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    Fußball: Dritte Liga

    Kickers und KSC trennen sich torlos

    Würzburgs Daniel Hägele (links) und Dave Gnaase (Mitte, rotes Trikot) versuchen Damian Roßbach vom Karlsruher SC vom Ball zu trennen. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Keine Tore am Dallenberg. Auch im dritten Montagabend-Heimspiel dieser Saison ist den Würzburger Kickers kein Treffer gelungen. Nach dem 0:0 gegen Großaspach und dem 0:1 gegen Unterhaching hieß es diesmal 0:0 gegen Aufstiegsanwärter Karlsruher SC. Ein Resultat mit dem Kickers-Akteur Daniel Hägele am Ende "zufrieden" war: "Ich kann mit dem Punkt gut leben." 

    Im Vergleich zum 3:0-Pokalsieg in Unterhaching hatte Kickers-Trainer Michael Schiele seine Mannschaft lediglich auf einer Position verändert. Caniggia Elva sammelte – diesmal als Sturmspitze – einen weiteren Startelf-Einsatz. Dafür blieb Dominic Baumann, im Würzburger Kader derzeit der Einzige, dessen Vertrag bis ins Jahr 2021 gültig ist, zunächst einmal auf der Bank.

    Das "Bollwerk" des KSC

    Schiele hatte ja kaum etwas anderes von dieser Partie erwartet. "Ein Bollwerk" sei das, was der KSC da vor dem eigenen Strafraum in der Regel aufbaue. "Das müssen wir auseinanderspielen." Aber wie auch immer die Kickers das vorhatten, geklappt hat es am Montagabend über weite Strecken der Partie nicht. "Wir haben in der ersten Halbzeit kein gutes Heimspiel gemacht", stellte Schiele nach er Partie fest."

    Die Kickers waren ja durchaus schwungvoll gestartet, im Strafraum waren sie aber schnell mit ihrem Plan am Ende. Eine Lücke fanden sie im eng gesponnenen Verteidigungsnetz der Gäste aus Nordbaden nicht. Die beste Torchance der Rothosen war noch ein kümmerlicher Abschluss von Patrick Göbel, der bei seinem Direktschussversuch im Strafraum ziemlich überrascht wirkte (27.). 

    Manuel Stiefler vom Karlsruher SC (Mitte, weißes Trikot) im Zweikampf mit Würzburgs Dave Gnaase. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Umso länger die erste Spielhälfte dauerte, umso mehr kam den Würzburgern die spielerische Linie abhanden. Den Schiele-Schützlingen unterliefen viel zu viele Stockfehler. Ein geordneter Spielaufbau kam kaum noch zustande, vieles wirkte zu hektisch, war schlichtweg zu unpräzise. Nicht, dass die Gäste es viel besser gemacht hätten. Die größte Chance hatte Abwehrmann Damian Roßbach, den die Rothosen bei einem Freistoß am langen Pfosten überraschend ungedeckt gelassen hatten. Sein Abschluss aber war letztlich harmlos (30.). So ging es nach einer spielerisch enttäuschenden ersten Hälfte torlos in die Kabinen. 

    Stimmungs-Boykott im Gäste-Block

    Die Karlsruher Anhänger hatten schon vor der Partie einen Stimmungs-Boykott angekündigt. Und tatsächlich blieb es im dicht gefüllten Gäste-Block hinter dem großen Transparent mit der Aufschrift "Montagsspiele abschaffen" auch in der zweiten Spielhälfte still. Dabei war es doch die KSC-Mannschaft, die auch nach dem Seitenwechsel etwas mehr Struktur und Genauigkeit im Spiel hatte. Und die Gäste näherten sich dem Kickers-Kasten immer mehr an. Zunächst scheiterte Marc Lorenz mit einem Distanzschuss an Kickers-Keeper Leon Bätge. Dann setzte Anton Fink, mit insgesamt 134 Treffern erfolgreichster Drittliga-Torjäger überhaupt, den Ball aus guter Position neben das Tor (54.).  Marvin Pourie, in dieser Saison bereits 17 Mal erfolgreich, traf das Außennetz (57.) und scheiterte an Bätge (62.). Die Kickers wankten wie selten nach der Winterpause einmal gesehen. Karlsruhes Führung schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Als dann auch noch Peter Kurzweg bei einem Versuch von Marvin Wanitzek den Ball von der Linie kratzte, musste man von einem glücklichen Remis für die Kickers sprechen. "Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht", fand der Gäste-Trainer. Dazu fehlte freilich die letzte Konsequenz beim Torabschluss. 

    Der Offensiv-Geist erwacht spät

    Der Karlsruher Leichtsinn bei der Chancenverwertung sollte sich nämlich beinahe rächen. Es lief die 78. Spielminute, als sich der eingewechselte Baumann aus halblinker Position einfach einmal ein Herz fasste. Sein Schuss strich nur ganz knapp am langen Pfosten des KSC-Tores vorbei. Und plötzlich erwachte bei den Kickers spät in der Partie noch einmal der Offensiv-Geist. Auch Daniel Hägele und Simon Skarlatidis hatten noch Abschlusschancen. Am Ende freilich konnten die Kickers mit dem einen Zähler deutlich zufriedener sein als die Karlsruher, zumal die Gäste in der Nachspielzeit durch einen Kopfball von Sercan Sararer noch die Latte des Kickers-Kastens trafen.

    Zumindest in der Schlussphase war es dann doch noch ein zwar nicht hochklassiges, aber immerhin rassiges Duell vor 7854 Zuchauern am Dallenberg. Der KSC sprang durch das 0:0 in der Tabelle immerhin wieder an Wehen Wiesbaden vorbei auf den zweiten Aufstiegsplatz, während die Kickers nun auf Platz sechs der Tabelle stehen und fünf Spieltage vor Schluss bei acht Zählern Vorsprung auf die Abstiegsplätze für die kommende Drittliga-Spielzeit planen können. "Wir wollen immer unsere Spiele gewinnen, egal ob es noch um etwas geht", stellte Baumann nach der Partie klar.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball: Dritte Liga
    Würzburger Kickers - Karlsruher SC 0:0

    Würzburg: Bätge – P. Göbel, Hägele, Schuppan, Kurzweg – F. Kaufmann, Gnaase (78. Hajtic), Sontheimer (68. Baumann), Skarlatidis – Ademi (81. P. Breitkreuz), Elva.
    Karlsruhe: Uphoff – Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach – Camoglu (87. Saliou Sané), Stiefler, Wanitzek, Lorenz – A. Fink (77. Sararer), Pourié.
    Schiedsrichter: Markus Wollenweber (Mönchengladbach).
    Zuschauer: 7854.
    Gelbe Karten: Schuppan (9) / Roßbach (9)

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