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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA

    Rimpar holt frühen Rückstand nicht mehr auf

    DKB 2. Handball-Bundesliga, DJK Rimpar Wölfe - TV Emsdetten
    Lange Gesichter bei den Rimparer Spielern nach dem Abpfiff: (von links) Andreas Wieser, Lukas Siegler, Philipp Meyer und Patrick Schmidt. Foto: Frank Scheuring/Foto2press

    DJK Rimpar Wölfe - TV Emsdetten 21:23 (11:15)

    Sie wollten das Feld zum Ende des Jahres von hinten aufrollen, doch erst mal treten die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe auf der Stelle. Nichts war's mit dem ersehnten Erfolg über den TV Emsdetten, nichts mit dem dritten Heimsieg in Serie und nichts mit dem möglichen Vormarsch ins Tabellenmittelfeld. Stattdessen verloren die Unterfranken am Dienstagabend das Duell der direkten Konkurrenten gegen die Münsterländer mit 21:23 (11:15) und kommen damit weiter nicht aus dem Tabellenkeller.

    Während DJK-Coach Matthias Obinger auf der Pressekonferenz nach dem Nachholspiel einräumen musste, dass „Kampf bei uns in der ersten Halbzeit nicht existent war“, sagte TVE-Trainer Daniel Kubes: „Das war von unserer Seite Kampf pur. Ich bin mega, mega glücklich.“

    Beim Wiedersehen mit ihrem früheren Torwart Konstantin Madert erwischten die Wölfe vor laut Vereinsangaben 1312 Zuschauern – neuer Saisonnegativrekord - einen kapitalen Fehlstart. Weder fanden sie zunächst ein Mittel gegen die gemessen an der Anzahl an Gegentoren schlechteste Abwehr der Liga, noch bekamen sie einen Zugriff auf den Angriff, der zu den gefährlichsten gehört. Erst nach acht Minuten gelang Kreisläufer Michael Schulz mit einem Heber über Madert das erste DJK-Tor zum 1:3. Doch die Emsdettener, die mit nur neun Feldspielern angereist waren, kamen weiter zu einfachsten Treffern. Nach zwölf Minuten nahm Obinger die erste Auszeit, nach 16 bereits die zweite. Da lag sein Team mit 3:10 hinten.

    Siebter Feldspieler bringt Rimpar zurück

    Der 38-Jährige zog seinen liebsten Taktikjoker und brachte den siebten Feldspieler mit Benjamin Herth. „Das hat uns zurückgebracht“, bemerkte der Mittelmann – „der Anfang ging gar nicht.“ Während das Offensivspiel dadurch belebt wurde, wirkte die Defensive zunächst weiter verschlafen und ging die Gäste zu spät oder zu langsam an – oder beides. Erst als sich das gegen Ende der ersten Halbzeit änderte und die Gastgeber ihre Gegner früher störten, kamen sie zu Balleroberungen und verkürzten so den Rückstand nach und nach. Hätten Schulz und Patrick Gempp die beiden Tempogegenstöße vor dem Seitenwechsel verwandelt, wären die Wölfe bis auf zwei Tore rangekommen. So ging es beim Stand von 11:15 in die Kabinen – und danach erst mal genauso weiter wie davor.

    Erst scheiterte Benedikt Brielmeier frei an seinem Kumpel „Konsti“ Madert, dann Max Bauer. Im DJK-Kasten parierte jedoch auch Max Brustmann drei Würfe in Folge und verhinderte, dass Emsdetten wieder auf und davon zog. Die Rimparer verkürzten zwar später auf einen Treffer (17:18, 46.), brachten sich jedoch durch dumme Ballverluste, Fehlpässe und Stürmerfouls um die Möglichkeit, zum Ausgleich zu kommen. Zwölf technische Fehler waren es summa summarum.

    An zwei Dingen gescheitert

    Der TVE kassierte noch eine Zweiminutenstrafe gegen die Bank, weil Kubes sich zu lautstark über eine seiner Meinung nach falsche Schiedsrichterentscheidung beklagte, und eine Rote Karte gegen Karl Toom (53.), der Brielmeier im Sprung in den Wurfarm gegriffen hatte, doch aus all dem schlugen die Wölfe kein Kapital. Stattdessen veranstalteten sie auch noch weiter ihr Fehlwurffestival. 19 Chancen ließen sie insgesamt liegen, davon allein jeweils drei Brielmeier und Bauer, der noch zwei weitere Konter verwarf. Das bestraften die Gäste, die sich weniger Patzer leisteten. Sie setzten sich vorentscheidend auf wieder vier Tore ab (18:22, 54.) und nahmen verdient beide Punkte mit.

    „Wir sind an zwei Dingen gescheitert“, resümierte Obinger: „An der katastrophalen ersten Halbzeit, in der wir uns von Misserfolgen sofort haben verunsichern lassen, und an den Unzulänglichkeiten in der zweiten Halbzeit, als die Jungs zwar gezeigt haben, dass sie das Kämpfen nicht verlernt haben, aber schlicht die Klasse im Torwurf gefehlt hat.“

    Nächstes Kellerduell an der Nordsee

    Im Jahresendspurt geht es Schlag auf Schlag weiter für die Wölfe. Am Samstag führt sie ihr letzter Auswärtsauftritt 2018 an die Nordsee zum Kellerduell beim Wilhelmshavener HV, bevor sie dann mit den beiden Weihnachtsheimspielen gegen den TV Hüttenberg (22. 12.) und TuSEM Essen (26. 12.) das Jahr beschließen. Noch drei Gelegenheiten, das Feld von hinten aufzurollen.

    Die Statistik des Spiels

    Rimpar: Brustmann (1. – 60.), Wieser (bei einem Siebenmeter) – Böhm, Karle, Gempp 2, Schmidt 1, Kaufmann 2, Siegler 1, Meyer, Bauer 2, Schulz 3, Backs 2, Brielmeier 1, Herth 7/4, Sauer.

    Emsdetten: Ferjan (45. – 53.), Madert 1 (1. – 44., 54. – 60.) – Franke, Terhaer 2, Toorn, Kolk 3, Dräger 3, Holzner 3, Smits 6, Wesseling, Bozovic 5.

    Spielfilm: 0:3 (6.), 1:3 (8.), 3:5 (10.), 3:11 (16.), 6:14 (22.), 9:14 (25.), 11:15 (Halbzeit), 13:15 (35.), 14:17 (41.), 16:18 (45.), 17:18 (46.), 18:19 (48.), 18:22 (54.), 21:23 (Endstand).

    Siebenmeter: 4/5 : 3/4.

    Zeitstrafen: 3:3.

    Rot: Toom (Emsdetten, 53., grobes Foul; Wesseling (Emsdetten, 60., drei Zeitstrafen).

    Schiedsrichter: Andreas Briese/Kim Von der Beeck (Köln).

    Zuschauer: 1312.

    DJK Rimpar Wölfe – TV Emsdetten 21:23  
    1. (1.) HSC Coburg 17 13 1 3 492 : 424 27 : 7  
    2. (2.) HBW Balingen-W. 17 13 1 3 500 : 446 27 : 7  
    3. (3.) TUSEM Essen 17 11 1 5 528 : 496 23 : 11  
    4. (4.) TuS Ferndorf 17 11 1 5 437 : 414 23 : 11  
    5. (5.) TuS N-Lübbecke 17 10 2 5 484 : 437 22 : 12  
    6. (6.) HSG Nordhorn/Lingen 17 10 2 5 473 : 434 22 : 12  
    7. (7.) ASV Hamm/Westfalen 17 9 2 6 449 : 428 20 : 14  
    8. (8.) VfL Lübeck-Schwartau 17 10 0 7 418 : 403 20 : 14  
    9. (9.) EHV Aue 17 7 3 7 483 : 490 17 : 17  
    10. (11.) TV Emsdetten 17 8 1 8 488 : 516 17 : 17  
    11. (10.) TV Hüttenberg 17 6 4 7 442 : 436 16 : 18  
    12. (12.) VfL Eintracht Hagen 17 7 1 9 439 : 458 15 : 19  
    13. (13.) HSV Hamburg 17 7 0 10 452 : 459 14 : 20  
    14. (16.) Dessau-Roßlauer HV 17 4 5 8 425 : 449 13 : 21  
    15. (14.) DJK Rimpar Wölfe 17 6 1 10 412 : 436 13 : 21  
    16. (15.) Bayer Dormagen 17 6 1 10 462 : 491 13 : 21  
    17. (17.) HC Elbflorenz 17 5 2 10 414 : 437 12 : 22  
    18. (18.) HV Wilhelmshaven 17 5 2 10 458 : 506 12 : 22  
    19. (19.) TV Großwallstadt 17 4 3 10 470 : 490 11 : 23  
    20. (20.) HC Rhein Vikings 17 1 1 15 397 : 473 3 : 31  

     

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