• aktualisiert:

    FUßBALL: DRITTE LIGA

    Kickers-Trainer Schiele beklagt Fallsucht der Spieler

    Michael Schiele: „Ich bin kein Freund davon, Fouls zu schinden.“ Foto: Frank Scheuring/foto2Press

    Licht an am Dallenberg: An diesem Freitagabend (19 Uhr) wollen die Fußballer der Würzburger Kickers nach fünf Drittliga-Spielen ohne Sieg zurück in die Erfolgsspur kommen. Das ist auch nötig, denn der Vorsprung auf die Abstiegsregion ist auf nur noch vier Zähler zusammengeschmolzen. Der Gegner scheint da – zumindest beim Blick auf die letzten Resultate – genau der richtige zu sein. Denn mit dem Tabellen-15. FSV Zwickau ist ein Team beim aktuellen Elften in Würzburg zu Gast, das ebenso seit fünf Spielen nicht mehr gewinnen konnte.

    Von einer „Ergebniskrise“ bei beiden Klubs spricht Zwickaus Trainer Joe Enochs, dem freilich ein Kickers-Probleme der letzten Wochen nicht entgangen ist. Weil Keeper Leon Bätge zuletzt mehrfach patzte, wollen die Gäste aus Sachsen den 21-jährigen Würzburger Torhüter, der erneut den verletzten Patrick Drewes ersetzen muss, möglichst häufig fordern: „Wir werden viel aus der zweiten Reihe schießen“, kündigt Enochs an.

    Bei Standardsituationen sind die Zwickauer, die fünf ihrer insgesamt 17 Saisontore per Elfmeter erzielt haben, besonders gefährlich. Eine Stärke, die auch Angreifer Ronny König, in dieser Saison bislang mit zwei Treffern und fünf Torvorlagen, vor dem Gastspiel in Würzburg besonders betont: „Es wird immer so getan, als sei ein Standardtor weniger wert. Aber ein solcher Treffer zählt eben genauso.“

    Und genau deshalb appelliert Kickers-Trainer Michael Schiele an sein Team, möglichst wenige Freistöße rund um den Strafraum zu verschulden: „Wir müssen uns in den Zweikämpfen geschickt anstellen.“ Wobei Schiele auch den Schiedsrichter, an diesem Freitag wird Arne Aarnink aus Nordhorn die Partie leiten, in die Pflicht nimmt: „Es nimmt in der Dritten Liga Überhand, dass Spieler einfach hinfallen. Da muss der Schiedsrichter ein Auge drauf haben“, sagt der Kickers-Coach und liefert eine eigene Interpretation der letzten Niederlagen: „Zuletzt in Karlsruhe war das ein Witz. Dort sind die Gegenspieler ständig am Boden gelegen. Da hat sich der Schiedsrichter einlullen lassen und immer wieder gegen uns gepfiffen. Beim Heimspiel gegen Halle war es in der zweiten Halbzeit ähnlich.“ Er selbst würde von seinem Team keine Fallsucht erwarten, betont der Kickers-Coach Schiele: „Ich bin kein Freund davon, Fouls zu schinden. Wenn unsere Spieler auf die Socken bekommen, sollen sie nicht unbedingt weiter laufen. Dann können sie das Foulspiel annehmen. Aber ich werde meine Mannschaft nicht animieren, Schwalben zu machen.“

    Seit der 40-jährige Schwabe im vergangenen Oktober vom Interims- zum Cheftrainer befördert wurde, konnte er sich meist auf die Heimstärke seines Teams verlassen. Das 1:2 gegen Halle war erst die zweite Heimniederlage in den letzten zwölf Monaten. Drei Heimspiele in Serie ohne Sieg gab es für die Kickers unter Schiele noch überhaupt nicht. Eine Serie, die halten soll, damit die Stimmung am Dallenberg vor der anschließenden Ligapause wegen der nun folgenden Länderspiele nicht in den Keller sinkt. „Wir spielen frisch, fromm, fröhlich, frei“, kündigt der Trainer an und bemüht sich, dabei Zuversicht auszustrahlen: „Erfolgserlebnisse sind unheimlich wichtig, gerade vor der nun folgenden Pause. Wer jetzt nicht gewinnt, der schleppt dieses Erlebnis zwei Wochen mit sich herum. Das wollen wir unbedingt verhindern.“

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!