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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA, MÄNNER

    Keine Alibis im Abstiegskampf für Rimpars Wölfe

    „Wir müssen den Kampf von Anfang an annehmen“, sagt Wölfe-Trainer Matthias Obinger vor der Partie im Norden. Foto: Scheuring

    Wilhelmshavener HV - DJK Rimpar Wölfe
    (Samstag, 19.30 Uhr, Nordfrost Arena)

    Originell war das vorgestern, aber einige Handballmannschaften veröffentlichen nach Siegen noch immer Selfies in den Sozialen Medien. Das letzte Wir-feiern-uns-selbst-Foto in der Zweiten Bundesliga entstand am Dienstag in der s. Oliver Arena. Allerdings nicht in der Kabine der Rimparer Wölfe (15./13:21), sondern in der des TV Emsdetten, der das Nachholspiel für sich entschieden hatte.

    Lange keine Selfies

    Vom Wilhelmshavener HV (18./12:22) war auf Instagram oder Facebook schon lange kein Selfie mehr zu sehen – was auch daran liegen mag, dass der letzte Sieg zwei Monate zurückliegt: Am 12. Oktober gewannen die Niedersachsen allerdings beim Topteam des TuSEM Essen. Seither gab es sieben Niederlagen und zuletzt ein Unentschieden beim Dessau-Roßlauer HV. Weshalb der WHV nach unten durchgereicht wurde und aktuell Platz 18 belegt – mit jedoch nur einem Punkt Rückstand auf Rimpar.

    Finanzschwache Kellerkinder

    In der Nordfrost Arena stehen die Zeichen zwischen den beiden ähnlich finanzschwachen Kellerkindern an diesem Samstag also auf Abstiegskampf – und mehrere Vorzeichen sprechen gegen die Gäste. Für sie ist es nicht nur die bereits dritte Partie binnen einer Woche, sondern auch die mit fast 600 Kilometern weiteste Reise der Saison, die wegen einer Baustelle auf der Zugstrecke mit dem Bus bestritten wird – am Spieltag (!). Zudem dürfte der Dämpfer vom Dienstag noch nachwirken.

    Keine Frage des Könnens

    „Wir können nicht jede Woche ein neues Alibi suchen und sagen, dann gewinnen wir halt die Heimspiele, die wir dann auch verlieren“, stellt DJK-Coach Matthias Obinger unmissverständlich klar, was er wider alle Widrigkeiten von den Wölfen erwartet: „Wir müssen den Kampf von Anfang an annehmen. Wenn uns das gelingt, sind es vielleicht gerade die ungünstigen Faktoren, die für uns sprechen.“ Und auf noch etwas hofft der 38-Jährige, der um den Einsatz des unter der Woche kranken Rechtsaußen Julian Sauer bangt: „Ich glaube nicht, dass wir noch mal eine so schlechte erste Hälfte spielen können wie gegen Emsdetten.“ Überhaupt seien die zwei Gesichter, die seine Mannschaft von Spiel zu Spiel und zuletzt auch von Halbzeit zu Halbzeit zeige „keine Frage des Könnens, sondern eine des Abrufenkönnens“.

    Doden bei „Wer wird Millionär“

    Die vermeintlichen Stärken und Schwächen des Teams von Trainer Christian Köhrmann sind nahezu identisch verteilt wie bei Emsdetten. An der Nordsee erwartet die Unterfranken einer der gefährlichen Angriffe um die Rückraum-Toptorschützen Tobias Schwolow (links, Nummer sechs der Liga) und René Drechsler (rechts, 15.) sowie die gemessen an der Anzahl an Gegentreffern zweitschwächste Abwehr der Liga. Nummer eins zwischen den Pfosten ist Dennis Doden, der übrigens eine ganz eigene Erinnerung an Selfies hat. Als er 2017 – damals noch beim ASV Hamm-Westfalen unter Vertrag – Kandidat bei „Wer wird Millionär“ war, fragte Günther Jauch den Torwart nach dem Titel eines Buchs von Jussi Adler-Olsen. Er lese keine Bücher, antwortete der angeblich erste Profisportler in der RTL-Show. Allerdings habe er sich die Bestsellerlisten angeschaut und sich den Titel gemerkt: „Selfies“. Für die richtige Antwort gewann Doden 32 000 Euro.

    Noch mehr unnützes Wissen gefällig? Das Selfie nach dem letzten Duell Wilhelmshaven gegen Rimpar im März dieses Jahres kam aus der Gästekabine. Da hatten die Wölfe ihren ersten Sieg beim WHV gefeiert.

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