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    Fußball: Dritte Liga

    Warum Dominic Baumann für die Kickers so wertvoll ist

    Der Angreifer hat sich nach langer Verletzungspause zurückgekämpft, wirkt drahtiger als noch vor seinem Knöchelbruch und rackert erfolgreich für seine Nebenleute.
    Dominic Baumann (Mitte) wird nach seinem ersten Saisontor beim 6:0 in Großaspach von seinen Mitspielern Maximilian Brerunig (links) und Leroy Kwadwo gefeiert. Foto: Frank Scheuring

    Es war am 24. August vergangenen Jahres bei der 2:5-Niederlage der Würzburger Kickers in Braunschweig. "Ich habe es knacken gehört", erinnert sich Dominic Baumann an den Moment, in dem sein Außenknöchel im rechten Sprunggelenk brach. "Ich wusste sofort, was los ist", sagt er: "Natürlich hofft man dann noch, dass es nicht ganz so schlimm wird." Die Hoffnung bestätigte sich nicht. Auf Baumann wartete eine harte Bewährungsprobe. Die Operation, die Schinderei in der Reha in Bad Endorf in Oberbayern. "Ich brauch's nicht noch einmal", sagt der Kickers-Angreifer rückblickend.

    An diesem Freitagabend (19 Uhr, Liveticker auf mainpost.de) müssen die Rothosen auswärts bei Preußen Münster antreten. Gerade im Sturm hat Trainer Michael Schiele dabei die Qual der Wahl. Baumann hat nach den ersten drei Spielen 2020 beste Karten für einen weiteren Startelf-Einsatz. Den 24-Jährigen zeichnen schließlich Stärken aus, über die die anderen Stürmer im Kader der Rothosen nicht verfügen. "Ich mache die Drecksarbeit. Das ist mein Naturell." So beschreibt Baumann seine Spielweise. Baumann rackert, schafft Räume für den Nebenmann, die dieser dann nutzen soll. So sieht die ideale Arbeitsteilung aus, wenn die Rothosen –wie zuletzt beim 6:0 in Großaspach und beim 3:1 gegen Ingolstadt erfolgreich praktiziert – mit einem Stürmer-Duo auflaufen. Baumann, der Arbeiter, scheint derzeit gesetzt zu sein. Bleibt nur die Frage, wer neben ihm aufläuft.

    Der gebürtige Sachse, der einst bei Dynamo Dresden ausgebildet wurde, beim 1. FC Nürnberg in der Regionalliga-Mannschaft kickte und 2017 an den Dallenberg wechselte, hat sich nach seiner schweren Verletzung zurückgekämpft. Und nicht nur das. Baumann wirkt fitter, drahtiger, stärker als noch vor der langen Zwangspause. "Ich fühle mich gut", sagt er: "Es war ein schwerer Weg in den letzten Monaten. Die vielen Läufe, das Krafttraining – das zahlt sich jetzt alles aus." Auch Trainer Schiele stellt mit Blick auf seinen genesenen Angreifer fest: "Er ist topfit." Und damit bei den letzten Erfolgen ein ganz wichtiger Mann für ihn. Dabei muss Baumann noch nicht einmal, wie beim Kantersieg in Großaspach geschehen, selbst ins Tor treffen. "Er ist für andere Sachen da", so Schiele.

    Vielleicht ist es auch einfach eine neue Lockerheit, die Baumann nach seiner Verletzung so beflügelt. Ein bisschen verändert habe er sich durch die Verletzungspause schon. "Man geht weniger verkrampft an die Sache ran. Es macht mir einfach wieder Spaß, auf dem Platz zu stehen", berichtet Baumann: "Das halbe Jahr auf dem Platz fehlt mir", sagt er. Er habe nun etwas nachzuholen. Es dürfte schwer werden, ihn noch einmal aus dem Team zu verdrängen.

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