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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Rimparer Wölfe: Jahresauftakt mit einem Jubiläum

    Gegen Schlusslicht Krefeld ist im 250. Zweitliga-Spiel ein Sieg Pflicht. Ein kurzer Rückblick auf fünf besonders in Erinnerung gebliebene Ereignisse seit dem Aufstieg 2013.
    Trainer Ceven Klatt und die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe freuen sich auf die zweite Saisonhälfte. Foto: Silvia Gralla

    2. Bundesliga, Männer
    DJK Rimpar Wölfe - HSG Krefeld
    (Samstag, 19.30 Uhr, s.Oliver Arena)

    Jahresauftakt mit einem Jubiläum: In ihrem 250. Spiel in der zweiten Bundesliga empfangen die Handballer der DJK Rimpar Wölfe (8./20:16) an diesem Samstag die HSG Krefeld (18./2:34). Der Aufsteiger ist auch der mutmaßliche Absteiger: Mit nur einem Sieg aus der Vorrunde stehen die selbsternannten "Eagles" (Adler) vor der zweiten Rückrundenpartie abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. "Das ist eine Pflichtaufgabe für uns, da brauchen wir nicht drumrumzureden", sagt DJK-Trainer Ceven Klatt. "Jeder erwartet einen Sieg von uns - wir auch."

    Dass die Fallhöhe freilich groß ist, zeigte das Hinspiel am Niederrhein: Nach starker erster Halbzeit und einer 14:8-Führung zur Pause gewannen die Unterfranken am Ende glücklich mit 20:19. "Dadurch sind wir gewarnt", versichert Klatt.

    "Jeder erwartet einen Sieg von uns - wir auch."
    Ceven Klatt, Trainer der DJK Rimpar Wölfe

    Zumal Krefeld vor und während der Winterpause auf die sportliche Talfahrt reagiert hat: Mitte Dezember entließ der Klub seinen isländischen Coach Arnar Gunnarsson. Co-Trainer Felix Linden übernahm mit Unterstützung von Kapitän Tim Gentges. Im Januar verpflichtete die HSG dann noch ein hoffnungsvolles Talent: Sven Eberlein (19), bei der SG Flensburg-Handewitt ausgebildeter Halblinker, kam von Ligarivale Bayer Dormagen, Spielpraxis mit Zweitspielrecht sammelte er bei Klatts Ex-Verein, Drittligist Rhein Vikings Neuss. In der Vorbereitung machte Eberlein als treffsicherer Werfer auf sich aufmerksam und verstärkt den Rückraum. Dort spielen auf der rechten Seite mit Kevin Christopher Brüren und auf der Mitte mit Simon Ciupinski die Toptorjäger. Eine weitere Veränderung gab es im System: Linden stellte die Abwehr von 5:1 auf 6:0 um. 

    Zufrieden mit der Vorbereitung ist auch Klatt: "Wir hatten ein gelungenes Trainingslager mit guten Testspielgegnern, das schöne Freundschaftsspiel gegen die Italiener, haben uns beim Turnier in Öhringen vielversprechend verkauft und athletisch Fortschritte gemacht. Alle sind fit und wollen die Serie weiter ausbauen." Zu Hause hat Rimpar seit vier Spielen nicht mehr verloren.

    Die Bedeutung des Jubiläumsspiels kommentiert Klatt pragmatisch: "Das Einzige, was es aussagt ist, dass Rimpar längst ein etablierter Zweitligist ist." Der seit dem Aufstieg 2013 übrigens nie in ganz akute Abstiegsnot geriet.

    Ein kurzer Rückblick auf fünf besonders in Erinnerung gebliebene Ereignisse aus 250 Partien seit dem Aufstieg der DJK Rimpar Wölfe im Jahr 2013: 

    Der erste Sieg: Acht Spieltage lang musste der spätere "Drinbleiber" als Aufsteiger in seiner Premierensaison auf den ersten doppelten Punktgewinn warten: das 28:21 am 20. Oktober 2013 gegen den TV Hüttenberg. Ein besonderer Erfolg in der Vereinsgeschichte.  

    Der Schlüsselsieg: So nannte der damalige Trainer Jens Bürkle das 28:25 bei seinem Heimatverein TVB Bittenfeld am 10. November 2013: „Dieser Sieg war für unsere Moral enorm wichtig, weil er uns den Glauben gegeben hat, gegen jeden Gegner gewinnen zu können.“ 

    Der Senkrechtstart: Mit ihrem siebten Sieg in Serie, dem 19:18 bei Eintracht Hildesheim am 5. Oktober 2014, hielten sich die Wölfe in ihrer erst zweiten Spielzeit nicht nur an der Spitze. Gemeinsam mit Verfolger SC DHfK Leipzig stellten sie damals auch einen Startrekord für die eingleisige zweite Liga auf.

    Der emotionalste Erfolg: Mit dem dramatischen 31:30 im Topduell über den TV Hüttenberg am 3. Juni 2017 eroberte Rimpar am vorletzten Spieltag Rang zwei und klopfte erstmals in der Klubhistorie an die Tür zur ersten Liga. 

    Die schmerzvollste Niederlage: Das bittere 29:31 eine Woche später beim VfL Lübeck-Schwartau bleibt unvergessen. Drei Törchen fehlten den Wölfen mit ihrer goldenen Generation und ihrem einheimischen Trainer Matthias Obinger im Saisonfinale am 10. Juni 2017 zum Bundesliga-Aufstieg. "Der Schmerz ist unbeschreiblich", sagte Gallionsfigur Sebastian Kraus danach. 

    Das Serienende: Mit 20:23 verlor Rimpar am 11.11.2018 im elften Frankenderby erstmals gegen seinen ewigen Regionalrivalen HSC 2000 Coburg. Nach zuvor sieben Siegen und drei Unentschieden wurde damit eine nun schon drei Niederlagen dauernde neue Serie eingeläutet. 

    Rimparer Wölfe: Wer bleibt, wer geht, wer kommt?
    Nach Bekanntgabe des ersten Ab- und Zugangs für die kommende Saison - Tilman Pröhl (VfL Eintracht Hagen) ersetzt Patrick Gempp (HSG Wetzlar) als Kreisläufer - sind mit Wiederaufnahme des Ligabetriebs auch weitere Personalnews bei den Rimparer Wölfen zu erwarten. Noch ist kein Torwart-Nachfolger für den im Sommer seine Karriere beendenden Max Brustmann präsentiert, obwohl es heiße - und namhafte - Kandidaten geben soll. Die Verträge von Andreas Wieser, Benjamin Herth, Benedikt Brielmeier, Lukas Böhm, Fin Backs und Michael Schulz laufen aus, Lukas Siegler hat eine Ausstiegsklausel, von der er Gebrauch machen könnte. Als größte Wackelkandidaten gelten der von MT Melsungen ausgeliehene Linksaußen Backs und der 34-jährige Spielmacher Herth. Bei allen anderen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie über die Saison hinaus bleiben.

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