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    FUßBALL: DRITTE LIGA

    Ademi macht ein Viertel aller Kickers-Tore

    Was gibt's da zu motzen? Am Ende haben die Würzburger Kickers mit 1:0 (1:0) gegen den VfL Osnabrück gewonnen. Na gut, ein fußballerischer Leckerbissen war diese Drittliga-Partie nicht. Aber streckenweise war es unterhaltsam und am Ende aus Kickers-Sicht erfolgreich, was nach vier sieglosen Partien und zuletzt drei Unentschieden in Serie gut tut. Die Stimmung am Dallenberg hat sich am Samstag aufgehellt. Die nächsten Wochen werden entscheidend dafür werden, mit welchem Gefühl die Kickers diese Saison beenden werden. Dass sie dann noch Drittligist sind, daran besteht ja sowieso kein Zweifel mehr.

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    Wobei: Ein paar Punkte werden die Würzburger noch brauchen, um an das Mindestziel einen Haken zu machen. 40 Zähler reichten in den letzten fünf Jahren nur ein einziges Mal in der Dritten Liga zum Nichtabstieg. In der vergangenen Saison waren sogar 45 Punkte notwendig. Aber wer mag daran zweifeln, dass Trainer Michael Schiele und sein Team die paar nötigen Pünktchen noch einsammeln? Dafür war die Leistung gegen Osnabrück zu grundsolide. Das Team zeigte das, worauf es in dieser Spielklasse ankommt. „Die Dritte Liga ist eine Arbeiterliga“, stellte Schiele am Samstag fest.

    Das sagen die Fans zum 1:0-Sieg: Unterhaltsam ja, aber bitte mehr Tore!

    Es ist nicht überliefert, wann Fußballer begonnen haben „gegen den Ball zu arbeiten“. Auf jeden Fall ist der Ausspruch schon längst zum festen Teil der Fußballsprache geworden und diejenigen, die sich an der Schönheit und Eleganz dieses Sports erfreuen können, hoffen noch immer, dass die Kicker ab und an auch einmal mit dem Ball arbeiten. Am Samstag freilich sah Kickers-Coach Schiele bei seinem Team „noch Luft nach oben. Aber gegen den Ball sah das schon gut aus.“ Will heißen, wenn's darum geht das Spiel des Gegners zu zerstören, hat sein Team deutliche Fortschritte gemacht. Wenn hinten die Null steht, reicht eben auch ein Tor.

    Entschlossene Kickers

    Der Treffer des Tages passte gut zu diesem Spiel, in dem sich die Kickers vieles schwerer machten als nötig, in dem sie aber in den entscheidenden Momenten entschlossener und zielstrebiger wirkten als die von über 1000 Fans begleiteten Osnabrücker. Orhan Ademi war in der 28. Minute nämlich erst einmal mit einem (berechtigten) Foulelfmeter an Gäste-Keeper Marius Gersbeck gescheitert. Weil er aber sogleich mit Vehemenz nachsetzte, konnte er den Ball im Nachschuss doch noch zum 1:0 über die Linie drücken. Es war Ademis neunter Saisontreffer. Ein Viertel aller Kickers-Tore geht auf das Konto des Schweizers, der als Nachverpflichtung erst am fünften Spieltag seinen ersten Einsatz im Rothosen-Trikot hatte. Eine durchaus ordentliche Bilanz.

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    Ein Fanliebling ist der Schweizer deshalb noch lange nicht geworden. Wenn er, wie gegen Osnabrück in der 79. Minute in aussichtsreicher Position über den Ball tritt, geht ein Raunen durchs Publikum. Auf den Rängen polarisiert er, das ist Ademi selbst nicht entgangen: „Manchmal wundere ich mich auch. Aber ich versuche mich auf meine Leistung zu konzentrieren. Neun Tore sind gut. Aber es geht immer noch besser.“

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    Wohl wahr. Denn auch diesmal war es ja wieder eine Standardsituation, die das Kickers-Tor des Tages ermöglichte. Aus dem Spiel heraus treffen die Kickers seit der Winterpause einfach nicht mehr. Nur ein Treffer fiel 2018 nicht nach einem ruhenden Ball. Dass die Rothosen gegen Osnabrück gleich reihenweise gute Konterchancen verdaddelten nannte Schiele „sorglos“. Das Team wird in der Restsaison Überzeugungsarbeit leisten müssen. Ob die Offensiv-Qualität ausreicht, um in der kommenden Saison höhere Ansprüche formulieren zu können, erscheint derzeit fraglich.

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    Wichtige Verhandlungen

    Entscheidend für die Stimmungslage am Dallenberg dürften aber nicht nur die Ergebnisse auf dem Spielfeld sondern auch der Ausgang der Verhandlungen sein, die die Kickers derzeit mit jenen vier Spielern führen, deren Verträge zum Saisonende auslaufen. Der Fortgang von Felix Müller steht ohnehin bereits fest. Dass Schiele in den kommenden Wochen – wie am Samstag – immer wieder einmal Alternativen versuchen wird, liegt in der Natur der Sache. Dass aber Kapitän Sebastian Neumann in der momentanen Form für die Kickers unverzichtbar ist, steht außer Zweifel. Der Abwehrchef soll, so ist zu hören, Anfragen aus der Zweiten Liga vorliegen haben.

    Die Statistik des Spiels

    FC Würzburger Kickers – VfL Osnabrück 1:0 (0:0) Würzburg: Drewes – Ahlschwede, S. Neumann, Schuppan – Nikolaou, Taffertshofer (87. Syhre) – K. Wagner, Skarlatidis (74. Fe. Müller), P. Göbel – Königs, Ademi (84. F. Kaufmann). Osnabrück: Gersbeck (46. Paterok) – Susac, Engel, Sama (69. Sen) – Renneke, Groß, Danneberg (82. Arslan) Wachs – Tigges – Heider, Alvarez. Schiedsrichter: Fritz (Korb). Zuschauer: 5445. Tore: 1:0 Ademi (28.). Gelb: Taffertshofer (4), Ahlschwede (5) / Sama (3), Wachs (3).

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