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    TENNIS

    Mit der Siegprämie in den Urlaub

    Es waren eher die leisen Töne, die Nikolas Walterscheid-Tukic (Marienburger SC, deutsche Rangliste 80) nach seinem deutlichen 6:4, 6:1-Sieg bei der siebten Auflage der offenen Herren-Tennismeisterschaften um den BVUK.-Cup auf der Anlage des TC Weiß-Blau Würzburg anschlug. Nicht etwa, weil die Freude über den Überraschungserfolg gering war, sondern weil er genau wusste, dass die Begegnung kräftezehrender verlaufen wäre, hätte sein Finalgegner, der Topgesetzte Stephan Hoiss (TV Reutlingen, DR 38), nicht mit einer beginnenden Erkältung zu kämpfen gehabt.

    „Gebt mir ein bisschen Energie“

    Ab Ende des ersten Satzes konnte Hoiss einem schon leid tun. Mit jedem Ballwechsel schwanden sichtbar die Kräfte, und er produzierte unerklärliche Fehlschläge. Das veranlasste ihn, das Publikum um Hilfe zu bitten. „Gebt mir ein bisschen Energie“, lautete sein Appell in Richtung Tribüne. Dabei hatte Hoiss bis zum Finale ein tolles Turnier gespielt, alle Matches deutlich gewonnen und seine bekannt intelligente Spielweise, die gleichermaßen von Taktik wie von Athletik geprägt ist, an den Tag gelegt. Er war mit gestärkter Brust nach Würzburg gekommen, um nach mehreren Jahren der Teilnahme doch endlich den Titel zu gewinnen. An Selbstvertrauen mangelte es ihm nicht. Erst in der Vorwoche hatte er das Turnier der gleichen Kategorie in Tauberbischofsheim gewonnen.

    Lokalmatadoren scheitern gleich

    Für die klubeigenen und die Spieler aus der Region war bereits in der ersten Runde Schluss. Lukas Schneider (TC Weiß-Blau Würzburg) ärgerte sich über die Niederlage gegen Leon Hoeveler (TD Diedenbergen), denn „es wäre mehr drin gewesen“, seine Vermutung angesichts der ungenutzten Spielbälle. Nachwuchsspieler Julius Gold (WB Würzburg) hielt im ersten Satz gegen Jakob Hütten (BW Berlin) noch gut mit, brach dann aber ein. Und auch Mannschaftskamerad Niclas Schmidt war ein Erfolg gegen den an fünf gesetzten Thorsten Bertsch (SV Leingarten)nicht vergönnt.

    Überraschung des Turniers war der ungesetzte Moritz Baumann (TC Weinheim), der mir nichts, dir nichts den an drei gesetzten bayerischen Meister Yvo Panak (MBB SG Manching, DR 64) aus dem Turnier warf und sich erst dem späteren Sieger im Viertelfinale beugen musste.

    Walterscheid-Tunic war glücklich über den Start-Ziel-Sieg bei seiner Premiere in der Domstadt und die damit verbundene Siegprämie von 2500 Euro: „Das Geld kann ich gut für meinen Urlaub gebrauchen.“ Nachdem Hoiss den Beginn der Partie noch dominiert hatte, überzeugte Walterscheid-Tunic mit exzellenter Beinarbeit und dem gekonnt eingesetzten Stoppball gegen den schwächelnden Hoiss. Der nahm's am Ende gelassen, blieben ihm doch immerhin 1800 Euro. Er versprach, 2019 wieder auf Titeljagd zu gehen.

    Turnierergebnisse

    Achtelfinale: Hoiss (TV Reutlingen) – D. Baumann (BASF TC Ludwigshafen) 6:2, 6:1; Maslau (TSV Rosenheim) – Dettinger (TEC Waldau) n.a.; Rehberg (TC Römergerg) – Zick (GW Luitpoldpark München) 6:2, 6:3; Bertsch (TA SV Leingarten) – Link (TC BW Wiesbaden) 6:2, 6:3; Walterscheid-Tukic (Marienburger SC) – Strickroth (TC RB Regensburg) 6:1, 6:3; M. Baumann (TC Weinheim) – Lang (TC Bad Friedrichshall) 6:3, 4:6, 6:1; Regnat (DRC Ingolstadt) – König (TSV Schott Mainz) 6:4, 6:1; Steinorth (TC BW Schwetzingen) – Fallert (TV Reutlingen) 7:5, 7:6. Viertelfinale: Hoiss – Maslau 6:3, 6:2; Bertsch – Rehberg 7:5, 6:4; Walterscheid-Tukic – M. Baumann 7:5, 6:1; Regnat – Steinorth 6:2, 6:4. Halbfinale: Hoiss – Bertsch 6:3, 6:1; Walterscheid – M. Baumann. Finale: Walterscheid-Tukic – Hoiss 6:4, 6:1.

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