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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Von Steinen, dem König und bleibenden Zielen

    So ausgelassen feierten die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe Ende November ihren 29:28-Heimspielsieg über den TuS N-Lübbecke. Foto: Silvia Gralla

    TuS N-Lübbecke - DJK Rimpar Wölfe
    (Samstag, 19 Uhr, Merkur Arena)

    Die Spannung in der zweiten Handball-Bundesliga fünf Spiele vor Saisonende ist da, wo der TuS Nettelstedt-Lübbecke (6./41:25) und die DJK Rimpar Wölfe (9./36:30) nicht sind. An der Spitze herrscht zwischen Balingen-Weilstetten, Nordhorn-Lingen und Coburg ein Dreikampf um die beiden Aufstiegsplätze, in den theoretisch auch noch der Vierte Hamm-Westfalen eingreifen kann. Im Keller sind neben den bereits als Absteiger feststehenden Rhein Vikings sechs Mannschaften akut und zwei weitere latent gefährdet, auf einem der noch vier vakanten Drittliga-Schleudersitze zu landen. Nur im Mittelfeld zwischen den Rängen fünf und zehn geht's um nicht mehr viel. Vier (Vor)Geschichten, warum das Duell der Rimparer in Lübbecke trotzdem nicht langweilig werden muss.

    1. Die Hinspiel-Geschichte

    In der Hinrunde gelang den Wölfen nach einigen knappen Niederlagen gegen den Bundesliga-Absteiger ein 29:28-Sieg. „Ich kann die Steine gar nicht zählen, die mir vom Herzen fallen“, sagte DJK-Kapitän Patrick Schmidt seinerzeit – „es sind ganze Steinbrüche!" Während in diesem Erfolg für die Unterfranken bereits der spätere Aufschwung keimte, bedeutete der Misserfolg für Aaron Ziercke, den Coach der Ostwestfalen, vermutlich den Anfang vom vorzeitigen Ende. 

    „Ich kann die Steine gar nicht zählen, die mir vom Herzen fallen“, sagte DJK-Kapitän Patrick Schmidt nach dem Hinspielerfolg – „es sind ganze Steinbrüche!" Foto: Silvia Gralla

    2. Die Trainer-Geschichte

    Welches Risiko damit verbunden ist, wenn ein Klub früh bekanntgibt, den auslaufenden Vertrag des Trainers nicht zu verlängern - was dessen Position zwangsläufig schwächt -, zeigte die Causa Ziercke. Im November hatte der TuS diese Entscheidung öffentlich gemacht und den Hüttenberger Emir Kurtagic als Nachfolger ab Sommer 2019 präsentiert. Dann aber war schon Mitte März für Ziercke Schluss. Die sportlich unbefriedigende Situation - eigentlich wollte der Klub zurück in die erste Liga - sorgte für "unüberbrückbare Differenzen" zwischen ihm und dem Team. Die Parallelen zur Trainergeschichte in Rimpar sind augenfällig, obwohl der Ausgang dort bekanntlich ein anderer ist. Auch Matthias Obinger hatte bereits im Oktober erfahren, dass seine Zeit beim Heimatverein nach dieser Runde endet, auch seine Mannschaft strauchelte damals. Doch sie gingen zusammen aus dem Tief.     

    3. Die König-Geschichte

    Interimstrainer beim TuS ist Heidmar Felixson, hauptamtlich Jugendleiter der TSV Hannover-Burgdorf - und Königskenner. Beim Viertelfinale der Burgdorfer A-Jugend um die deutsche Meisterschaft am Maifeiertag machte er die Bekanntschaft von Spaniens Ex-König Juan Carlos. Der schaute mit Gattin Sofia Enkel Pablo Urdangarin zu, Rechtsaußen der Recken. Der Gipfel der zweiten Liga ist für "Heidi", wie der Isländer genannt wird, mit Lübbecke zwar nicht mehr zu erklimmen, überholen lassen will er sich aber auch beim Anstieg nicht mehr. Und gegen Rimpar hat auch Felixson 2018 schon eine Niederlage kassiert - als Coach des Drittligisten Hannover-Burgdorf II bei einem Test in der Vorbereitung (27:30). 

    4. Die (Auf-)Wiedersehen-Geschichte

    Für DJK-Spielmacher Benjamin Herth gibt es ein neues Wiedersehen mit seinem ungeliebten Ex-Verein, für Rückraumakteur Lukas Siegler heißt es höchstwahrscheinlich sogar "Auf Wiedersehen". Er wird sich laut seinem Coach nach der Partie vermutlich die Platten von seinem Bruch aus der Hand operieren lassen und damit die Saison vorzeitig beenden. Und auch wenn es für beide Teams nur noch die sprichwörtlichen Blumentöpfe zu gewinnen gibt, so reizen Obinger nach den beiden Niederlagen in Coburg und gegen Nordhorn nach wie vor zwei Ziele für die finalen fünf Spiele: "die 40-Punkte-Marke knacken und den einstelligen Tabellenplatz damit sichern".  

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