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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Rimparer Wölfe: Gelungener Start, gelungenes Trainerdebüt

    2. Handball-Bundesliga - 2019/2020 - TuS-N-Lübbecke vs. DJK Rimpar Wölfe
    Freude nach dem Schlusspfiff in Lübbecke: Rimpars Handballer (von links) Michael Schulz, Patrick Schmidt und Benedikt Brielmeier bejubeln ihren Punktgewinn. Foto: Noah Wedel

    2. Bundesliga, Männer

     

    VfL Gummersbach – TUSEM Essen 25:25  
    TuS N-Lübbecke – DJK Rimpar Wölfe 23:23  
    HSG Krefeld – VfL Lübeck-Schwartau 16:24  
    HSC Coburg – TV Emsdetten 26:22  
    TuS Ferndorf – HSV Hamburg 21:28  
    TV Hüttenberg – HSG Konstanz 24:23  
    Bayer Dormagen – EHV Aue 35:25  
    SG Bietigheim – ASV Hamm/Westfalen 18:27 HC Elbflorenz – ThSV Eisenach 28:26

     

     

    TuS N-Lübbecke – DJK Rimpar Wölfe 23:23 (10:13)

    In dem Satz, den Emir Kurtagic am Samstagabend so beiläufig wie eine Selbstverständlichkeit aussprach, steckt viel Wahrheit. „Rimpar präsentiert seit Jahren einen guten Handball in der Liga“, sagte der neue Trainer des TuS N-Lübbecke nach dem 23:23 (10:13) gegen die DJK Rimpar Wölfe. Daher würde es den Unterfranken auch nicht gerecht werden, wenn man sich allzu sehr über ihren Punktgewinn in Ostwestfalen wunderte. Doch ein wenig überraschte er schon. „Hätte mir vor dem Spiel jemand den Punkt angeboten – ich hätte unterschrieben“, gestand Ceven Klatt. Er sah nach seinem ersten Zweitliga-Einsatz als neuer DJK-Coach deutlich zufriedener aus als sein Kollege, der mit dem Ex-Erstligisten oben mitspielen soll und will. In einem waren sich die beiden einig: Es war ein gerechtes Unentschieden. Für Klatt ein gelungenes Debüt, für die Wölfe ein gelungener Saisonstart.

    Blindes Verständnis

    Dabei zeigte sich neben neuen Impulsen, worauf sich die Rimparer nach Jahren des Zusammenspiels verlassen können: auf einander. Auf blindes Verständnis und abrufbare Automatismen. So wie in den spannenden Schlussminuten.

    Auf der Anzeigentafel in der Merkur Arena leuchtete ein 23:21 (56.). Die Gastgeber, die nach langem Rückstand erst in der 48. Minute erstmals wieder in Führung gegangen waren (19:18), hatten die nun lautstarken knapp 1200 Zuschauer in der Halle hinter sich. Klatt, der für den Showdown seine erste Sechs zurück aufs Feld beordert hatte, nahm seine dritte Auszeit. Und brachte den siebten Feldspieler. Es gibt vermutlich keine andere Mannschaft in der Liga, die diese Taktik in den vergangenen Jahren so häufig und so erfolgreich praktiziert hat wie Rimpar. Und sie ging auch diesmal auf. Zweimal kam der Ball zu Patrick Gempp an den Kreis, zweimal überwand er TuS-Torwart Peter Tatai und tütete den Gästen damit den einen Punkt ein. „Ich war sehr froh, dass die reingegangen sind“, sagte der 23-jährige Kreisläufer erleichtert.

    Agile, aggressive Abwehr

    Dass es lange Zeit sogar nach zwei Zählern für die Wölfe ausgesehen hatte, war ihrer direkt nach dem Abpfiff noch etwas verhaltenen Freude anzumerken. „Vom Spielverlauf her hätten wir vielleicht noch einen Punkt mehr holen müssen“, meinte Schmidt, dennoch „glücklich“. Nach ausgeglichenem Anfang (7:7, 18.) – beide Mannschaften nahmen sich ihr Tempospiel weitgehend weg – hatte sein Team zur Pause mit 13:10 geführt. „Wir wollten genau das machen, was wir hier schon beim letzten Mal richtig gemacht haben“, erklärte der Kapitän in Erinnerung an den 27:20-Sieg aus der zurückliegenden Runde: „Emotion und Kampf an den Tag legen.“

    Das gelang den Wölfen in der ersten Halbzeit vor allem in ihrer ebenso agilen wie aggressiven Abwehr bravourös. Einen „leidenschaftlichen und sehr disziplinierten“ Auftritt attestierte Klatt seinen Schützlingen, die den stark besetzten Rückraum von Nettelstedt-Lübbecke inklusive des tschechischen Nationalspielers Roman Becvar als neuen umtriebigen Strippenzieher gut im Griff hatten. Nur zehn Gegentore in 30 Minuten sprechen für sich. „Es war heute sehr anstrengend“, gestand Philipp Meyer, der im Innenblock mit Michael Schulz und Gempp gerackert hatte. „Aber die Vorfreude hat es wettgemacht. Wir waren alle heiß auf die Partie. Da kommt man erst in der Pause zum Durchatmen und merkt, wie k.o. man ist.“

    Einfache Gegentore

    Nach dem Seitenwechsel ließ die Konsequenz der Rimparer gegen aufkommende Lübbecker zwischenzeitlich nach. Vor allem Jo Gerrit Genz im rechten Rückraum und Linksaußen Jan-Eric Speckmann verluden ihre Gegner ein ums andere Mal und kamen zu einfachen Treffern. Doch die Gäste stabilisierten sich wieder. „Wenn man spürt, dass man hier Punkte mitnehmen kann, geht die Erschöpfung weg, und das Adrenalin kommt“, so Meyer. In dem Wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können, blieben die Wölfe cool bis zum Schluss.

    Mit Selbstvertrauen können sie nun nächsten Sonntag ins zweite von drei Auswärtsspielen zum Auftakt gehen. Beim Aufsteiger HSG Krefeld sollte der gute Handball, den sie seit Jahren in der Liga präsentieren, der bessere sein.


    Die Statistik des Spiels

    Nettelstedt-Lübbecke: Tatai (1.-60.), Jepsen (n.e.) – Becvar 3, Genz 5/1, Walczak, Bechtloff, Gierak, Bagaric, Strosack 4, Mundus, Spohn 2, Schade 1, Orlowski, Speckmann 7.

    Rimpar: Brustmann (1.-60.), Wieser (n.e.) – Schömig 3, Böhm, Karle 1, Gempp 2, Schmidt 2, Kaufmann 1, Siegler 2, Meyer, Schulz 3, Backs 1, Brielmeier 3, Herth 1/1, Sauer 4.

    Spielfilm: 1:2 (6.), 3:2 (8.), 5:5 (15.), 7:10 (24.), 10:13 (Halbzeit), 12:13 (35.), 14:15 (44.), 18:18 (48.), 21:21 (53.), 23:21 (56.), 23:23 (Endstand).

    Siebenmeter: 1/3 : 1:2.

    Zeitstrafen: 5:5.

    Schiedsrichter: Andreas Briese/Kim Von der Beeck (Köln).

    Zuschauer: 1182.

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