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    Schwimmen

    Wegen Corona: 05-Schwimmer reisen eher ins Trainingslager

    Eigentlich wollten sie erst am 10. März in die Türkei aufbrechen. Wegen der Ausbreitung des Virus hat Bundestrainer Stefan Lurz den Flug aber zwei Tage vorverlegt.
    Sollen im Trainingslager in der Türkei den Feinschliff bekommen: Würzburgs Schwimmer um Topathletin Leonie Beck (im Bild).
    Sollen im Trainingslager in der Türkei den Feinschliff bekommen: Würzburgs Schwimmer um Topathletin Leonie Beck (im Bild). Foto: Mark Schiefelbein, dpa

    "Wir reisen morgen schon ab ins Trainingslager. Das ist mir alles zu heikel", sagt Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz am Samstagnachmittag am Rand einer Veranstaltung, zu der der SV Würzburg 05 zu Ehren von Leonie Becks Olympia-Teilnahme einlud. Symbolisch sollen Freiwillige bis Juli die 12 740 Kilometer von Unterfranken nach Tokio virtuell zurücklegen - im Schwimmbecken, auf dem Laufband und dem Spinning-Rad. Ein Unterfangen, bei dem man sich im Vergleich zum echten Reisen keine Sorge um eine Ansteckung mit dem Coronavirus machen muss. Oder um eine mögliche Quarantäne.

    Genau die ist es, die Lurz, der zugleich Geschäftsführer des SV Würzburg 05 ist, am meisten Sorge bereitet. Das hatte er bereist vergangene Woche in einem Gespräch mit dieser Redaktion erklärt. Die Ausbreitung des Coronavirus und vor allem die Reaktionen darauf, haben ihn nun bewogen schon eher als ursprünglich geplant ins Trainingslager in die Türkei zu reisen. Seine Befürchtung: Das Land könnte ähnlich wie Israel einreisende Europäer erst einmal 14 Tage unter Quarantäne stellen. Damit wären alle Vorbereitungen dahin. Sowohl die für Leonie Beck auf die Olympischen Spiele in Tokio, als auch die von Ruwen Straub, Sebastian Beck und Lea Boy, die sich berechtigte Hoffnung machen dürfen, sich beim Internationalen Schwimmfest in Stockholm Anfang April noch für das größte Sportereignis der Welt zu qualifizieren.

    Deutscher Schwimm-Verband sagt Masters ab

    Ob der Wettbewerb tatsächlich stattfinden wird, scheint indessen noch nicht hundertprozentig sicher "Mir macht es Sorgen, dass der Deutsche Schwimm-Verband gerade schon die Masters abgesagt hat, die in drei Wochen in Solingen stattfinden sollen", sagt Lurz. "Selbst wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden kann, ob diese Entscheidungen im Nachhinein dann als richtig oder andererseits übertrieben zu bewerten sein wird, steht das Wohl und die Gesundheit aller Mastersschwimmer, Kampfrichter, Helfer, Betreuer, Gäste und sonstiger Beteiligter an erster Stelle", heißt es am Samstag auf der Homepage des Verbandes bezüglich der Deutschen Meisterschaft der Masters "Lange Stecke". 

    Würzburg Top-Athleten machen sich indessen nicht allzu viele Gedanken über das Virus und vertrauen voll auf die Einschätzung und die richtige Reaktion ihres Trainers. Solle der Wettkampf in Stockholm abgesagt werden, hätten Straub, Boy (beide 1500 und 800 Meter Freistil) und Sebastian Beck (4 x 100- und 4 x 200-Meter-Staffel) noch die Möglichkeit, sich bei der Deutschen Meisterschaft für Tokio zu qualifizieren. Ihre Chancen sind gut, vor allem die für Boy. Bei den vor zwei Wochen im Wolfgang Adami Bad ausgetragenen Süddeutschen Meisterschaften hat sie ohne große Vorbereitung mit 16:20 Minuten über die 1500 Meter und 8:35 Minuten über die 800 Meter beinahe schon die Olympia-Normen von 16:15 und 8:30 Minuten geschafft. "In der Türkei muss jetzt der Feinschliff her und wir wollen noch ein bisschen auftanken. Dann muss die Form passen", sagt Boy.

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