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    FUßBALL: DRITTE LIGA

    Gründe für den Kickers-Fehlstart

    Grund zum Grübeln: Kickers-Akteur Janik Bachmann (rechts) scheint über die Leistung der Würzburger Drittliga-Fußballer b... Foto: Meike Kreidler, Foto2press

    In Simon Skarlatidis brodelte es, das war zu sehen. Der Deutsch-Grieche war nach dem 2:3 (1:3) seiner Würzburger Kickers beim VfR Aalen geladen ob der dritten Niederlage im dritten Spiel und auch ob der Leistung. „Es ist zum Kotzen“, ächzte er: „Wir müssen das Ruder schnell herumreißen.“ Sind die Kickers dazu in der Lage? Eine Analyse der Situation beim Fußball-Drittligisten:

    Mit 2:3 noch gut bedient

    Am Ende kaschiert das knappe Ergebnis die Kickers-Leistung. Torhüter Patrick Drewes verhinderte mit guten Paraden weitere Gegentore. Einmal trafen die Aalener die Latte. „Die zweite Halbzeit stimmt uns positiv“, sagte Trainer Michael Schiele. Okay, aufgesteckt haben die Rothosen nicht. Aber nach Skarlatidis' Freistoßtreffer zum 2:3 (81.) hatten die Kickers keine echte Ausgleichschance mehr. Gefühlte drei der vier Minuten Nachspielzeit spielten sich die Aalener den Ball zu, ohne dass die Würzburger an die Kugel kamen. Dabei gehören die Schwaben nicht zu den Top-Teams der Liga.

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    Es fehlen Führungsfiguren

    Dass vier Spieler den Klub in Richtung zweite Liga verlassen haben, hat eine Lücke gerissen. Es fehlt nicht nur das spielerische Potenzial des Quartetts, auch an Führungsspielern herrscht Mangel. Schon bei der Heimniederlage gegen Uerdingen hätte man sich bisweilen einen Akteur gewünscht, der durch ein oder zwei Aktionen ein klares Zeichen setzt, den Rest mitreißt. Dass der neue Kapitän Sebastian Schuppan in Aalen vor dem dritten Gegentreffer selbst patzte, passte ins Bild. Als linker Mann der Dreierkette ist der erfahrenste Kickers-Akteur ohnehin selten im Zentrum des Spiels zu finden. Dort agierte Janik Bachmann. Der 22-Jährige war bemüht. Bislang war er nur eine halbe Saison lang Drittliga-Stammkraft – beim Absteiger Chemnitzer FC. Mögliche Führungsspieler wie der in Vorbereitung und Pflichtspielen weiter torlose Angreifer Orhan Ademi, Flügelspieler Patrick Göbel oder Mittelfeldmann Dennis Mast sind auf der Suche nach ihrer Rolle im Team und ihrer Form. Was bleibt, ist das Warten auf die Rückkehr der Verletzten. Neuzugang Daniel Hägele und Vize-Kapitän Maximilian Ahlschwede verfolgten die Partie in Aalen von der Tribüne aus. Hägele trainiert schon einige Tage mit der Mannschaft. Ob Schiele angesichts der Situation das Risiko eingeht, ihn bereits am Sonntag gegen Cottbus in den Kader zu berufen?

    Die Taktik geht nicht auf

    In der Vorsaison sorgte die Umstellung auf eine Dreierabwehrkette für den Umschwung und mehr Stabilität. Aber ist dieses System auch für das neue Team richtig? Vor allem die rechte Würzburger Abwehrseite erwies sich zuletzt als Schwachpunkt. Göbel hat dort unzweifelhaft seine größeren Stärken in der Offensive als in der Abwehrarbeit. Beim zweiten Gegentor gegen Uerdingen war Göbel zu weit vom Gegner weg, vor Aalens 1:0 konnte er die Flanke nicht verhindern. Auch im Zentrum tun sich immer wieder Lücken auf. Die Abwehr ließ sich in Aalen vor dem zweiten Gegentreffer, wie schon gegen Uerdingen, mit einem einzigen einfachen Pass aushebeln. Als die Kickers hernach gezwungen waren, selbst die Initiative zu ergreifen, fehlte das Überraschungsmoment. Das Spielsystem ist in weiten Teilen auf Konter angelegt. Das erste Kickers-Tor durch Mast entsprang ebenso wie die dicke Kopfballchance von Göbel in der 14. Minute schnellen Angriffszügen über die Flügel. Ein solches Spiel funktioniert aber nur, wenn die eigene Abwehr steht.

    Schwache Standards

    Hinten und vorne zeigen sich die Kickers in dieser Saison regelmäßig schläfrig nach ruhenden Bällen. Ausnahme natürlich das traumhafte direkte Freistoßtor von Skarlatidis zum 2:3 am Dienstag. Aber sämtliche Ecken blieben völlig wirkungslos, während Aalens Torschütze Marian Sarr vor dem 3:1 bei einer Ecke auf der anderen Seite völlig frei zum Kopfball kam. In den Spielen zuvor hatten die Rothosen drei Treffer nach Einwürfen des Gegners kassiert.

    Was nun passieren muss

    „Ganz, ganz tief bohren“ müsse man bei der Analyse der ersten Halbzeit, kündigt Trainer Schiele an. Womöglich sind die Personalplanungen mit der Verpflichtung von Angreifer Patrick Breitkreuz ja doch noch nicht abgeschlossen.

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