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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA, MÄNNER

    Der „Rohdiamant“ der Rimparer Wölfe.

    Laut DJK-Coach Matthias Obinger ein „Rohdiamant“: Rimpars Fin Backs (am Ball), hier im Duell mit Kenji Hövels (TuS Nette... Foto: Becker

    Handball

    Zweite Bundesliga, Männer DJK Rimpar Wölfe – TSV Bayer Dormagen (Samstag, 19.30 Uhr, s.Oliver Arena)

    Laško ist eine schön gelegene Kleinstadt im Herzen Sloweniens. Sie ist vor allem bekannt für ihre Brauerei. Das gleichnamige Bier gehört zu den beliebtesten des kleinen Landes. In Laško ist im August ein echter Teamspirit entstanden. Denn dort war die deutsche U-20-Nationalmannschaft der Handballer anlässlich der Europameisterschaft einquartiert.

    Mit von der Partie: Fin Backs, seit Sommer von der MT Melsungen entliehener Linksaußen der Rimparer Wölfe. „Wir hatten in Slowenien einen tollen Zusammenhalt, dem wir letztlich auch unsere Bronzemedaille verdanken. Highlight war das gewonnene Zwischenrundenspiel gegen den Gastgeber und späteren Sieger, bei dem in Celje rund 3500 Zuschauer für Stimmung sorgten“, blickt Backs zurück.

    Am Samstagabend wird es in Würzburg ein Wiedersehen mit mehreren Spielern vom TSV Bayer Dormagen geben. Torwart Janis Boieck und Spielmacher Lukas Stutzke sind sowohl in der bundesweiten Nachwuchsauswahl als auch beim Zweitliga-Rückkehrer wichtige Mosaiksteinchen. Normalerweise wäre auch noch Dormagens Eloy Morante Maldonado bei der U-20-EM dabei gewesen. Doch ihn bremste eine Verletzung aus. „Wir sind viel in Kontakt und verfolgen uns gegenseitig“, sagt Backs.

    Gäste zuletzt mit drei Siegen

    So ist dem Rimparer Linksaußen auch nicht entgangen, dass die Westfalen zuletzt dreimal in Serie gewinnen konnten: „Sie kommen sehr stark über ihr Tempo und haben auch die Spieler, die sich im Eins gegen Eins durchsetzen können.“ Deshalb werde es auf einen schnellen Rückzug und eine gute Abwehr ankommen. Beides funktionierte zuletzt in Aue leidlich. Dafür lief die Rimparer Offensive 40 Minuten lang zu großer Form auf. Backs selbst erzielte vier Treffer, scheiterte aber auch zweimal freistehend. DJK-Coach Matthias Obinger bezeichnet ihn als Rohdiamanten, den es zu schleifen gilt. „Fin muss mit seinen Wurfvarianten noch konstanter werden. Schließlich hat er den Anspruch, irgendwann in der Bundesliga zu spielen.“

    Zum Handball kam der kleine Fin in seiner Heimatstadt Hann. Münden, wo es auch seine beiden älteren Geschwister und viele Gleichaltrige zur JSG Münden/Volkmarshausen zog. Auf einem Sichtungsturnier wurde Backs entdeckt – und landete in Hildesheim. In der A-Jugend machte er dann den nächsten Schritt – und spielte mit dem ältesten Melsunger Nachwuchsteam in der höchsten Spielklasse. Beim nordhessischen Bundesligisten steht der 20-Jährige auch noch bis 2020 unter Vertrag, wobei das Zweitspielrecht in Rimpar erstmal nur für diese Saison gilt.

    Für die Wölfe kommt der Niedersachse auch bedingt durch die Verletzung von Dominik Schömig auf relativ viel Einsatzzeit. „Ich bin zufrieden, soweit man denn zufrieden sein kann, wenn man in der Tabelle unterm Strich steht“, sagt Backs: „Wir haben leider unnötigerweise viele Punkte liegenlassen und hinken deshalb den Erwartungen hinterher.“ Für ein kollektives Aufatmen hat der jüngste 29:28-Heimsieg gegen Bundesliga-Absteiger TuS N-Lübbecke gesorgt. Backs: „Das hat wieder gezeigt, dass man in der Liga jeden schlagen kann, wenn man sich nur gut genug vorbereitet und etwas Glück hat.“

    Vier Dezember-Heimspiele

    Dieser Erfolg macht auch Hoffnung für die fünf Dezember-Spiele, von denen die Rimparer gleich viermal ins Wolfsrevier bitten. Nur drei Tage nach Dormagen kommt am Dienstag der TV Emsdetten zum Nachholspiel nach Würzburg. „Doch daran denken wir jetzt noch nicht“, erklärt Backs. Trotz seines jungen Alters, so scheint es, hat er die allgemeine Trainersprache schon ganz gut verinnerlicht.

    DJK-Trainer Obinger fordert unmissverständlich einen Sieg

    Von Pflichtsiegen spricht Rimpars Trainer Matthias Obinger eigentlich nie. Doch vor dem Heimspiel seiner Wölfe (16./11:19) gegen den TSV Bayer Dormagen (13./13:19) fordert er nicht weniger als zwei Pflichtpunkte ein. „Wir dürfen den Anschluss ans Mittelfeld nicht verlieren. Daher ist aus dem Siegen-Wollen mittlerweile ein Müssen geworden“, sagt Obinger, der mit Ausnahme von Dominik Schömig voraussichtlich auf den kompletten Kader zurückgreifen kann. „In der Abwehr werden wir uns steigern müssen. Doch unsere bisherigen Heimauftritte können uns Mut machen“, gibt sich Obinger vor dem Heimspiel optimistisch. jr

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