen und der österreichische Torjäger Alexander Hermann auf der anderen Seite verletzt fehlen werden - beantworteten die beiden Trainer und verheirateten Väter von je zwei Kindern unabhängig voneinander die gleichen Fragen.  

    Frage: Wenn Sie an den Gegner denken, denken Sie...

    Ceven Klatt: ...an einen der traditionsreichsten Handballklubs mit großen Namen wie Heiner Brand und beeindruckenden Siegen wie gegen Kiel. Man kann Gummersbach nur wünschen, dass es für den Verein nach schwierigen Jahren wieder in diese Richtung zurückgeht.  
    Torge Greve: ...natürlich an das aus Schwartauer Sicht legendäre letzte Saisonspiel 2016, als Rimpar durch unseren Sieg den Aufstieg verpasste. Aber auch an viele andere enge Spiele und eine sympathische Mannschaft, zu der aus Respekt heraus über die Jahre eine gewisse Verbundenheit entstanden ist.  

    Am Samstag erwartet Ihre Mannschaft... 

    Klatt: ...ein Topduell gegen eine Topmannschaft mit internationaler Erfahrung, individueller Klasse, einem wurfstarken Rückraum um Janko Bozovic und einer physisch starken Abwehr.
    Greve: ...aufgrund der Heim- und Abwehrstärke der Wölfe nicht nur eines der schwersten Auswärtsspiele der Saison. Da hinter Rimpar die tabellarische Schere aufgeht, ist es auch ein Spitzenspiel. 

    Rimpars Trainer Ceven Klatt erwartet mit Gummersbach eine Topmannschaft der zweiten Handball-Bundesliga. Foto: foto2press/Frank Scheuring
    Nach 50 Minuten steht es...

    Klatt: ...18:18.
    Greve: ...hoffentlich positiv für uns - oder so, dass das Spiel noch offen ist. 

    Und nach 60 gewinnt Ihre Mannschaft, weil...

    Klatt: ...wir in der Vergangenheit gezeigt haben, dass wir gerade knappe Spiele hintenraus gewinnen und mit den Fans ein Plus auf unserer Seite haben.
    Greve: ... wir ein Tor mehr geworfen haben. 

    Mit einem Sieg würde Rimpar den Kontakt zur erweiterten Spitze halten, vielleicht sogar ins obere Tabellendrittel vorstoßen. Gummersbach würde im Erfolgsfall oben dran bleiben, vielleicht sogar auf einen Aufstiegsplatz springen. Eine Niederlage für Ihre Mannschaft wäre...

    Klatt: ...auch gegen Gummersbach in der aktuellen Situation schade, weil dann unsere Serie - seit Ende November sind  wir zu Hause ungeschlagen - reißen würde.
    Greve: ...kein Beinbruch, aber ein Rückschlag auf dem Weg zum erhofften Wiederaufstieg. Wenn wir zurück in die erste Liga wollen, müssen wir auch solche kniffligen Auswärtsspiele gewinnen.

    Ceven, Sie sind im Sommer wegen Ihres Trainerjobs mit Ihrer Familie von Nordrhein-Westfalen nach Unterfranken gezogen. Torge, Sie haben diese Woche bekanntgegeben, dass Sie Ihren Vertrag in Gummersbach nicht verlängern werden, weil die Distanz zu Ihrer Familie in Kiel auf Dauer zu groß ist. Bitte vervollständigen Sie beide: Familie ist im Vergleich zu Handball...

    Klatt: ...wichtiger und steht an erster Stelle in meinem Leben.
    Greve: ...mindestens eine Stufe wichtiger. Ich gebe zu: In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Handball ist mein ständiger Lebensbegleiter, seit ich sechs Jahre alt bin. Ich habe selbst lange gespielt und bin leidenschaftlich Trainer. Mit Gummersbach war ich in der ersten Liga - da, wo man auch als Trainer hin will. Es fällt mir nicht leicht, erst mal aufzuhören und im Sommer als Mathe- und Sportlehrer zurück in den Schuldienst zu gehen, wenn die Bundesliga die Vorbereitung auf die neue Saison aufnimmt. Das wird sicherlich ein Kulturschock. Aber ich habe meine Frau und Söhne (8 und 2, Anm. d. Red.) nur noch im Zwei-Wochen-Rhythmus und in den Ferien gesehen, der ganze Alltag ging an mir vorbei. Ich schließe nicht aus, dass wir irgendwann wie Ceven und seine Familie wegen eines Trainerjobs aus Schleswig-Holstein wegziehen, aber dann muss alles passen. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Fall. Ich bleibe offen für spannende Handballprojekte, aber erst mal geht jetzt das Wohl der Familie vor. 

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!