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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Rimparer Wölfe behalten in Krefeld die Nerven

    Vier Versuche, vier Tore: Rimpars Kreisläufer Michael Schulz (am Ball) war in Krefeld (hinten Dorian Woestmann) Mister Hundertprozent. Foto: Mathias M. Lehmann

    HSG Krefeld – DJK Rimpar Wölfe 19:20 (8:14)

    Rimpars Zweitliga-Handballer haben nach ihrem Auftakt-Remis am frühen Sonntagabend bei der HSG Krefeld den ersten Saisonsieg gelandet. Die Wölfe setzten sich beim Aufsteiger vor nur 612 Zuschauern in der Glockenspitzhalle nach einer starken ersten Hälfte am Ende glücklich mit 20:19 (14:8) durch.

    Klatt mit Sohn bei den Kickers

    Sein Sporterlebnis vom Samstag hatte Ceven Klatt wenig Anschauungsunterricht fürs Gewinnen geboten. Da besuchte Rimpars neuer Trainer mit seinem Sohn das Heimspiel des Fußball-Drittligisten FC Würzburger Kickers gegen den FSV Zwickau. Die Rothosen unterlagen nach dürftiger Leistung mit 0:2. Klatt sagte hernach im Fan-TV der "Main-Post": "Wir hatten trotzdem unseren Spaß."

    Nur sechs Rimparer Tore in Halbzeit zwei

    Tags darauf war der 36-Jährige dann in der Seidenstadt Krefeld selbst an der Seitenlinie gefordert – und hatte im zweiten Abschnitt wohl keinen Spaß mehr. Denn da musste Klatt mit ansehen, wie seine Sieben ihren 14:8-Halbzeitvorsprung zu leichtfertig hergab. Den Grün-Weißen gelangen im zweiten Durchgang nur noch sechs eigene Treffer. "Das ist zu wenig. Da brauchen wir nicht um den heißen Brei herumzureden. Am Ende lassen wir es viel zu knapp werden ", erklärte der gebürtige Brandenburger nach seinem ersten Pflichtspielsieg in neuer Rolle.

    Drei verworfene Siebenmeter

    Unter anderem waren Benjamin Herth, Lukas Siegler und Patrick Schmidt der Reihe nach vom Siebenmeterpunkt am hervorragend haltenden HSG-Torwart Norman Toth gescheitert. Die Treffsicherheit vom Punkt war schon in den vergangenen beiden Jahren ein großes Manko der Wölfe gewesen. Auch mit der offensiven 5:1-Deckung der HSG kamen die Rimparer irgendwie nicht mehr so zurecht wie noch vor der Pause. Kurzum: Die Krefelder witterten Morgenluft am Abend. "Da hat man plötzlich gemerkt, dass noch viel Aufstiegseuphorie da ist", fand Klatt.

    Starke Kreisläufer

    Vor allem HSG-Kreisläufer Dominic Luciano – der seinem ebenfalls starken Gegenüber Michael Schulz in nichts nachstand – kam nun immer wieder erfolgreich zum Abschluss. Er besorgte den zwischenzeitlichen 18:18-Ausgleich in der 57. Minute. Und Luciano war es auch, der einen von Max Brustmann klasse im Eins gegen Eins abgewehrten Ball in der Luft in Volleyball-Manier zum 19:18 für Krefeld in die Maschen schmetterte (58.). Es war die erste Führung der selbsternannten Eagles (Adler) am Ende der zweiten Partie im Handball-Unterhaus. Doch sie sollte ihnen zu nichts Zählbarem reichen.

    Benedikt Brielmeier gelingt der Siegtreffer

    Klatt zog seine letzte Auszeit. Im folgenden Angriff kam der Ball spät zu Julian Sauer auf Rechtsaußen, der zwei Minuten vor dem Ertönen der Schlusssirene das 19:19 erzielte. Jetzt wurde es bei den heißen Temperaturen in der Halle so richtig spannend. Die Hausherren spielten zunächst die Zeit herunter, ehe wiederum der neue isländische HSG-Trainer Arnar Gunnarsson seine Jungs zur Kurzzeit-Besprechung bat. Doch ein verstecktes Kreisanspiel der Krefelder funktionierte anschließend nicht, so dass Benedikt Brielmeier im Gegenzug den Siegtreffer für die Wölfe erzielen konnte. Der Aufsteiger hatte nur noch wenige Sekunden Zeit, der letzte Abschluss wurde zur sicheren Beute von Brustmann.

    Gelungener Saisonstart

    Kollektives Aufatmen, auch bei Klatt: "Dass wir früh in der zweiten Hälfte zwei Zeitstrafen bekommen und der Gegner schnell auf zwei Treffer herankommt, darf uns nicht so beeindrucken. Das Positive ist neben unserer Leistung im ersten Abschnitt, dass wir am Ende die Kraft und Energie aufbringen, um noch einmal zurückzukommen."  Der Saisonstart mit 3:1-Punkten sei gelungen – und in zwei Wochen frage niemand mehr nach, "wie wir zu unserem ersten Sieg gekommen sind", sagte Klatt. Er selbst dürfte sich aber wohl noch länger daran zurückerinnern.

    Die Statistik des Spiels

    Krefeld: Toth (1.-60.), Keutmann (n.e.) – Tonio, Jaeger, 1, Wöstmann, Cutura 2, Janus, Roosna 2, Vonnahme, Luciano 5, Gentges 1, Schulz, Hansen 1, Ciupinski 3, Büren 4/3.
    Rimpar: Brustmann (1.-60., 1), Wieser (ein Siebenmeter) – Schömig, Böhm, Karle, Gempp 2, Schmidt 4, Kaufmann, Siegler 1, Meyer, Schulz 5, Backs 1, Brielmeier 2, Herth 1/1, Sauer 3.
    Spielfilm: 1:3 (7.), 3:7 (13.), 5:8 (20.), 8:11 (26.), 8:14 (Halbzeit), 12:14 (39.), 12:16 (41.), 15:17 (49.), 18:18 (57.), 19:18 (58.), 19:20 (Endstand).
    Siebenmeter: 3/3 : 1/4.
    Zeitstrafen: 4:5.
    Schiedsrichter: Rick Herrmann/Fabian Friedel (beide Aue).
    Zuschauer: 612.

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