• aktualisiert:

    FUßBALL: DRITTE LIGA

    Die Kickers nutzen ihre Chancen nicht

    Vladimir Rankovic (FC Hansa Rostock), Oliver Hüsing (FC Hansa Rostock) und Felix Müller (FC Würzburger Kickers). Foto: foto2press/Frank Scheuring

    An der Ostsee vom Glück verlassen: Der FC Würzburger Kickers hat das Auswärtsspiel bei Hansa Rostock mit 1:3 verloren. Es war eine Niederlage, die besonders schmerzte, weil sie sich für die Rothosen schlichtweg überflüssig anfühlte. Schließlich war das Team von Trainer Michael Schiele über weite Strecken das bessere Team mit den größeren Torgelegenheiten gewesen. Vor dem Kasten aber zeigten sich die Gastgeber deutlich zielstrebiger und kaltschnäuziger.

    Frustrierter Kickers-Trainer

    „Wir hätten hier und heute normalerweise gewinnen müssen“, fasste Kickers-Trainer Michael Schiele das Geschehen zusammen. Und selbst Hansa-Trainer Pavel Dotchev tat sich schwer eine Erklärung für den Rostocker Erfolg zu finden: „Wir haben heute auch Glück gehabt. Es hat bei uns im Strafraum gekocht und gebrannt. Das war ein sehr schweres Spiel. Aber Ende gut, alles gut.“

    Würzburger Übergewicht

    Tatsächlich hatten die Würzburger die Rostocker gerade in der ersten Spielhälfte oft in Verlegenheit gestürzt. Die Kickers attackierten die Hausherren früh in deren Hälfte und das schmeckte Hansa überhaupt nicht. Die Folge war ein Würzburger Übergewicht. „Wir waren heute eigentlich nur am Verteidigen“, so Hansa-Coach Dotchev. Dass sich die Kickers, bei denen Mittelfeldspieler Emanuel Taffertshofer über Nacht erkrankt war und nicht mitwirken konnte, sich für ihren couragierten Auftritt nicht belohnten lag zuvorderst an der haarsträubenden Chancenverwertung. Alleine Angreifer Orhan Ademi besaß in der ersten Spielhälfte vier sogenannte hundertprozentige Torgelegenheiten. Zu viel, um von Pech zu sprechen. „Bei uns war heute auch Unvermögen dabei“, gab auch Jannis Nikolaou, Schütze des einzigen Würzburger Treffers zum zwischenzeitlichen 1:2 (48.), zu.

    Nachlässige Abwehrarbeit

    Auf der anderen Seite waren die Kickers in einigen Szenen am eigenen Strafraum nachlässig. „Wir müssen uns heute an die eigene Nase fassen“, sagte denn auch Würzburgs Markus Ahlschwede. Das Geburtstagskind, der Verteidiger wurde am Samstag 28, meinte damit nicht zuletzt sich selbst. Ausgerechnet der Ex-Rostocker hatte nämlich mit einem recht naiv wirkenden Foul an Pascal Beier den Elfmeter verursacht, den Soufian Benyamina zum 1:0 für Hansa nutzte (32.), es war der zehnte Saisontreffer des Angreifers. „Der Elfmeter war natürlich ein Knackpunkt“, sagte Ahlschwede selbst.

    Wagner trifft den Pfosten

    Sechs Minuten später ließ Würzburgs Hintermannschaft Stefan Wannenwetsch bei einer Freistoßflanke sträflich ungedeckt. Der Ex-Löwe köpfte das 2:0 für die Gastgeber. Ein Tiefschlag, der die Kickers aber längst nicht zu Boden brachte. Es folgte nämlich ein wahres Chancenfeuerwerk. Die beste der vielen Gelegenheiten hatte Linksaußen Kai Wagner, der mit einer Direktabnahme den Pfosten des Rostocker Kastens traf (43.).

    Nach dem Seitenwechsel und Nikolaous Anschlusstreffer keimte noch einmal Hoffnung auf. Die war aber schon in der 55. Minute zunichte gemacht, als Vladimir Rankovic, er in der ersten Hälfte bei einer der Würzburger Großchancen gleich zweimal auf der Linie geklärt hatte, mit einem abgefälschten Schuss aus halbrechter Position das 3:1 (55.) erzielte. Hernach hatten die Kickers nicht mehr die Kraft, sich gegen nun etwas konzentrierter verteidigenden Ostseestädter zu einer Aufholjagd aufzuraffen. Die Rothosen rannten und drückten, fanden aber immer weniger Lücken in der Hansa-Abwehr.

    Zug in Richtung Spitze abgefahren

    „Dieses Spiel darf man auf keinen Fall verlieren“, fasste Kickers-Mittelfeldman Nikolaou das Spiel zusammen. An dieser Niederlage werden die Kickers zu knabbern haben. Schließlich scheint der Zug in Richtung Tabellenspitze nun erst einmal ohne die Kickers abgefahren zu sein.

    Weitere Artikel

    Kommentare (6)

    Kommentar Verfassen

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!