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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA

    Max Brustmann macht den Unterschied

    Für Rimpars Torhüter Max Brustmann war der Erfolg gegen Emsdetten und seinen Ex-Kollegen Konstantin Madert eine besonder... Foto: Frank Scheuring, Foto2press

    Die Formkurve von Handball-Zweitligist DJK Rimpar Wölfe steigt weiter an. Nach dem überraschenden Sieg vor einer Woche bei der HSG Nordhorn-Lingen gewann das Team von Trainer Matthias Obinger auch das Treffen der Tabellennachbarn gegen den TV Emsdetten mit 27:25 (13:11). Vor der stimmungsvollen Sonntagnachmittagkulisse von 2000 Zuschauern in der s.Oliver Arena setzten sich die Unterfranken beim Wiedersehen mit ihrem Ex-Torwart Konstantin Madert dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung um einen überragenden „Man of the Match“ durch. Damit revanchierten sie sich für die Niederlage im Hinspiel in Westfalen und bleiben Sechster.

    Matthias Obingers Lob

    „Das war eine sehr gute Leistung von uns mit einem variablen Angriff, einer kompakten Abwehr, einem sagenhaften Umschaltspiel und einem sensationellen Max Brustmann“, lobte Obinger sein Team und hob daraus seinen Torwart hervor: „Wahnsinn, was der gehalten hat, obwohl er wegen einer Fußverletzung die ganze Woche wieder nicht trainiert hat.“ TVE-Coach Daniel Kubes, der von einem „guten Zweitligaspiel“ sprach, meinte: „Rimpar hat uns heute die Grenzen aufgezeigt.“ Den DJK-Schlussmann nannte er den „entscheidenden Faktor.“

    Tatsächlich war es das Duell im Duell – Max Brustmann gegen Konstantin Madert –, das der Begegnung von Beginn an die Brisanz verlieh, die die persönliche und statistische Konstellation zwischen den beiden versprochen hatte. Mit den schon früher nicht gerade freundschaftlich verbundenen Keeper-Kollegen trafen die Nummer zwei und drei der Liga aufeinander. Beide eröffneten den direkten Vergleich mit jeweils zwei Paraden. Der Rimparer ließ zwei weitere folgen, entschärfte spektakulär zwei Konter von Dirk Holzner und ballte zu ersten „Max Brustmann“-Sprechchören von den Rängen frühzeitig die Faust Richtung Fans. Weil er sofortige Tempogegenstöße eingeleitet hatte, brachten Rechtsaußen Max Bauer – erstmals seit seinem Comeback in der Startsieben – und Linksaußen Sebastian Kraus ihre Farben in Führung. Lukas Siegler, der im linken Rückraum anfangen durfte, erhöhte auf 3:0 (7.).

    Erst nach neun Minuten gelang den Emsdettenern der erste Treffer per Siebenmeter, den ersten aus dem Feld erzielte Merten Krings in der 13. Minute (4:2). Der umtriebige Spielmacher war in der Anfangsviertelstunde fast der Alleinunterhalter beim TVE und tänzelte seine Gegenspieler immer wieder aus.

    Eine rassige Begegnung

    Während die Abwehrreihen ambitioniert und aggressiv arbeiteten, unterliefen beiden Mannschaften im Angriff immer wieder Fehler und Fehlwürfe. Den Müsterländern, deren wurfstarker Rückraum immer öfter sein Können aufblitzen ließ, gelang zweimal der Ausgleich (5:5, 17.; 6:6 (20.). So entwickelte sich eine rassige und rasante Partie. Die vom umsichtig Regie führenden Patrick Schmidt angreifenden Gastgeber legten immer wieder vor – etwa über den Kreis oder von den Flügeln –, die Gäste zogen nach. Zur Halbzeit stand es 13:11, im Torwartduell 9:6.

    Mit Schmackes kamen die Rimparer aus der Pause. Ein 3:0-Lauf zum 16:12 (35.) zwang Kubes frühzeitig zur Auszeit. Die verlorenen und verworfenen Bälle vorne holten sie hinten wieder rein – auch mit Hilfe von Brustmann. Er demonstrierte unter anderem mit einer Doppelparade und drei gehaltenen Siebenmetern seine Extraklasse. Madert bekam in der zweiten Hälfte keinen Wurf der Wölfe mehr zu fassen und wurde nach 50 Minuten gegen Mark Ferjan ausgewechselt. Somit gewann der DJK-Keeper den direkten Vergleich mit 19:6. „Max hat gut gehalten“, räumte Madert hinterher ein, der unter der Woche mit einer Grippe flachgelegen war und die „kleine Kapelle“, sprich die nicht sonderlich breite Bank seines Teams, mitursächlich für die Niederlage sah. „Gegen ihn macht es besonders viel Spaß zu gewinnen“, sagte indes Brustmann und schob für besonders Begriffsstutzige hinterher: „Wir werden keine Freunde mehr.“

    Emsdetten schaffte es jedenfalls nicht mehr, auf Tuchfühlung heranzukommen. Als der wie schon in der Vorwoche einen starken Auftritt abliefernde Kreisläufer Patrick Gempp – bester Feldspieler und Torschütze bei den Unterfranken – nach einer zweiten Welle zum 24:19 (54.) einnetzte, war die Vorentscheidung für den Start-Ziel-Sieg gefallen. „Patrick wird immer wichtiger für unser Spiel. Nach dem Weggang von Jan Schäffer muss er viel Last tragen. Damit geht er in seinem jungen Alter sehr professionell um“, sprach Obinger auch für den 21-Jährigen ein Extralob aus. „Ihn und auch Sergej Gorpishin am Kreis haben wir nicht in den Griff bekommen“, meinte Kubes, dessen Mannschaft nur noch Ergebniskosmetik gelang.

    Hält die ansteigende Formkurve in Konstanz?

    Am kommenden Samstag reisen die Rimparer Richtung Bodensee zur zwar immer noch abstiegsgefährdeten, aber in der Rückrunde aufstrebenden HSG Konstanz. An ihren bisher ersten und letzten Auftritt in der Schänzle-Halle haben sie alles andere als gute Erinnerungen. In der vergangenen Saison verspielten sie dort aufgrund einer Niederlage mit einem Tor zwei Punkte, die sie am Ende mit den Aufstieg kosteten. Ob ihre ansteigende Formkurve diesmal ohne Knick in Konstanz auskommt?


    Die Statistik des Spiels

    Rimpar: Brustmann (1.-60.), Wieser (n.e.) - Kraus 1, Schmitt 1, Schömig 4/2, Böhm 2, Gempp 6, Gorpishin 1, Schmidt, Kaufmann 1, Siegler 3, Meyer (n.e.), Bauer 3, Brielmeier 1, Herth 1, Sauer 3.

    Emsdetten: Madert (1.-50.), Ferjan (51.-60.) - Krings 6, Franke 4, Terhaer, Hübner 1, Kolk 1, Steffen (n.e.), Dräger 1, Holzner (3/1), Wesseling 2/1, Adams 6, Kropp 1.

    Spielfilm: 3:0 (7.), 3:1 (9.), 5:5 (17.), 9:6 (22.), 12:8 (24.), 13:11 (HZ), 16:12 (35.), 18:15 (40.) 22:19 (50.), 24:19 (54.), 27:25 (Endstand).

    Siebenmeter: 2/2 : 2/5.

    Zeitstrafen: 2:4.

    Schiedsrichter: Christian Hannes/David Hannes (beide Reichshof/NRW).

    Zuschauer: 2003.

     

    Wolf des Tages

    Max Brustmann #22

    Ein Spiel, wie er es mag. Mit einem Gegenspieler, den er nicht mag. Über 20 Paraden und eine Quote von mehr als 45 Prozent - „The Wall“ mauerte das Rimparer Tor zweitweise zu.

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