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    Handball: 2. Bundesliga

    Rimpars Handballer und die Sache mit dem Torverhältnis

    Warum Trainer Ceven Klatt mit dem Remis nicht zufrieden ist und wie Torwart Andreas Wieser seinen Vollzeit-Einsatz eindrucksvoll rechtfertigte.
    Stand für Max Brustmann im Tor und parierte glänzend: Rimpars Andreas Wieser. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Was sagt das Torverhältnis über sportlichen Erfolg aus? Eigentlich eine ganz Menge. Dass dies nicht so sein muss, zeigen die DJK Rimpar und der TV 05/07 Hüttenberg in der Zweiten Handball-Bundesliga. Die Wölfe kommen zwar auf ein Verhältnis von 549 zu 569, also minus 20 Treffer, stehen aber mit 28:20-Punkten auf dem siebten Platz in der erweiterten Spitzengruppe. Die Mittelhessen haben hingegen auch nach dem 19:19 (9:7)-Unentschieden im direkten Duell nur minus 16 (603:619) Tore, befinden sich mit 18:30-Zählern allerdings mitten im Abstiegskampf.

    Dieses Missverhältnis lässt auch darauf schließen, dass die eine Mannschaft (Hüttenberg) die knappen Duelle eher verliert, die andere (Rimpar) eben jene gewinnt. Und doch haben die Grün-Weißen nun auch schon drei ärgerliche Heim-Remis auf dem Konto. "Für uns ist es schade, dass wir nicht beide Punkte geholt haben", sagte DJK-Trainer Ceven Klatt nach dem Unentschieden vom Samstagabend: "Denn gefühlt hatten wir mehr vom Spiel und auch mehr Chancen auf den Sieg."

    "Gefühlt hatten wir mehr vom Spiel und auch mehr Chancen auf den Sieg."
    Ceven Klatt, Trainer der DJK Rimpar Wölfe

    Obgleich die Gastgeber vor 1507 Zuschauern nach dem Seitenwechsel vorne nicht mehr allzu viel zustande brachten, sah Klatt den Knackpunkt in der ersten Hälfte. "Wir haben es verpasst, uns zur Pause deutlich abzusetzen." Zunächst war der Rimparer Tempohandball wie eine funktionierende Schokoküsse-Schleuder gewesen: beschleunigend, tempohaltend und präzise. Die Gaben fingen die beiden Außenspieler Dominik Schömig (sechs Tore) und Julian Sauer (drei) auf. Die beiden brachten zunächst jeden Versuch im Hüttenberger Kasten unter.

    Die DJK-Trefferquote aus dem Rückraum war und blieb allerdings unterirdisch, was neben der offenen 3:2:1-Deckung des TVH auch an einem starken Nikolai Weber lag. Der frühere Erstliga-Torwart kam auf 14 Paraden. Sein Gegenüber Andreas Wieser stand ihm in nichts nach. Dass er statt Max Brustmann anfangen durfte, hatte Klatt zufolge mehrere Gründe: "Max konnte die Woche nicht trainieren. Andi Wieser hat zudem schon im Hinspiel gegen Hüttenberg gespielt und seine Sache gut gemacht." Auch in der Vorbereitung sei er gegen diesen Gegner sehr gut eingestellt gewesen. Der 24-Jährige sollte bis zum Ende zwischen den Pfosten stehen und seinen Vollzeit-Einsatz mit teils spektakulären Paraden eindrucksvoll rechtfertigen.

    Die Trainer sahen ein faires, abwehrgeprägtes Spiel

    "Beide Abwehrreihen haben sich nichts geschenkt", fand Klatt. Er sprach genau wie TVH-Trainer Frederick Griesbach von einem fairen, abwehrgeprägten Spiel mit zwei starken Schlussleuten. Wieder einmal trauerte der Klub aus dem Handkäsedorf einem knappen Sieg hinterher. "Was mich am Unentschieden stört", erklärte der 31-jährige Griesbach lapidar: "ist, dass wir im Abstiegskampf zwei Punkte gebraucht hätten. Als neutraler Zuschauer denkst du wahrscheinlich: ein gerechtes Ergebnis. Doch gerecht bringt uns nichts."

    Immerhin verhinderte die Punkteteilung, dass Hüttenberg auf den Relegationsplatz zurückfiel. Und: Die Mittelhessen hätten das enge Match auch verlieren können, obgleich sie in der letzten Minute im Angriff waren. "Wir wollten das Tempo hochhalten, das ist uns lange auch gut gelungen", sagte Klatt: "In der Phase nach der 13:10-Führung fehlte uns die zweite Luft, nach hinten raus haben wir sie dann wieder bekommen."

    Rimpar fehlten zwei von drei Kreisläufern

    Das war insoweit bemerkenswert, als dass neben Abwehrrecke Philipp Meyer auch Patrick Gempp passen musste. Damit fehlten den Wölfen zum wiederholten Male zwei ihrer drei Kreisläufer und Mittelblocker. Michael Schulz war dadurch gezwungen, bis auf seine beiden abzusitzenden Zeitstrafen durchzuspielen. "Dass es keinerlei Entlastung am Kreis gab, war schwierig für uns", konstatierte der DJK-Coach.

    Ausgerechnet in dieser Situation warten nun mit der SG BBM-Bietigheim (14. März), dem ASV Hamm-Westfalen (22. März) und TuSEM Essen (27. März) drei Spitzenklubs auf die Unterfranken. Immerhin haben sich die Wölfe zuletzt einen wohl für den Klassenverbleib ausreichenden Elf-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsregion erarbeitet – ihrem negativen Torverhältnis zum Trotz.

    Die Statistik des Spiels
    Handball, Zweite Bundesliga
    DJK Rimpar Wölfe – TV 05/07 Hüttenberg 19:19 (9:7)
    Rimpar: Wieser (1.-60., 13 Paraden), Brustmann (n.e.) – Schömig 6, Böhm 2, Karle, Schmidt 3/2, Kaufmann, Siegler 2, Schulz 2, Backs, Brielmeier, Herth 1, Sauer 3, Franke (n.e.).
    Hüttenberg: Weber (1.-60., 14 Paraden), Plaue (n.e.) – Fuß, Jockel, Sklenak, Lambrecht 1, Rompf 1, Zörb 3, Stegefelt, Mubenzem 4, Hübscher 1/1, Kirschner, Hahn 1, Zintel 5, Schreiber 3.
    Spielfilm: 2:1 (7.), 5:2 (10.), 6:2 (14.), 7:5 (23.), 8:7 (28.), 9:7 (Halbzeit), 9:9 (34.), 13:10 (40.), 15:14 (46.), 16:16 (51.), 18:17 (55.), 19:19 (Endstand).
    Zeitstrafen: 3/1. Siebenmeter: 2/2 : 1/1.
    Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier (beide Stuttgart).
    Zuschauer: 1507.

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