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    Fußball: Dritte Liga

    Verlässt Patrick Göbel die Kickers?

    Seine Verpflichtung soll bei Liga-Kontrahent Halle ein Thema sein: Kickers-Akteur Patrick Göbel. Foto: Frank Scheuring

    Wer genau auf die Wortwahl achtete, der wusste schon, wie er das, was die Würzburger Kickers am Freitag offiziell verlautbarten, einordnen musste. "Ich freue mich, dass sich der Vertrag verlängert hat", sagte Fabio Kaufmann. Der 26-Jährige wird auch in der kommenden Saison für den Fußball-Drittligisten auflaufen. Einen neuen Vertrag brauchte er dafür nicht unterzeichnen. Im Kontrakt des Flügelspielers war offenbar ein Passus enthalten, dass sich das Arbeitspapier ab einer bestimmten Anzahl von Einsätzen automatisch verlängert. Ganz ähnlich sieht es anscheinend bei den Verträgen von Caniggia Elva und wohl auch Enes Küc aus. Ob die beiden bis Saisonende auf die erforderlich Zahl von Spielen kommen?

    Ein Signal erhoffen sich die Kickers von der Veröffentlichung des Kaufmann-Verbleibs schon. Das Gerippe eines neuen Teams steht. Zwölf Spieler aus dem aktuellen Kader sind fest verpflichtet. Hinzu wird, so ist es fest vereinbart, Stürmer Maximilian Breunig zurückkehren, der in der laufenden Bundesliga-Saison für die U-19-Mannschaft des FC Ingolstadt bereits 15 Treffer erzielt hat. "Andere Klubs haben auch nicht mehr Spieler sicher", sagt Michael Schiele: "Ich bin da ganz entspannt."

    Dennis Mast fehlt beim Training

    Spekuliert wird dieser Tage reichlich. So tauchte beispielsweise in der "Bild"-Zeitung der Name Patrick Göbel zuletzt im Zusammenhang mit Drittliga-Kontrahent Halleschen FC auf. Der Rechtsverteidiger, der lange als fest gesetzt galt, musste in den letzten Wochen bereits ein paar Mal mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen. So richtig zufrieden ist man mit der Entwicklung des 25-Jährigen bei den Kickers allem Anschein nach nicht. Der Vertrag des gebürtigen Thüringers läuft im Sommer aus, in Halle ist sein Ex-Trainer Torsten Ziegner, mit dem Göbel einst in Zwickau in die Dritte Liga aufstieg, tätig. Festzustehen scheint der Fortgang von Dennis Mast, der ebenso mit Halle und mit seinem Ex-Klub Chemnitz, der als Regionalliga-Spitzenreiter vor der Drittliga-Rückkehr steht, in Verbindung gebracht wird. Als es um die derzeit fehlenden Akteure ging, fiel bei Trainer Schiele der Name Mast nicht. Dabei stand er kurz darauf am Freitagnachmittag nicht einmal mehr auf dem Trainingsplatz.

    Man könnte also durchaus den Eindruck gewinnen, was abseits des Spielbetriebs derzeit bei den Kickers abläuft, sei spannender als das Geschehen auf dem grünen Rasen. Dabei steht am Montag (19 Uhr) für die Würzburger noch einmal ein Heimspiel auf dem Programm, das reizvoll ist. "Brisanz, Zuschauer, Tradition," mit diesen drei Begriffen umschreibt Kaufmann das, was die Begegnung mit Ex-Bundesligist Karlsruher SC ausmacht. "Gegen die guten Mannschaften haben wir diese Saison gut ausgesehen", sagt Kaufmann vor dem Vergleich mit dem Tabellenzweiten aus Baden. Der reist mit einem 4:0-Erfolg gegen Unterhaching im Rücken nach Würzburg. "Ihr seid schlechter als der KSC", schmetterten die Hachinger Anhänger den Kickers-Akteuren nach deren 3:0-Sieg im Pokal-Halbfinale in der Münchner Vorstadt am Dienstagabendentgegen. Am Montag gibt es die Probe aufs Exempel. Fehlen werden den Kickers dabei womöglich die angeschlagenen Janik Bachmann und Phil Ofosu-Ayeh, die am Freitag nicht mit der Mannschaft trainieren konnten.

    Gegen die beste Auswärtsmannschaft der Liga

    Was nun in der Liga bei elf Zählern Rückstand auf Relegationsplatz drei, acht Punkten Vorsprung vor der Abstiegszone noch drin ist für die Kickers? Da wollen sich die Rothosen nicht so recht festlegen lassen. "Wir haben gesagt, wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz", sagt Trainer Michael Schiele: "Jetzt wollen wir sehen, ob wir gegen die beste Auswärtsmannschaft der Liga bestehen können." Letztlich läuft alles auf den Höhepunkt am Saisonende, das Toto-Pokalfinale am 25. Mai, hin.

    Dass die laufenden Vertragsverhandlungen mancher Spieler die Leistung in den letzten Wochen dieser Spielzeit beeinflussen könnten, glaubt Flügelflitzer Kaufmann indes nicht. "Man darf sich das nicht so vorstellen, dass das täglich unter den Spielern ein Thema ist. Ich habe zum Beispiel zu Simon Skarlatidis einen sehr guten Draht. Aber über Vertragsangelegenheiten spricht man eigentlich nicht."

    Stimmungsboykott der KSC-Fans
    Die Fanszene des Ex-Erstligisten Karlsruher SC gilt nicht nur als eine der größten in der Dritten Liga. Die Badener Anhänger gelten gemeinhin auch als besonders stimmgewaltig. Beim Auswärtsspiel am Montagabend in Würzburg wird man von ihnen aber ungewöhnlich wenig hören. Die KSC-Anhänger wollen mit einem Stimmungsboykott gegen die Montagsspiele in der Dritten Liga protestieren. Lediglich 693 Fans wollen die Karlsruher an den Dallenberg begleiten und im Stadion nicht nur auf Trommeln verzichten, sondern auch keine Gesänge anstimmen. Sportlich ist die Partie in Würzburg für den KSC freilich von großer Bedeutung. Der Zweitliga-Aufstieg ist schon aus wirtschaftlichen Gründen ein Muss. "Es wird eine schwere Partie", ist Trainer Alois Schwartz überzeugt.

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