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    Fußball: Dritte Liga

    Spielbericht: Die Serie der Würzburger Kickers geht weiter

    Cottbus bleibt für die Würzburger Kickers ein gutes Pflaster. Vor bald drei Jahren machten die Kickers in der Lausitz mit einem 2:1-Erfolg einen großen Schritt in Richtung zweite Bundesliga. Ein Spiel, an das sich Rothosen-Torwarttrainer Robert Wulnikowski sogleich erinnert fühlte, wie er auf dem Weg im die Kabine erzählte. Denn auch im Februar 2019 gab es für die Rothosen im Stadion der Freundschaft einen 2:1-Sieg. Den dritten Dreier in Serie. Drei Erfolge nach der Winterpause, mit denen sich die Mannschaft von Trainer Michael Schiele in eine andere Dimension beförderte.

    Denn zu Jahresbeginn hatten die Rothosen noch ein bisschen ängstlich auf die Tabelle gucken müssen. Nur drei Zähler trennten die Kickers da von den Abstiegsplätzen. Mit neun Punkten aus den ersten drei Partien des Jahres haben die Würzburger Drittliga-Fußballer den Vorsprung auf die Abstiegszone auf neun Punkte erhöht und sind nun sogar dem Aufstiegsrelegationsrang drei näher.

    Acht Punkte beträgt der Rückstand auf den Dritten Halle jetzt noch. „Man sieht in dieser Saison, dass immer alles möglich ist“, sagte Kickers-Rechtsverteidiger Patrick Göbel nach der Partie: „Wir müssen uns, auf die Dinge konzentrieren, die uns stark machen. Das ist uns in den letzten drei Spielen gelungen.“

    Es war ein leidenschaftlich erkämpfter Erfolg, den die Kickers in Cottbus landeten. Aber auch einer, der am Ende am seidenen Faden hing. Denn hätte Strele Mamba fünf Minuten vor Schluss die ganz dicke Chance zum 2:2 genutzt und den Ball freistehend vor Kickers-Keeper Patrick Drewes nicht neben das Tor gesetzt, die Kickers hätten sich kaum beklagen können. So aber war es trotzdem ein nicht unverdienter Sieg des Schiele-Teams, das zwar bisweilen von den ungestüm anrennenden Cottbusern gehörig unter Druck gesetzt wurde, es mit intensiver Abwehrarbeit aber verhinderte, dass die Gastgeber zu allzu aussichtsreichen Abschlusschancen kamen. „Wir wussten, dass es heute ein ekliges Spiel war. Aber wir waren heute einen Tick ekliger als er Gegner“, fand Kickers-Linksverteidiger Peter Kurzweg.

    Aber der Reihe nach: Schiele hatte sein Team im Vergleich zum 2:1 gegen Aalen unverändert gelassen, während sein Gegenüber Claus-Dieter Wollitz fast eine halbe neue Mannnschaft aufs Feld schickte. Vier neue Spieler hatte Energie kurz vor Toresschluss auf dem Transfermarkt verpflichtet. Und das Quartett stand auch sogleich in der Startelf. Kaum verwunderlich also, dass die Gastgeber erst eine ganze Weile brauchten, um sich zu sortieren. Und genau das nutzten die Kickers in der Startphase der Partie eiskalt aus. In der zehnten Minute eroberte zunächst Janik Bachmann den Ball und dann ging es rasant in Richtung Heim-Tor: Fabio Kaufmann spielte den Ball präzise in den Strafraum, Orhan Ademi schirmte das Leder gekonnt ab und legte auf für Dominic Baumann, der präzise und eiskalt abschloss. Die frühe Führung für die Würzburger, die also gleich die erste Torchance nutzten. „Wir hatten uns vorgenommen abgezockter zu sein, das haben wir in den letzten Spielen geschafft“, freute sich Kickers-Kapitän Sebastian Schuppan, für den die Partie eine Rückkehr in die Heimat war: „Ich habe hier alles aufgesagt, da wurden viele schöne Erinnerungen bei mir geweckt.“

    Dass Schuppan das Stadion, in dem er seine ersten Einsätze als Fußball-Profi hatte, mit einem Lächeln verlassen konnte, lag daran, dass die Kickers, auch als die Cottbuser sich mit fortlaufender Spieldauer gefunden hatten, in keinem Zweikampf zurückzogen, sich mit Verve in jeden Ball warfen. „Ehrgeiz und Mentalität sind im Winter noch einmal extrem geweckt worden. Wir treten noch kompakter auf“, stellte Patrick Göbel fest. Trotzdem mussten die Kickers sehr aufpassen, weil sich einige Mal im Zentrum des Spielfelds eine Lücke auftat, durch die die Gastgeber schlüpfen konnten. Zweimal kam Cottbus so gefährlich vors Kickers-Tor. Einmal klärte Patrick Drewes mit einem Reflex gegen Jurgen Gjasula, einmal packte Kurzweg genau im richtigen Moment gegen Mamba eine Grätsche aus.

    Nach dem Seitenwechsel konnte dann Orhan Ademi im Stürmer-Duell mit Teamkollegen Dominic Baumann gleichziehen. Das 2:0 war das siebte Saisontor des Schweizers, der nun weiter gemeinsam mit Baumann die vereinsinterne Torschützenliste anführt. Dass es diesmal Baumann war, der für Ademi auflegte, freute Trainer Schiele ganz besonders. Beide Angreifer harmonieren offensichtlich prächtig. „Ademi ist ein guter Stürmer“, stellte Energie-Coach Wollitz mit Blick auf den zweiten Kickers-Treffer fest. Tatsächlich drehte sich der Rothosen-Angreifer gekonnt um seinen Gegenspieler herum und spitzelte den Ball durch die Beine von Energie-Coach Avdo Spahic in den Kasten. Viele Chancen hatten die Kickers in dieser Partie nicht, aber wenn sie vor dem Kasten auftauchten wirkten sie deutlich zielstrebiger als noch vor der Winterpause.

    Trotzdem wurde es am Ende noch einmal spannend. Energie-Vereinslegende Dimatar Ramelov traf mit einem umstrittenen und abgefälschten Freistoß zum Anschluss. Und so wurde es im Stadion der Freundschaft eine hitzige Schlussphase, die die Rothosen mit Glück und Geschick überstanden, in der mit Fabio Kaufmann und Peter Kurzweg aber auch zwei Akteure ihre fünfte Gelbe Karte sahen. „Jetzt können die Anderen, die in den letzten Wochen gut trainiert haben, gegen Rostock einen raushauen“, sagte Trainer Schiele. Kein Grund zu Klage also für den Kickers-Coach. Das Selbstvertrauen bei den Rothosen ist spürbar gewachsen.

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