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    FUßBALL: DRITTE LIGA

    Wer kann die Kickers verstärken?

    Bekommt im zweiten Testspiel am Montag gegen Genua Calcio vielleicht nochmals eine Chance: Niklas Zulciak, polnischer Testkandidat der Würzburger Kickers. Foto: Frank Kranewitter

    Am dritten Tag in San Pedro del Pinatar gab es für die Mannschaft der Würzburger Kickers Freizeit. Nach einem gemeinsamen Lauf am frühen Morgen, einer lockeren Trainingseinheit mit Fußballtennis auf dem Platz am Vormittag und einem kurzen Aufenthalt im Fitnessstudio hatten die Drittliga-Kicker am Nachmittag frei. Zeit, die ersten Eindrücke sacken zu lassen. Was sind die Erkenntnisse aus den bisherigen Tagen unter Spaniens Sonne?

    Es ist die Möglichkeit, die Kandidaten tatsächlich auf Herz und Niere zu testen. Drei Testspieler haben die Kickers mitgenommen ins Trainingslager. Dort kann sich das Trio nicht nur in den Trainingseinheiten empfehlen. Trainer Michael Schiele wird genau beobachten, wie sich die drei in die Gruppe einbringen und selbstverständlich auch, welchen Eindruck sie bei den Testspielen vermitteln. Beim in vier Vierteln ausgetragenen 120-Minuten-Spiel gegen den belgischen Erstligisten Wassland Beveren kamen sie erstmals im Kickers-Team zu Einsatz.

    Zuliac lässt große Chance liegen

    „Den muss er machen“, sagte Trainer Michael Schiele nach der Partie über Niklas Zuliac, der kurz vor dem Ende die große Chance zum Würzburger Siegtreffer liegen gelassen hatte, als er alleine auf den Kasten der Belgier zusteuerte, den Ball aber nicht am Keeper vorbei brachte. Der 24-Jährige, bislang beim Zweitligisten Warta Posen unter Vertrag, wäre ein Mann für das offensive Mittelfeld, wirkt im Bewegungsablauf durchaus elegant. Ob er für die Kickers aber tatsächlich eine Verstärkung wäre? Auch Schiele gab hernach zu Protokoll, dass er nicht allzu viel vom Polen gesehen habe. Zuliac wird weiterhin eine Chance erhalten, die Tendenz spricht derzeit aber eher gegen eine Verpflichtung.

    Lob für Verstappen und Zetterer

    „Sie haben ihre Sache gut gemacht“, sagte Schiele nach der Partie gegen Beveren über Erik Verstappen und Michael Zetterer. Dass gleich zwei Test-Torhüter mit nach Spanien gereist sind, lässt aufhorchen. Die Kickers scheinen es ernst zu meinen, mit ihrem Wunsch, in diesem Winter einen weiteren Keeper unter Vertrag zu nehmen. Beide Gastspieler teilten sich in der ersten Partie des Jahres die Einsatzzeit. Leon Bätge und Patrick Drewes, obgleich beide fit und einsatzfähig, mussten zuschauen. Allzu sehr gefordert wurden die Torhüter gegen Beveren nicht. Verstappen (24, derzeit noch TeBe Berlin) war beim Gegentreffer machtlos.

    Dass Zetterer eine große Präsenz und Ausstrahlung mit auf den Platz bringt, war – trotz ein paar verunglückter Abschläge – deutlich zu erkennen. Der 23-Jährige zeigte auch eine richtig starke Parade. Die Kickers werden sich entscheiden müssen: Verpflichten sie Zetterer, hat der gewiss den Anspruch, am Stammplatz von Drewes zu kratzen. Ob die Kickers das wollen und was das für Bätge, die derzeitige Nummer zwei der Kickers-Torwart-Hierarchie, bedeuten würde, der trotz schwankender Leistungen immer wieder das Vertrauen des Trainerteams versichert bekam, bleibt abzuwarten.

    Ersatzspieler wittern ihre Chance

    Spieler, die in der Vorrunde die Erwartungen des Klubs, aber auch die eigenen Ansprüche nicht erfüllen konnten, nutzen das Trainingslager, um auf sich aufmerksam zu machen. Allen voran Enes Küc. „Er hat gezeigt, dass er den Pass in die Lücke spielen kann“, lobte Trainer Schiele den 21-jährigen Mittelfeldmann nach dem 1:1 gegen Beveren, bei dem der gebürtige Berliner auch den Angriff, der zum Ausgleich durch Angreifer Dominik Baumann führte, maßgeblich inszeniert hatte.

    Abwehrmann Ibrahim Hajtic war nach zwei schwachen Partien in der Startphase der Saison auch schon aus dem Blickfeld geraten. Er nutzte die Partie gegen Beveren, um sich mit einer auffälligen Leistung ins Gedächtnis zu bringen. Und auch Dominik Meisel, defensiver Mittelfeldspieler aus dem U-23-Team, wirkte sehr engagiert. „Es ist ihm zwar nicht alles gelungen, aber er hat keinen Respekt gezeigt und den Ball gefordert. Das war gut“, so Schiele.

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