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    HANDBALL: BAYERNLIGA

    Überraschung bei der Bayernliga-Premiere der Bullen

    Yann Polydore (am Ball, Archivfoto von 2018 im Spiel gegen den TSV Mainburg) war zum Vorbereitungsstart von den Hätzfelder Bullen suspendiert worden, weil er Klage gegen die Auflösung seines nicht korrekt abgeschlossenen Zwei-Jahres-Vertrages eingereicht hatte. Beim Bayernliga-Auftakt stand er im Kader der TG Heidingsfeld.  Foto: Heiko Becker

    Bayernliga, Männer
    TG Heidingsfeld – SG Regensburg 28:30 (13:12)

    Heidingsfelds Handballer haben in ihrem ersten Bayernliga-Spiel seit über 30 Jahren eine Heimniederlage hinnehmen müssen. Die SG Regensburg entführte beim 30:28 (12:13) beide Punkte aus dem Würzburger Stadtteil. Das Duell hätte allerdings auch anders ausgehen können. In der 55. Minute lag der Aufsteiger mit 27:26 vorne.

    Verein hebt Suspendierung auf

    Die größte Überraschung hatte sich den rund 200 Zuschauern schon vor dem Anwurf geboten. Denn Yann Polydore wärmte sich mit seinen Mannschaftskollegen auf und durfte auch mitspielen. Der Franzose war zum Vorbereitungsstart vom Verein suspendiert worden, weil er Klage gegen die Auflösung seines nicht korrekt abgeschlossenen Zwei-Jahres-Vertrages eingereicht hatte. Doch zum Wochenende hin signalisierten scheinbar beide Seiten, dass es eine Einigung geben dürfte. "Ich habe erst am Sonntagnachmittag endgültig erfahren, dass Yann spielen darf", berichtete TGH-Trainer Heiko Karrer. Das anwesende Heidingsfelder Vorstandsmitglied Anke Wohlfart bestätigte, dass der Verein die Suspendierung aufgehoben hat.

    Sechs Tore von Polydore

    Offensichtlich war Polydore in den vergangenen Wochen nicht untätig geblieben. Jedenfalls stand der 30-jährige Linkshänder gegen die Regensburger von Anfang an sowohl in der Abwehr als auch im Angriff seinen Mann – und erzielte aus dem Rückraum insgesamt sechs Treffer. "Ja, das war ein guter Auftritt von ihm", sagte Karrer: "Doch ich bewerte prinzipiell immer das Team als Ganzes und keine einzelnen Spieler." Und da habe in puncto Absprachen einiges noch nicht gestimmt.

    In der Bayernliga wehe eine andere Luft, so der frühere Nationalspieler: "Da wird in der Regel jeder Fehler bestraft. Wir müssen auf jeden Fall schneller zurücklaufen, um den Gegner nicht zu Gegenstoßtoren einzuladen." Gerade die ambitionierten Oberpfälzer leben von ihrem Tempospiel. "Wir haben schnelle Jungs, die am liebsten noch mehr rennen würden. Doch dabei vergessen sie hin und wieder die Abwehrarbeit", sagte Gäste-Trainer Kai-Uwe Pekrul, der von einem glücklichen Sieg sprach.

    Debuts von Skaramuca und Henning

    Am knappen Ausgang hatte auch Karrer zu knabbern. "Wenn wir weggeschossen geworden wären, dann wäre alles gut", erklärte der 48-Jährige wohl nicht ganz ernst gemeint und fügte an: "Doch so beschäftigt mich die Niederlage noch ein paar Tage." Im Großen und Ganzen sei er jedoch zufrieden gewesen. "Wir hatten in den letzten Wochen im Verein viel zu reden und viel zu erledigen. Das haben die Spieler heute zum großen Teil ausgeblendet und ihre Leistung gebracht", erklärte Karrer, der noch auf die verletzten Luis Franke und Farid Wisso verzichten musste sowie auf Youngster Lars Behnke freiwillig verzichtete. "Lars hat letzte Saison bei der TG Würzburg in der Jugend gespielt und ist noch nicht soweit. Daher wird er wohl erstmal in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln." Damit waren der Ex-Rothenburger Ivan Skaramuca und Linksaußen Julian Henning die einzigen TGH-Neuzugänge im Einsatz.

    Regensburger Neuzugänge machen den Unterschied

    Auf Regensburger Seite standen hingegen gleich fünf Neulinge auf der Platte, drei davon machten letztlich den Unterschied. Marwin Wunder (acht Tore, zuletzt HC Erlangen II), Steffan Meyer (sechs, TV Erlangen-Bruck) und Konstantin Singwald (sechs, HSC Bad Neustadt) kamen zusammen auf 20 Treffer. Bester Torschütze war allerdings ein Heidingsfelder, dessen weiteres Engagement sich offenbar auch erst Ende letzter Woche endgültig klärte. Patrick Schneider netzte zehnmal aus dem Feld ein. Damit hielt der frühere Drittliga-Spieler seine Farben im Spiel.

    In den letzten Minuten war gegen die überfallartigen Angriffe der Gäste allerdings kein Kraut mehr gewachsen. "Das ist gut für den Trainer, weil er dann weiß, was er in der nächsten Woche trainieren darf", unterstrich Karrer.

    Am kommenden Samstag steht für die Hätzfelder das erste Derby seit langer Zeit an. Dann treten sie beim TSV Lohr an, der zum Auftakt überraschend in Friedberg gewinnen konnte.

    Die Statistik des Spiels

    Heidingsfeld: Varga, Tatzel – Nass 2, Maier, Schneider 10, Orf, Henning, Polydore 6, Farkas 5/5, Bordacs, Skaramuca 5.
    Regensburg: Lotter, Csiki – Meyer 6/1, Wuka 1, Wunder 8, Deml, Singwald 6, Libert, Mulitze 2, Kiener, Sira 1, Stoiber, Heinle 6, Vasold.
    Spielfilm: 1:3 (6.), 3:6 (10.), 7:7 (19.), 8:10 (23.), 13:11 (29.), 13:12 (Halbzeit), 14:16 (36.), 18:18 (41.), 21:20 (46.), 22:24 (50.), 27:26 (55.), 28:30 (Endstand).
    Siebenmeter: 5/5 : 1/1. Zeitstrafen: 7:7. Schiedsrichter: Yannick Berghammer/Stefan Kalina (beide HaSpo Bayreuth). Zuschauer: 200.

    Die restlichen Spiele im Stenogramm

    DJK Waldbüttelbrunn – TuS Fürstenfeldbruck II 24:21 (10:10)
    Tore für Waldbüttelbrunn: Kwiatkowski 4/1, Paul 4, Stumpf 4, Glöggler 3, Bardina 2, Kirchner 2, Renz 2, Issing 1, Meyer 1, Wolf 1.

    HaSpo Bayreuth – SG DJK Rimpar II 22:17 (12:10)
    Tore für Rimpar: B. Gräsl 6, Dürr 3/1, Mohr 3, Fischer 2, Wirth 2, Huber 1.

    HSV Bergtheim – TSV Winkelhaid 34:16 (16:10)
    Tore für Bergtheim: Seibert 7, Hartl 5, Winheim 5/1, Bausenwein 4, Schwalbe 4, Winkler 4, Renner 3, Albert 2.

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