• aktualisiert:

    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Rimparer Wölfe im Trainingslager: Tests, Tempo und viele Tore

    Die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe um Trainer Ceven Klatt (Mitte) sind am Sonntag aus einem viertägigen Trainingslager zurückgekehrt.  Foto: Frank Scheuring

    Für Team Alt hätte das Trainingslager kaum besser beginnen können. "Wir haben Team Jung im Fußballtennis übelst abgezogen", verriet Lukas Böhm am Donnerstagabend im ersten Teil des Tagebuch-Vlog, mit dem die Handballer von Zweitligist DJK Rimpar Wölfe ihren Fans in den Sozialen Medien einen Einblick geben. "Die dürfen uns jetzt morgen beim Frühstück bedienen." Die Stimmung, so suggerierten es Fotos und Videoclips auf Facebook und Instagram, scheint gut zu sein bei den Wölfen. 

    Max Brustmann fehlt in Elze

    Das bestätigte am Sonntag auch der neue Trainer Ceven Klatt. Vier Tage verbrachte er mit der Mannschaft im niedersächsischen Elze, aus dem Kader fehlte nur Torwart Max Brustmann, der in seiner ersten Ferienwoche als Lehrer vom Verein frei bekam. Aus der Reserve war Julius Weinhardt dabei. "Die Spieler sind schon platt und spiegeln mir, dass das Training etwas härter ist, aber sie haben Spaß daran", sagt Klatt. 

    Kantersieg gegen Eintracht Hildesheim

    Obwohl sie am Freitag bereits drei Einheiten - zwei in der Halle, eine athletische - in den Knochen hatten, besiegten sie am Abend in einem Test noch den ausgeruhten Drittliga-Nord-Vizemeister Eintracht Hildesheim mit 32:23 (17:11). "Ich wollte sehen, ob sie trotz der hohen Belastung noch ziehen. Das haben sie in allen Mannschaftsteilen zu hundert Prozent erfüllt. In der zweiten Halbzeit haben wir zwischenzeitlich mit 27:15 geführt. Das war mehr als ein Klassenunterschied", zeigte sich Klatt angetan.

    Viele Tore übers Tempospiel

    Wie schon in den  Tests davor gefiel dem Coach vor allem das Tempospiel. "Wir haben bis dahin in jedem mindestens zehn Tore über Konter oder die zweite Welle generiert, gegen Hildesheim waren es zwölf. In der letzten Saison lag der Schnitt bei 4,8. Ich kann natürlich einschätzen, dass das noch die  Vorbereitung ist, aber ich sehe Stück für Stück eine Weiterentwicklung. Wenn es uns gelingt, in der Liga fünf einfache Treffer pro Spiel mehr zu machen, dann tut uns das richtig gut." In der zurückliegenden Runde hatte Rimpar den zweitschwächsten Angriff gestellt, allerdings auch die viertbeste Abwehr.   

    TSV GWD Minden eine Nummer zu groß

    Darauf ließ im abschließenden zweiten Test am Sonntagabend jedoch nichts schließen. Wieder fielen viele Tore, diesmal allerdings für den Gegner: Erstligisten TSV GWD Minden deklassierte die Wölfe mit 43:23 (18:11). "Die Mindener waren uns physisch und mental überlegen, einfach eine Nummer zu groß. In der zweiten Halbzeit haben sie uns gnadenlos überlaufen, wir haben dann auch dem Kraftverschleiß Tribut gezollt", wollte Klatt die Klatsche nicht überbewerten. Er konnte ihr sogar etwas Positives abgewinnen: "Wir haben dadurch gesehen, welche Arbeit noch vor uns liegt."

    5:1-Abwehr mit Benjamin Herth 

    Insgesamt wähnt sich der Trainer mit dem Team auf einem guten Weg. So sei das zweite Abwehrsystem, eine 5:1-Deckung, die er als gleichwertig zur bestehenden 6:0 etablieren will, zum Auftakt am 24. August beim TuS-N-Lübbecke bereit für den Erstfall. Als Vorgezogener habe sich als erste Option "Benny Herth herauskristallisiert". Der Spielmacher hat schon aus seiner Zeit früher in Balingen große Erfahrung in dieser Rolle, auch Klatts Vorgänger Matthias Obinger besetzte sie meist mit dem früheren Bundesligaprofi. Als Alternativen neben Herth sieht Klatt Dominik Schömig und Philipp Meyer.

    Teambuilding für klare Kommunikaion

    Zum Zwecke des Teambuildings gab es am Samstag eine Einheit Tangram, ein chinesisches Legespiel, mit dem die Kommunikation im Sinne von Sender und Empfänger gefördert werden kann. Jeweils zwei Spieler saßen dabei Rücken an Rücken, der eine mit einer geometrischen Figur, der andere mit einzelnen Puzzleteilen. Ersterer musste Zweiterem erklären, wie er die Plättchen legen soll, um die Figur nachzubauen. "Klare Kommunikation ist im Spiel immens wichtig, nicht zuletzt in der Abwehr", betont Klatt. 

    Poker und Playstation;

    Die freie Zeit in Elze verbrachte der 36-Jährige, der erst so alt ist wie der Spieler-Senior Max Brustmann, zumeist mit der Mannschaft. Bilder zeigten ihn beim Poker oder an der Playstation mit seinen Schützlingen. "Ich muss sie ja noch besser und auch abseits des Feldes etwas privater kennenlernen." Nach dem ersten Monat bei der DJK Rimpar sei er insgesamt "zufrieden": "Ich wurde vom Trainerteam gut aufgenommen, mit der Mannschaft bin ich in ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis gekommen." 

    Saisoneröffnung gegen TV Großwallstadt

    Am kommenden Sonntag (11. August, 16 Uhr) eröffnen die Wölfe mit einem weiteren Test gegen Zweitliga-Absteiger TV Großwallstadt in der heimischen Dreifachsporthalle und einer Auftaktfeier offiziell die Saison. Am Samstag darauf (17. August) wartet dann beim Erstrundenturnier um den DHB-Pokal in Nieder-Roden die erste Pflicht gegen Erstligist MT Melsungen.

    Statistik gegen Hildesheim:
    Wieser (1.-30.), Leikauf (31.-60.) - Backs 3, Schulz 1, Schömig 3, Böhm 2, Gempp 3, Meyer 1, Schmidt, Kaufmann 5, Siegler 2, Brielemier 2, Herth 8/7, Sauer 1, Karle 1, Weinhardt. 

    Statistik gegen Minden:
    Wieser (1.-60.) - Schömig 1, Böhm 3, Gempp 4, Kaufmann 1, Siegler 4/1, Schulz 4, Brielmeier 4, Sauer 2.

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!