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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    Wohin kann es mit den Wölfen noch gehen?

    Aufreibungskampf in den Abwehrreihen: Hier wird Rimpars Lukas Siegler (am Ball) von Ferndorfs Julian Schneider am Hals gepackt. Foto: Michael Endres

    TuS Ferndorf - DJK Rimpar Wölfe 19:23 (10:12)

    Für einen Moment erinnerte das Bild an die Zeiten vor zwei Jahren, als noch regelmäßig Fans die Rimparer Wölfe zu Auswärtsspielen begleiteten. Nach dem Schlusspfiff am Samstagabend in der Sporthalle Stählerwiese versammelten sich die Zweitliga-Handballer vor ihrem grün-weißen Block, klatschten ihre rund 20 mitgereisten Anhänger ab und ließen sich von ihnen mit "Rimpar"-Rufen feiern. Feiern für den 23:19 (12:10)-Sieg gegen den TuS Ferndorf nach einem lange umkämpften Treffen der Tabellennachbarn. "Das war ganz schön krass und kräftezehrend", gestand Kreisläufer Michael Schulz. Feiern für eine enorme Anstrengung in der Abwehr, die neben der effektiveren Angriffsleistung und der größeren Abgezocktheit in der Schlussphase den Ausschlag gegeben hatte. "Wir waren noch ein bisschen aggressiver", sagte Rechtsaußen Julian Sauer. Und feiern für zwei weitere Punkte auf Weg zum Klassenerhalt, der bald auch rechnerisch nur noch Formsache sein dürfte. 

    Im Mittelfeld konsolidiert

    Die Zeiten sind 2019 eben nicht nur fantechnisch andere als 2017, sondern auch sportlich. Damals standen die Zeichen bekanntlich auf Aufstiegskurs, heuer auch schon mal auf Abstiegskampf. Doch dank ihrer seit Ende des Jahres steigenden Formkurve haben sich die Unterfranken nach acht Siegen in den vergangenen zehn Spielen im Mittelfeld konsolidiert. Gerade nach den Erfolgen gegen Spitzenreiter Balingen am vergangenen Wochenende und nun beim Senkrechtstarter Ferndorf und vor den nächsten vier Duellen gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte stellt sich die Frage: Wohin kann es mit den Wölfe in dieser Saison noch gehen? 

    "Solange wir unsere Punkte für den Klassenerhalt nicht beisammen haben - ich gehe von 33 aus, die wir brauchen -, will ich nichts anderes wissen", antwortete DJK-Coach Matthias Obinger darauf. Zehn Zähler trennen sein Team inzwischen von der Abstiegszone, nur noch sechs von Rang fünf. Der angepeilte einstellige Tabellenplatz wird's am Ende wohl werden - nur welcher?  Nach dem durchaus imponierenden Auftritt im Siegerland gaben vor allem zwei Punkte Anlass zu Annahme, dass die Rimparer ihren aktuellen neunten Rang noch ein wenig aufhübschen.  

    Professionelle Einstellung

    Erstens die professionelle Einstellung. Nach einem emotionalen Höhepunkt wie gegen Balingen die mentale Spannung hochzuhalten, ist nicht einfach. Das weiß auch ein Trainer: "Umso mehr freut es mich, dass die Mannschaft mit positiven Emotionen in dieses Spiel gegangen ist und bis auf ein kleines Nickerchen in der ersten Halbzeit hellwach und sehr diszipliniert war." Nach ausgeglichener Anfangsphase waren die Gastgeber dank eines 4:0-Laufs zwischenzeitlich auf 7:4 (13.) davongezogen. Doch bis zur Pause hatten die Gäste den Rückstand in eine 12:10-Führung gedreht. "Das war einer der Knackpunkte", analysierte Obinger. 

    Mannschaftliche Geschlossenheit

    Zweitens die mannschaftliche Geschlossenheit. "Jeder Spieler, der reinkommt, trägt zu Zeit sein Scherflein bei", sagte Obinger. Doch nicht nur die personellen Rädchen, auch die einzelnen Mannschaftsteile greifen ineinander. Als in besagter Phase vorne nicht viel ging und die Rimparer kaum durch die ebenso bewegliche Ferndorfer Abwehr kamen, hängten sie sich hinten noch ein wenig mehr rein; Philipp Meyer, Patrick Gempp und Michael Schulz verrichteten dabei Schwerstarbeit. Und als sie in der zweiten Halbzeit durch mehrere Zeitstrafen immer wieder dezimiert waren und in Unterzahl nicht gut verteidigten, als Ferndorf dadurch bis auf ein Tor herankam und beim 17:18 (49.) die Chance zum Ausgleich hatte, bewiesen sie im Angriff Kaltschnäuzigkeit. Bestes Beispiel: Die zwei folgenden Tore von Dominik Schömig, der beim zweiten auf Linksaußen den Ball herausfing, selbst den Tempogegenstoß lief und zum vorentscheidenden 20:17 traf (51.).   

    "Mit 23 Gegentoren muss man zu Hause nicht verlieren", wusste TuS-Trainer Michael Lerscht. Wer zu Hause aber nur 19 Tore erzielt, hat verdient verloren. Das wusste er auch. 

     

    Die Statistik des Spiels

    Ferndorf: Rottschäfer (25.- 60.), Puhl  (1.-24. und ein Siebenmeter) - Faulenbach 4, Basic 1, Irle, Michel 1, Neitsch 4, Wicklein, Wörner 3, Zerbe 2, Schneider, Barwitzki, Lindskog Andersson 2, Koloper, Müller, Rink 1.

    Rimpar: Brustmann (1.-60.), Wieser (n.e.) – Schömig 4, Böhm, Gempp  2, Schmidt 3, Kaufmann 4, Siegler 3, Meyer, Bauer 1, Schulz, Backs (n.e.) Brielmeier, Herth 3/3, Sauer 3.

    Spielfilm: 2:2 (5.), 7:4 (13.), 7:6 (16.), 8:9 (22.), 10:10 (25.), 10:12 (Halbzeit), 10:13 (3.), 12:13 (33.), 12:15 (35.), 14:17 (41.), 16:17 (45.), 17:18 (49.), 17:20 (51.), 18:21 (55.), 19:23 (Endstand).

    Siebenmeter: 2/3 : 3/3.

    Zeitstrafen: 3:7.

    Schiedsrichter: Oliver Dauben/David Rohmer (Köln).

    Zuschauer: 1023.
     

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