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    FUßBALL: BAYERNLIGA NORD, MÄNNER

    WFV gegen Kickers: Badeente trifft „Heimatträuble“

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    _ Foto: lucielang (iStockphoto)

    Zum vierten Mal treffen am Samstag (14 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage) der Würzburger FV (3./46) und die U 23 des FC Würzburger Kickers (10./28) in der Bayernliga Nord aufeinander. Bislang gab es jeweils einen Sieg (2:1 für den WFV am 8. Oktober 2016, 6:0 für die Kickers am 8. Mai 2017) und ein 1:1-Unentschieden (im Hinspiel dieser Saison am 22. August 2017). Bis auf die gemeinsame Liga verbindet die beiden Vereine nicht all zu viel. Ein Vergleich.

    Das Team der kleinen Rothosen ist mit einem Durchschnittsalter von 20,17 Jahren deutlich jünger als die Mannschaft des WFV, die im Schnitt auf 24,22 Jahre kommt. So treffen Spieler wie der erst 18-jährige Kickers-Akteur Ferdinand Seifert (13 Bayernliga-Einsätze) auf Routiniers wie Benjamin Schömig (30), der bereits 323 Spiele in der Bayernliga Nord und ihren Vorläufern auf dem Buckel hat. Gravierend ist auch der Unterschied im Torverhältnis, der vor allem auf der Offensivstärke des WFV beruht.

    Bei 24 Gegentreffern schlugen die Blauen vorne 49-mal zu, die kleinen Rothosen 20-mal weniger (bei 29 Gegentoren). Toptorjäger der Zellerauer sind Cristian Alexandru Dan (14 Tore), Sebastian Fries (neun) und Adrian Istrefi (acht). Bei den Kickers traf der zwischendurch verletzte Pascal Jeni am häufigsten (acht). Beide Teams können am Samstag auf den nahezu kompletten Kader setzen. Bei den Zellerauern fehlt Sebastian Götz (Leistenverletzung), die Kickers müssen ohne den langzeitverletzten Janis Häuser auskommen.

    Die Trainer

    Beide Übungsleiter sind jung, hungrig und haben einen professionellen Anspruch an ihre Arbeit. Sowohl Marc Reitmaier (34, WFV) als auch Christian Demirtas (33, Würzburger Kickers) standen als Spieler höherklassig auf dem Rasen, bevor sie den Platz an der Seitenlinie einnahmen. Für den früheren Mainzer Bundesliga-Spieler Demirtas sind die Kickers, bei denen er bis zuletzt gespielt hat, der erste Klub als Trainer. Reitmaier, der sowohl für die Rothosen als auch den WFV aktiv war, trainierte vor den Zellerauern Wiesentheid in der Bezirksliga Ost. „Wir brennen auf dieses Spiel und wollen unsere wahnsinnig gute Heimserie unbedingt ausbauen“, sagt Reitmaier.

    Seine Elf ist das einzige Team, das diese Saison in der Bayernliga Nord zu Hause noch ungeschlagen ist. Um die hervorragende Verfassung des Gegners weiß auch Dermitas: „Es wundert mich nicht, dass der WFV da oben mitspielt, bei der Mannschaft. Wir wollen jedenfalls mutig auftreten und etwas Zählbares mitnehmen.“

    Die Plätze

    Ein Fußballplatz ist ein Fußballplatz. Mitnichten! Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schreibt Korridore vor, wie lang (zwischen 90 und 120 Meter) und breit (zwischen 45 und 90 Meter) das Spielfeld sein darf. In der Bundesliga hat sich dagegen – angelehnt an die internationalen Gegebenheiten – eine eigene Norm durchgesetzt: 68 mal 105 Meter. Die Heimspielplätze des WFV und der U 23 der Kickers sind kleiner und gehören auch in ihrer Klasse zu den engeren. Während der Hauptplatz auf der Sieboldshöhe eine Länge von 95 und eine Breite von 60 Metern hat, misst der Rasen auf der Sepp-Endres-Sportanlage 94 auf 66 Meter. Der Kuschelfaktor ist auf beiden Plätzen also relativ hoch.

    Die Lieder

    Nicht jugendfreies Liedgut – bei dem wir uns an dieser Stelle freiwillig zensieren – gibt es auf beiden Seiten jede Menge. Einer der wenigen zitierfähigen Schmähgesänge kommt von den Rothosen. „Es kommt die Zeit, ohoh, in der das Wasser wieder steigt“, singen sie gerne mit Blick auf die unweit des Main gelegene Heimat des WFV. Der wiederum lässt es nicht an Selbstironie mangeln. „Wir ham kein Strom, wir ham kein Geld, wir sind der geilste Klub der Welt“, schallt es des Öfteren aus dem so genannten Laternen-Block auf der Haupttribüne. Es gibt auch zwei offizielle, relativ harmlose Vereinshymnen. „Würzburgs Nummer eins“, heißt es seit dieser Saison bei den Rothosen. Diese Zeilen werden die Zuschauer am Samstag allerdings nicht zu hören bekommen. Stattdessen wird „Die Macht am Main, ist der Verein, ist der WFV allein“ wie bei jedem Heimspiel durch die Sepp-Endres-Sportanlage klingen.

    Die Fanartikel

    Für 10,04 Euro kann man neuerdings beim WFV eine Tasse mit Bild der aktuellen Mannschaft erstehen – natürlich mit blauen Henkeln. Außerdem gibt es unter anderem ein T-Shirt als Reminiszenz an die glorreiche Vergangenheit: „FV Würzburg 04, honest, faithful, unique in local football“ – was in etwa bedeutet, dass die Fans der Zellerauer sich als ehrlich, treu und einzigartig im Amateurfußball empfinden. Insgesamt gibt es elf unterschiedliche Fanartikel, darunter Klassiker wie die WFV-Badeente. Ungleich mehr sind es aufgrund der Professionalisierung bei den Kickers. Unter der dreistelligen Zahl an Utensilien für die Anhängerschaft befindet sich unter anderem ein Poster des Zweitliga-Abstiegskaders für schlappe fünf Euro (statt ursprünglich 19,95 Euro). Für 9,90 Euro gibt es außerdem das „Heimatträuble“ – einen Wein, der immer daran erinnern soll, dass die Rothosen „wissen, wo sie herkommen“.

    Tickets, VIP-Zelt, Shuttle-Service

    Am Freitagnachmittag waren von den 1360 Karten rund 300 verkauft – über zwei Drittel davon an Anhänger des WFV. Konkurrenz zum Bayernliga-Derby sind vor allem das Heimspiel der ersten Mannschaft der Kickers gegen Lotte und das Auswärtsspiel des FC Schweinfurt 05, dessen Fans eine Freundschaft mit den Zellerauern verbindet, beim FC Augsburg II.

    An der Mainaustraße wird es am Samstag ein VIP-Zelt geben, das Platz für rund 100 Gäste bietet. „Wir wollen Unternehmen zeigen, wie es bei uns zugeht und denen danken, die sich schon engagieren“, sagt Matthias Zink, Marketing-Vorstand der Zellerauer.

    Ein Shuttle-Service bringt Fans am Samstag von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr von der Talavera zur Sepp-Endres-Sportanlage. Abfahrt ist am Eingang zum Biergarten.

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