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    FUßBALL: DRITTE LIGA

    Ein neuer Kämpfertyp für die Kickers

    Das erste Treffen von Phil Ofosu-Ayeh mit den Würzburger Kickers am ersten Spieltag der Zweitliga-Saison 2016/17 war schmerzhaft. Für den Rechtsverteidiger, der damals bei Eintracht Braunschweig unter Vertrag stand, weil sein sehenswerter Sololauf vom damaligen Rothosen-Abräumer Emanuel Taffertshofer roh gestoppt wurde. Und für die Kickers, weil Taffertshofer für dieses Foul die Rote Karte sah und die Würzburger am Ende das erste Zweitliga-Spiel nach 39 Jahren mit 1:2 verloren.

    Jetzt ist Ofosu-Ayeh eine Rothose – zumindest bis Saisonende. Der vom englischen Erstligisten Wolverhampton Wanderers an den Dallenberg ausgeliehene Deutsch-Ghanaer erinnert sich noch an diesen 7. August 2016, an dem er, was die Noten des Fachmagazins „Kicker“ angeht, mit einer Zwei der beste Spieler auf dem Platz war. „Da sind wir richtig gut in die Saison hereingekommen. Aber Würzburg hat toll dagegengehalten. Später, im Rückspiel, war ich nicht dabei. Aber da haben wir den Würzburgern mit dem späten Ausgleich weh getan. Letztlich sind mir die Kickers aus diesen beiden Spielen gut im Gedächtnis geblieben.“

    Seither freilich ist einiges passiert. Und nun versuchen Ofosu-Ayeh und die Kickers es gemeinsam – diesmal in der Dritten Liga. Ob der 27-Jährige am Samstag (14 Uhr) beim Auswärtsspiel der Kickers in Cottbus schon auf dem Feld steht? „Ich fühle mich fit“, sagt er. Für ihn, der in den vergangenen anderthalb Jahren häufiger auf der Verletztenliste seiner Klubs stand, als dass er spielte, ist das schon etwas. Noch aber sei er dabei, „eine Bindung zur Mannschaft aufzubauen.“

    In Würzburg hofft der in Moers geborene Ofuso-Ayeh, der ein Länderspiel für Ghana, das Heimatland seines Vater, absolviert hat, sein Talent wieder auf dem Rasen zu zeigen. „Ich bin ein Spieler, der immer alles gibt, ein Kämpfertyp, der aber auch einige spielerische Elemente einbringen kann“, beschreibt er seine Stärken. An Selbstvertrauen fehlt es ihm nicht. Seine Stammposition hinten rechts besetzt derzeit Patrick Göbel.

    „Ich habe keine Angst vor Konkurrenz“, sagt Ofosu-Ayeh mit Blick auf seine Situation bei Kickers-Mitbewerber Hansa Rostock, an den er zuletzt aus England verliehen war. Aber nachdem die Hanseaten Maximilian Ahlschwede eben von den Kickers holten, habe er in Gesprächen mit dem neuen Hansa-Trainer Jens Härtel den Eindruck gewonnen, es wäre besser, sich um einen anderen Klub zu bemühen.

    Ersatz für Ahlschwede

    In Würzburg, wo neben Ahlschwede mit Kai Wagner auch ein anderer Außenverteidiger im Winter fortgegangen ist, scheint er bessere Perspektiven zu sehen. Ofosu-Ayeh könne auch einmal auf links aushelfen, sagt Trainer Michael Schiele, der seinen neuen Schützling aus einer gemeinsamen Zweitliga-Saison beim VfR Aalen kennt.

    Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass ein Akteur, der in Deutschland in dritter und zweiter Liga kickte, nun von einem Premiere-League-Klub nach Würzburg verliehen wird? Als er 2017 die Möglichkeit hatte, aus Braunschweig nach England in die zweite Liga zu wechseln, erzählt Ofosu-Ayeh, habe er nicht lange nachdenken müssen. „Der englische Fußball hat mich schon immer inspiriert“, sagt er: „Er ist sehr körperbetont, man hat viele Spiele und dafür weniger Training“, sagt er. Ein Traum ging also bei Wolverhampton Wanderes in Erfüllung, aber eben doch nicht so richtig. Insgesamt neun Monate fiel er verletzt aus. Zum Premiere-League-Aufstieg der „Wolves“ konnte er nichts beitragen. Lediglich fünf Partien für die Reserve-Mannschaft aus Wolverhampton stehen für ihn in der Statistik.

    Und auch in Rostock bremste ihn nach gutem Beginn eine Verletzung aus. „Aber mit 27 bin ich ja noch nicht so alt“, sagt er mit Blick auf seinen England-Traum. An Abwechslung hatte seine Karriere schon einiges zu bieten. Die Kickers sind bereits seine achte Station im Profibereich. Ob der Wandervogel nicht mal Lust hat, länger zu bleiben? „Das hängt davon ab, wie diese Saison läuft. Erst einmal will ich ankommen und die ersten Spiele bestreiten“, sagt er.

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