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    Fußball: Dritte Liga

    Wechsel zu den Kickers ist für Simon Rhein kein Rückschritt

    Simon Rhein freut sich auf sein erstes Heimspiel am Dallenberg. Foto: Silvia Gralla

    Die Frage liegt auf der Hand. Ein Clubberer und ein Fürther Seite an Seite - kann das gut gehen? Zwei Leihspieler sollen im zentralen Mittelfeld der Würzburger Kickers für den Rest der Saison die Strippen ziehen. Einer, Patrick Sontheimer, kam bereits im Winter auf Leihbasis von der SpVgg Greuther Fürth. Simon Rhein, der beim Fürther Erzrivalen 1. FC Nürnberg unter Vertrag steht, ist der neuste Zugang bei den Rothosen. Das Spiel der Würzburger Drittliga-Fußballer gegen den SV Meppen an diesem Freitag (19 Uhr, Liveticker auf mainpost.de) soll seine Heimpremiere werden.

    Rücken an Rücken

    Als Rhein erstmals in die Kabine kam, saß er gleich Rücken an Rücken mit Sontheimer. "Da hat der Trainer das gleich angesprochen", erzählt Rhein. Auf dem Platz freilich haben beide freilich absolut kein Problem miteinander: "Das hat in Mannheim schon ganz gut funktioniert", sagt Rhein. Und eigentlich könne er Sontheimer auch Auge in Auge gegenübersitzen: "Ich bin da für alles offen."

    Die Rivalität der mittelfränkischen Nachbarn hat der gebürtige Rheinländer eben nicht mit der Muttermilch aufgesogen. 2017 war der heute 21-Jährige aus der Jugendabteilung von Bayer Leverkusen zum FCN ins Regionalliga-Team gewechselt. Da machte er auf sich aufmerksam, schaffte den Sprung in den Profikader und absolvierte in der vergangenen Saison immerhin acht Bundesliga-Spiele. Zuletzt freilich unter dem neuen Trainer Damir Canadi spielte Rhein keine Rolle mehr. Nun geht es also nicht mehr gegen den FC Bayern oder Schalke 04 - gegen beide stand Rhein in der Vorsaison in der Startelf. Die Gegner heißt am Freitag stattdessen SV Meppen. "Den Wechsel nach Würzburg sehe ich nicht als Rückschritt", sagt Rhein: "Ein Zweitliga-Spieler, der nur auf der Bank oder Tribüne sitzt, ist nicht besser dran als ein Drittliga-Stammspieler. Ich will möglichst oft spielen."

    Ruhig und demütig

    Und so fiel die Wahl, als der Club sich entschied, ein Leihgeschäft einuzugehen, auf die Kickers. "Ich hatte nach den Gesprächen hier in Würzburg ein gutes Gefühl", sagt Rhein über die Entscheidungsfindung. "Ein sehr demütiger und ruhiger Kerl", sei der Neue, so Trainer Michael Schiele.

    Dirigent: Simon Rhein bei seinem Liga-Debüt für die Kickers in Mannheim. Foto: foto2ress/Frank Scheuring

    Rheins Charakter entspricht auch seiner Spielweise. Der Kickers-Neuzugang ist einer, der den vorletzten Pass vor einem Abschluss spielt. Einer, der die Angriffe einleitet. Keiner, der immer selbst im Mittelpunkt steht. Und doch hat er das Zeug, in dieser Saison zu einem wichtigen Faktor für das Kickers-Spiel zu werden. Zumal seine Verpflichtung es ermöglichte, dass Vize-Kapitän Daniel Hägele zurück in die Innenverteidigung rückte.

    "Wir wollen mit den Kickers eine grundsolide Saison spielen", formuliert er die Zielrichtung der Rothosen. In der oberen Tabellenhälfte soll das Team einlaufen. "Das ist mit dieser Mannschaft auch machbar", so Rhein, der sich bei den Kickers schnell zurechtgefunden hat: "Wir haben eine junge Mannschaft. Da sind viele Spieler in meinem Alter. Und Luke Hemmerich kenne ich ja schon lange." Mit dem Rechtsverteidiger, der vor der Saison aus Cottbus an den Main wechselte, spielte er bereits in der Jugend bei Bayer Leverkusen zusammen.

    Weg von Hollerbachs Linie

    Rheins Verpflichtung ist freilich auch ein Zeichen, dass die Kickers, bei denen Leihgeschäfte zu Zeiten von Trainer Bernd Hollerbach noch verpönt waren, keine Probleme mehr damit haben, Spielern von höherklassigen Klubs eine Perspektive auf Zeit zu bieten. Nach Sontheimer, Albion Vrenezi (Jahn Regensburg) und Robert Herrmann (Erzgebirge Aue) ist Rhein bereits der vierte Leihspieler im Würzburger Kader. "Wenn man solche Spieler haben kann, dann macht man das auch", sagt Schiele.

    Dessen Team hat sich zuletzt mit dem 2:1 in Mannheim frisches Selbstvertrauen geholt. "Wir können viel Positives aus diesem Spiel ziehen. Wir haben gemerkt, dass wir defensiv gut stehen, dass wir gut verteidigen können. Das ist die Basis von jedem Spiel. Jetzt wollen wir nachlegen", so Rhein.

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