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    FUSSBALL: JUNIOREN

    Was Hans-Jürgen Heidenreich als Todsünde ansieht

    Verstehen sich blind: Die Trainer der U-15-Rothosen Hans-Jürgen Heidenreich (links), Florian Pflüger (Mitte) und Gregor Opfermann. Foto: Jörg Rieger

    U-15-Junioren, Regionalliga Bayern

    FC Würzburger Kickers – SpVgg Unterhaching 1:5 (0:3)

    Wenn Hans-Jürgen Heidenreich über den Platz tigert, sieht man ihm an, dass er mal ein sehr aktiver Fußballer war. Die Beine sind ein wenig o-förmig, der Blick ist stets auf den Ball gerichtet. Es ist Trainingstag der U-15-Junioren des FC Würzburger Kickers im KRE Sportpark Sieboldshöhe. Es ist nicht irgendeine Einheit, sondern die letzte vor dem Saisonstart daheim gegen die SpVgg Unterhaching.

    Heidenreich, vor drei Jahrzehnten des 1. FC Nürnberg, interveniert sofort, wenn ihm etwas auffällt. Und das kommt eigentlich ständig vor. "Den Ball aus den Augen zu lassen, ist eine Todsünde", ruft er seiner Gruppe zu. Die beiden anderen werden von den Co-Trainern Florian Pflüger und Gregor Opfermann angeleitet. Die Übungen ändern sich, es wird durchgetauscht. "Die Lücken zu den starken Mannschaften in der Liga sind sehr groß", bemerkt Heidenreich. "Wir sehen es als unsere Aufgabe an, sie etwas zu schließen."

    Gegen die ganz Großen

    Erstmals spielen die U-15-Rothosen in der Regionalliga, der höchstmöglichen Spielklasse ihres Jahrgangs. Es wartet dort der Nachwuchs vom FC Bayern München, des 1. FC Nürnberg oder der des FC Augsburg. Doch es gibt auch Teams, die nicht so weit weg sein sollten. Die Unterhachinger sind eigentlich so ein Kandidat. Doch ihr erstes Heimspiel verlieren die U-15-Rothosen gegen die Münchner Vorstädter mit 1:5. "Das Positive war, dass sich die Jungs nie haben hängen lassen und nach dem 0:3 ihre beste Phase hatten", erklärt Co-Trainer Pflüger hinterher.

    Als der Ehrentreffer durch einen von Lennard Schneider verwandelten Foulelfmeter fällt, steht es allerdings bereits 0:5. "Um die Klasse zu halten, müssen wir eine Mannschaft hinter uns lassen", berichtet Heidenreich. Seine 20 Jungs und das Mädchen Marlene Wild sind solche Gegner gewöhnt. Größtenteils haben sie bereits in der U-13- und U-14-Förderliga des Bayerischen Fußball-Verbandes gegen sie gespielt. "Auch in der Vorbereitung haben wir uns ständig mit höherklassigen Teams gemessen. Eine positive Entwicklung ist erkennbar", unterstreicht Pflüger.

    Vier Spieler sind zum Trainingsauftakt am 1. Juli neu dazugestoßen. David Brandao Mecker und Sem Gralek kamen vom Stadtrivalen Würzburger FV, Ismael Sterz vom FC Schweinfurt 05 und Muhammed-Ali Kapukiran aus Aschaffenburg. Der Rest wechselte aus der eigenen U 14 nach oben. Heidenreich legt viel Wert auf Disziplin und Respekt. Vor jeder Einheit kommen alle Spieler nacheinander zum Trainerteam und begrüßen es mit Handschlag; an Spieltagen sowieso.

    "Jegliche Meckereien auf dem Feld ersticken wir sofort im Keim. Das schwächt nur die Mannschaft", betont Heidenreich. Einen Strafenkatalog gebe es nicht. "Wir hätten ihn auch noch nicht gebraucht", so der 52-Jährige. "Die Jungs sind für ihr Alter schon sehr weit, was die Persönlichkeit angeht. Im Nachwuchsleistungszentrum lernen sie von klein auf Dinge wie Disziplin, Kameradschaft und Zuverlässigkeit." Was Besseres könne ihnen gar nicht passieren.

    In puncto Athletik und Körpersprache gibt es allerdings teils große Defizite im Vergleich zu den Nachwuchsteams der Bundesligisten. "Unser NLZ ist ja noch sehr jung. Das braucht seine Zeit", weiß Heidenreich, der aus dem nahen Schlüsselfeld stammt und die U 15 der Kickers seit Sommer 2017 betreut. An dem Jahrgang beeindruckt ihn vor allem der enorme Sprung in der Entwicklung. "Zu Beginn sind die Jungs fast noch Kinder, nach einem Jahr geht’s dann schon in Richtung erwachsen sein." Auch was die Körpergröße angehe, erzählt Heidenreich: "Auf den Mannschaftsfotos vor Rundenbeginn gehören wir Trainer noch zu den größten. Am Saisonende sieht das dann schon anders aus."

    Schiedsrichter: Michael Emmert (Flachslanden). Zuschauer: 50. Tore: 0:1 (6.), 0:2 (15.), 0:3 (18., Foulelfmeter), 0:4 (58.), 0:5 (61.), 1:5 Lennard Schneider (66., Foulelfmeter).

    Die restlichen Juniorenspiele auf Verbandsebene im Stenogramm

    TSV 1860 München – FC Würzburger Kickers 4:2 (1:1).

    Schiedsrichter: Michael Schmid (SV Lengenfeld). Zuschauer: 100. Tore: 0:1 Simon Schalk (19.), 1:1 (33.), 1:2 Marco Kunzmann (54.), 2:2 (65.), 3:2 (70.), 4:2 (78.).

    Würzburger FV – SpVgg Weiden 3:4 (2:3).

    Schiedsrichter: Kay Urbanczyk (TSV Unterpleichfeld). Zuschauer: 60. Tore: 1:0 Philipp Glücker (7.), 1:1 (9.), 2:1 Simon Schäffer (18.), 2:2 (35.), 2:3 (45.+1), 3:3 Schäffer (54.), 3:4 (63.).

    JFG Kreis Würzburg Süd-West – TSV Großbardorf 2:2 (0:0). 

    Schiedsrichter: Thomas Gscheidl. (SV Weiherhof). Zuschauer: 80. Tore: 1:0 Ilja Horn (9.), 1:1 (61.), 2:1 Christoph Luszczyk (73., Foulelfmeter), 2:2 (89.).

    FC Würzburger Kickers – 1. FC Nürnberg U 16 0:5 (0:2).

    Schiedsrichter: Cihan Arslan (FC Wiesenfeld-Halsbach). Zuschauer: 150.Tore: 0:1 (4.), 0:2 (21.), 0:3 (42.), 0:4 (53.), 0:5 (70., FE).

    SV Viktoria Aschaffenburg – Würzburger FV 1:2 (1:0).

    Schiedsrichter: Paul Fischer (Mömbris). Zuschauer: 50. Tore: 1:0 (3.), 1:1 Tim Herbert (57.), 1:2 Nico Dauth (62.).

    FC Würzburger Kickers II – SpVgg Greuther Fürth II 0:4 (0:3).

    Schiedsrichter: David Kern (DJK Wülfershausen). Zuschauer: 30. Tore: 0:1 (4.), 0:2 (17.), 0:3 (20.), 0:4 (68.).

    FC 05 Schweinfurt – SC Würzburg Heuchelhof 3:2 (2:1).

    Schiedsrichter: Christian Scheb (FV Maintal). Zuschauer: 55. Tore: 1:0 (9.), 1:1 Leonie Maier (25.), 2:1 (28.), 3:1 (49.), 3:2 Laura Popp (58.).

    FC Würzburger Kickers – 1. FC Nürnberg 4:3 (3:2, 0:1).

    Schiedsrichter: Frederic Janßen. Zuschauer: 70. Tore: 0:1 (9.), 0:2 (27.), 1:2 Enzo Kalb (35.), 2:2 Marvin Kaiser (39.), 3:2 Kalb (44.), 3:3 (65.), 4:3 Lennard Schreiber (73., FE).

    FC Würzburger Kickers – SSV Jahn Regensburg 1:1 (0:0, 0:0).

    Schiedsrichter: Jens Reitstetter (TSV Kleinrinderfeld). Zuschauer: 80. Tore: 1:0 Linus Däumler (52.), 1:1 (53.).

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