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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Sechs Tore für den verstorbenen Opa beim Heimstart der Wölfe

    Rimpars Rechtsaußen Julian Sauer widmete seine sechs Tore seinem am Sonntagmorgen verstorbenen Opa. Foto: foto2press/Meike Scheuring

    2. Bundesliga, Männer
    DJK Rimpar Wölfe - TSV Bayer Dormagen 24:23 (12:9)

    Am Samstagabend präsentierten sie sich den Besuchern des Würzburger Stadtfestes auf dem Marktplatz, keine 24 Stunden später erstmals in dieser Spielzeit den 1810 Zuschauern in der s.Oliver Arena - und machten erneut Werbung in eigener Sache: Die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe haben nach zuvor drei Auswärtsaufgaben einen erfolgreichen Heimauftakt 2019/20 gefeiert. Gegen den TSV Bayer Dormagen, gegen den sie vor knapp vier Monaten auswärts die höchste Niederlage der vergangenen Saison kassiert hatten (16:28), gewannen sie nach packender Partie mit 24:23 (12:9). 

    Julian Sauer denkt an sein Vorbild

    Für einen Wolf war dieser zweite Sieg besonders emotional. Der beste Torschütze, Julian Sauer, widmete seine sechs Treffer seinem am Morgen im Alter von 92 Jahren verstorbenen Opa. "Er war mein Vorbild", sagte der Enkel über Ludwig Zürrlein, der die Handballabteilung in Rimpar einst mitgegründet hat. "Er saß immer da oben und hat zugeschaut, ich habe vor jedem Spiel einen Blick zu ihm hochgeworfen." 

    Von seinem Coach bekam Sauer später ein Extralob. "Es war ein sehr verdienter Sieg. Wir haben das Spiel bis auf einen kleinen Bruch in der zweiten Halbzeit bestimmt", sagte Ceven Klatt nach seiner Premiere vor eigenem Publikum - dem er für die Unterstützung dankte: "Es hat uns mitgetragen." 

    Kinderspiel im Training 

    Wer den Wölfen auf Instagram folgt, bekommt regelmäßige Einblicke ins Training. Vergangene Woche davon, wie sie Schnick, Schnack, Schnuck spielten. "Man muss auch mal Spaß haben", erklärte Klatt. Mit sinnvollem Nebeneffekt: "Unter anderem ist das gut für die Reaktionskraft." Den Spaß brachten seine Schützlinge am Sonntagnachmittag mit in ihr sportliches Spielzimmer in Würzburg. Wobei das Duell kein Kinderspiel war. 

    Toller Tempohandball

    Auf dem Hallenboden, auf dem nun unter dem Wölfe-Logo der Schriftzug "Würzburg" in weißen Versalien prangt, war es von Anpfiff an umkämpft, schnell und leidenschaftlich geführt von beiden Seiten. Mit agilen Abwehrreihen. Mit klasse Keepern - wobei Max Brustmann, der nach einem grippalen Infekt unter der Woche im Tor abwechselnd hustete und hielt, im Vergleich mit Sven Bartmann der noch Bessere war (20:14 Paraden), nicht nur wegen drei entschärfter Siebenmeter. Und mit tollem Tempohandball - vor allem von den Wölfen. Die Hälfte ihrer zwölf Treffer vor der Pause resultierten aus der zweiten Welle (vier) oder über die schnelle Mitte, insgesamt gelangen ihnen neun Tempotore, zwei direkte Konter.     

    Emotionen auf der Bank und auf dem Feld

    Was Klatt an der Bank vorlebte und fordert, zeigten Kapitän Patrick Schmidt und Co. auf dem Feld: Emotion. Der Trainer ging lautstark mit, ballte die Fäuste, riss nach jeder gelungenen Aktion die Arme in die Höhe - und Schmidt als emotionaler Anführer riss seine Kollegen mit und übernahm auch selbst Verantwortung. 

    Vor der Halbzeit glückte zuerst Rimpar ein 3:0 Lauf zum 5:2 (11.), binnen einer Minute bestrafte Dormagen allerdings drei Fehler mit ebenfalls drei Treffern in Serie. Zweimal gingen die Gäste danach in Führung, doch bis zum Kabinengang erkämpften sich die Gastgeber, bei denen Kreisläufer Patrick Gempp wegen Schulterproblemen geschont wurde, einen 12:9-Vorsprung.

    Dramatische Schlussphase

    Nach dem Seitenwechsel bauten sie diesen auf fünf Tore aus und behaupteten ihn bis zur 41. Minute. "Dann machen wir durch ein paar Unkonzentriertheiten einfache Fehler und spielen Dormagen die Bälle in die Hände", haderte Klatt mit der ungewollt dramatischen Schlussphase: "Es darf uns nicht passieren, dass wir am Ende noch mal so in die Bredouille kommen." Bayer verkürzte bis auf einen Treffer, und TSV-Trainer Dusko Bilanovic sprach seiner Mannschaft dafür "Moral" aus: "Wir haben richtig gut gekämpft." Beim Stand von 24:23 blieben den Gästen sechs Sekunden - mit nun sieben Feldspielern. Von denen einer, Julian Köster, den Ball verlor. 

    "Wir wollten den Sieg mehr", bilanzierte Julian Sauer. Er selbst wollte ihn sicher am allermeisten für seinen Opa.  

    Die Statistik des Spiels

    Rimpar: Brustmann (1.- 60.), Wieser (bei einem Siebenmeter)- Schömig 3/2, Böhm, Karle, Gempp (n.e.), Schmidt 4, Kaufmann, Siegler 2, Meyer, Schulz 4, Backs 2, Brielmeier 2, Herth 1, Sauer 6.
    Dormagen: Halfmann (bei einem Siebenmeter), Bartmann (1.-60.) - Reuland 5, Köster 1, Meuser, Richter 1/1, Löftsröm 2, I. Hüter 2, Thomas, Rebelo 1, Noll, P. Hüter, Maldonado 3, Sterba 2, Grbavac 6/4.
    Spielfilm: 2:2 (4.), 5:2 (10.), 5:6 (15.), 8:7 (21.), 9:8 (25.), 11:8 (27.), 12:9 (Halbzeit), 14:9 (32.), 18:13 (41.), 19:16 (44.), 21:17 (52.), 21:1 (53.), 24:21 (58.), 24:23 (Endstand).
    Siebenmeter: 2/3.
    Zeitstrafen: 4:4.
    Schiedsrichter: Sascha Schmidt/Frederic Linker (Herne).
    Zuschauer: 1810.

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