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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Rimpars erste Heimniederlage 2019

    Die Rimparer Abwehr (von links Max Bauer, Philipp Meyer, Benedikt Brielmeier) agierte gegen den Angriff Nordhorn-Lingens (am Ball Georg Pöhle) mitunter zu passiv. Foto: Frank Scheuring

    DJK Rimpar Wölfe - HSG Nordhorn-Lingen 17:25 (9:12)

    Die einen waren laut, die anderen leise. Während am Samstagabend in der s.Oliver Arena aus der Kabine der HSG Nordhorn-Lingen Musik und Gegröle dröhnte, saßen ein paar Handballer der DJK Rimpar Wölfe noch auf ihrer Bank in der Halle und starrten stumm Löcher in die Luft. Beim 17:25 (9:12) hatten sie zuvor ihre erste Heimniederlage im Jahr 2019 kassiert - und damit dem Zwei-Städte-Klub von der niederländischen Grenze zu einem Aufstiegsplatz verholfen. Der profitierte von der gleichzeitigen Pleite Coburgs in Hamburg, zog in der Tabelle von Rang drei auf zwei vor und hat nun eine aussichtsreiche Ausgangsposition im dramatischen Dreikampf an der Spitze. Wenn das kein Grund ist, ausgelassen zu feiern!

    Mehr Fehlwürfe als Tore

    Die Unterfranken, die Neunter bleiben, konnten indes nicht wegschweigen, warum sie verloren hatten. "Mit 17 Treffern kann man gegen keinen Gegner gewinnen, aber erst recht nicht gegen ein Spitzenteam", brachte es Benedikt Brielmeier auf den Punkt. Die Anzahl an Fehlwürfen (19) war sogar noch höher als die Ausbeute, die nur im September gegen Lübeck-Schwartau genauso mau ausgefallen war. Lediglich vier Spieler trugen sich diesmal in die Torschützenliste ein, vom Kreis fiel kein einziger Treffer. Beides hat DJK-Trainer Matthias Obinger "so schon lange nicht mehr erlebt". Dass das Tempospiel, auf das die Wölfe angewiesen sind, ebenso fast nicht stattfand, kam erschwerend hinzu. Der 39-Jährige redete daher nicht drumrum: "Nordhorn war die bessere Mannschaft und uns in allen Bereichen überlegen." Und er setzte noch einen drauf: "Ich bin sogar der Meinung, dass wir hier die bisher beste Mannschaft gesehen haben." 

    Probleme im Positionsangriff

    Von Anfang an dominierten die Abwehrreihen, im Angriff herrschte Flaute. 3:3 hieß es nach einer Viertelstunde, und für die Rimparer, bei denen Benjamin Herth wegen einer Grippe fehlte, hatte Kapitän Patrick Schmidt sogar zweimal per Siebenmeter getroffen. Die Probleme im Positionsangriff – unübersehbar. Obingers erwartbare Reaktion: der zusätzliche Feldspieler. "Das war zeitweilig ein gutes Mittel", meinte Brielmeier, der in der Folge dreimal aus dem linken Rückraum durchbrach. Bis sich in der zweiten Halbzeit die Fehler häuften.

    Angefeuert von gut 20 Zuschauern mit vier Trommeln gingen die Grafschafter in doppelter Überzahl aber noch in der ersten Hälfte erstmals mit zwei Toren in Führung (3:5, 18.), wenig später erhöhten sie durch einen 3:0-Lauf auf vier Tore Differenz (5:9, 23.). "Unsere hohe Anspannung hat sich dann positiv entladen", erklärte HSG-Coach Heiner Bültmann. Die DJK-Deckung agierte ab dieser Phase mitunter zu passiv, vor allem gegen den wendigen Gäste-Spielmacher Alexander Terwolbeck, mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer der Partie.

    Bis zur 40. Minute in Schlagdistanz

    Bis zum 12:15 (40.) blieben die Wölfe dennoch in Schlagdistanz. Dann brachte eine weitere 3:0-Serie – darunter zwei von insgesamt vier Empty-Net-Goals – Nordhorn-Lingen endgültig auf die Siegerstraße (12:18, 43.). "Wir hatten im Angriff zu leichte Ballverluste", konstatierte Philipp Meyer. "Und dann haben wir es nicht geschafft, uns über die Abwehr zurück ins Spiel zu bringen." 

    Er habe trotzdem nicht überlegt, wieder mit sechs Feldspielern angreifen zu lassen, erklärte Obinger hinterher auf Nachfrage. "Wir haben uns da am Anfang so schwer getan. Außerdem verfügen wir über so viele Varianten im Sieben gegen Sechs und spielen das normalerweise stabil. Leider war es heute wie schon letzte Woche in Coburg nicht auf den Punkt." 

    Die Gäste dagegen waren "im Flow", so Bültmann. "Bei uns hat fast alles funktioniert, und wenn nicht, dann haben wir noch nach einem späten Freiwurf getroffen. Auch gedeckt haben wir gut." Sein DJK-Kollege meinte: "Wir hätten noch eine Stunde spielen können und trotzdem verloren."Bei alledem warb Obinger um eine angemessene Einordnung: Man dürfe nicht vergessen, dass seine Mannschaft gegen den Zweiten und Dritten unterlegen sei. Nächsten Samstag geht's zum Sechsten. 

    Die Statistik des Spiels

    Rimpar: Brustmann (1.- 55.), Wieser (56.- 60.) - Schömig 4, Böhm, Gempp, Schmidt 6/2, Kaufmann 2, Siegler, Meyer, Bauer, Schulz, Backs (n.e.), Brielmeier 5, Sauer.
    Nordhorn: Ravensbergen (bei einem Siebenmeter), Buhrmester (1.- 60., 1 Tor) - Heiny, Leenders 2, Mickal 5, Miedema, Terwolbeck 7, de Boer, Wiese, Smit 3, Seidel, Possehl 1, Pöhle 6/2.
    Spielfilm: 1:1 (6.), 3:3 (15.), 3:5 (18.), 5:6 (20.), 5:9 (23.), 8:10 (28.), 9:12 (Halbzeit), 10:13 (32.), 10:15 (39.), 12:15 (40.), 12:18 (43.), 15:20 (48.), 15:22 (53.), 17:25 (Endstand).
    Siebenmeter: 2/3 : 2/3.
    Zeitstrafen: 5:1.
    Schiedsrichter: Christian Moles/Lutz Pittner (Heddesheim/Karlsruhe).
    Zuschauer: 1603.

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