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    Fußball: Dritte Liga

    Was wäre für die Kickers drin gewesen?

    Schneller am Ball: Kickers-Akteur Patrick Göbel klärt im Sitzen vor Kaiserslauterns Florian Pick. Foto: Meike Kreidler, foto2press

    Ob es jetzt wirklich noch entscheidend für die Bewertung dieser Saison der Würzburger Drittliga-Fußballer ist, ob die Kickers nun am Schluss auf Platz fünf, sechs oder sieben geführt werden? Wahrscheinlich nicht! Auch wenn es Peter Kurzweg nach dem in der Art und Weise des Zustandekommens unterhaltsamen und auch ziemlich überzeugenden 2:0 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern schon sehr wichtig wahr, Platz fünf zu halten. "Dann werden wir wenigstens nicht sagen können: Wir waren schlechter als letztes Jahr", sagte der Linksverteidiger. Am Ende steht das Toto-Pokal-Endspiel bei Regionalligist Viktoria Aschaffenburg am 25. Mai in der Rothosen-Wichtigkeit doch noch ein ganzes Stück über dem Saisonfinale in Lotte eine Woche zuvor. Auch wenn's für die Würzburger, so betonen sie, nichts zu verschenken gibt. Der Dorfklub aus der Nähe von Osnabrück braucht dringend einen Sieg, um noch eine Chance im Kampf um den Ligaverbleib zu haben und nicht wie die seit Samstag als Absteiger feststehende Fortuna aus Köln und der VfR Aalen in die Regionalliga abzusteigen. "Vier müssen runter, Lotte hatte 37 Spiele Zeit Punkte zu sammeln. Wir werden jetzt nicht den Retter spielen. Mitleid gibt es da nicht", so Kurzweg.

    Zwei Spiele sind es nun also noch bis zum Ende der Saison. Und sollte der Pokalsieg gelingen und damit die Einnahme aus der ersten DFB-Pokal-Runde gesichert sein, dürfte am Dallenberg am Ende Zufriedenheit herrschen. Auch weil der letzte Eindruck eben hängen bleibt während der Sommerpause. Und von der zwischenzeitlichen Heimschwäche, die die Würzburger mal gequält hatte, ist nichts mehr übrig. In den letzten fünf Spielen am Dallenberg gab es vier Siege und ein Unentschieden.

    Die Mannschaft von Trainer Michael Schiele scheint umso besser in Schwung gekommen zu sein je näher das Saisonende rückte. Das war in der vergangenen Saison schon ganz ähnlich gewesen. Auch da gab's am Schluss noch einmal eine Siegesserie. Bleibt die Frage, was denn heuer eigentlich möglich gewesen wäre. "Keine Ahnung", sagte Kurzweg auf die Frage, wie nun diese Saison im Rückblick zu bewerten sei: "Wir haben ein gutes Niveau in der Mannschaft. Aber wir haben auch Punkte liegen gelassen."

    Erstaunlich war es, wie deutlich die Kickers dem 1. FC Kaiserslautern am Samstag auf beinahe jeder Position überlegen waren. Einem Klub also, der allen finanziellen Problemen zum Trotz den Zweitliga-Aufstieg als Ziel ausgegeben hatte und auch in der nächsten Saison anpeilen wird - oder besser anpeilen muss. Am Ende schmeichelte den Gästen das Resultat durch Treffer von Orhan Ademi (8.) und Dominic Baumann (69.) sogar noch. 

    Als sich die Mannschaft mit einem Transparent am Schluss bei den Zuschauern - 7548 Besucher, darunter eine stattliche Anzahl Lauterer Fans sorgten noch einmal für eine gute  Kulisse - bedankte, lag auch etwas Wehmut in der Luft. Zwei Jahre nach dem Zweitliga-Abstieg und dem Neustart in Liga drei enden viele Verträge, die damals geschlossen wurden. Ein Zyklus geht zu Ende, womöglich mit der Wiederholung der Vorsaison-Platzierung auf Platz fünf.

    Die Statistik des Spiels
    Würzburger Kickers - 1. FC Kaiserslautern 2:0 (1:0)
    Würzburg: Verstappen - P. Göbel, Hägele, Schuppan, Kurzweg - F. Kaufmann, Gnaase, Sontheimer, Skarlatidis (74. Elva) - Baumann (85. Ünlücifci), Ademi (74. P. Breitkreuz).
    Kaiserslautern: Grill - D. Schad, Kraus, Hainault, Sternberg - Jonjic (69. Bergmann), Löhmannsröben (69. E. Huth), Fechner, Pick (82. Hemlein) - Kühlwetter, Thiele.
    Schiedsrichter: Tobias Fritsch (Bruchsal).
    Zuschauer: 7548
    Tore: 1:0 Ademi (7.), 2:0 Baumann (70.)
    Gelbe Karten: Hägele (2), P. Göbel (4) / D. Schad (2)

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