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    HANDBALL: 2. BUNDESLIGA

    „Duell unter Freunden“ vor Saisonrekordkulisse

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    Zwei Ex-Großwallstädter siegten im Derby mit Rimpar: Kapitän Patrick Schmidt (rechts) und Steffen Kaufmann hatten maßgeblichen Anteil am 27:25-Erfolg der Wölfe über den TVG. Foto: Meike Kreidler (foto2press)

    2. Bundesliga Männer

     

    TuS N-Lübbecke – VfL Eintracht Hagen 28:27  
    Bayer Dormagen – TV Hüttenberg 21:20  
    HC Elbflorenz – TUSEM Essen 25:29  
    EHV Aue – HV Wilhelmshaven 26:23  
    HBW Balingen-W. – ASV Hamm/Westfalen 30:22  
    HC Rhein Vikings – TV Emsdetten 26:35  
    HSG Nordhorn/Lingen – HSC Coburg 29:21  
    DJK Rimpar Wölfe – TV Großwallstadt 27:25  
    TuS Ferndorf – HSV Hamburg 26:22  
    Dessau-Roßlauer HV – VfL Lübeck-Schwartau 24:28  

     

     

    1. (1.) HBW Balingen-W. 22 18 1 3 648 : 556 37 : 7  
    2. (2.) HSC Coburg 22 16 1 5 641 : 568 33 : 11  
    3. (3.) HSG Nordhorn/Lingen 22 15 2 5 617 : 556 32 : 12  
    4. (4.) TuS N-Lübbecke 22 14 2 6 644 : 579 30 : 14  
    5. (6.) TuS Ferndorf 22 14 1 7 562 : 541 29 : 15  
    6. (7.) TUSEM Essen 22 13 1 8 679 : 637 27 : 17  
    7. (5.) ASV Hamm/Westfalen 22 12 3 7 596 : 572 27 : 17  
    8. (8.) VfL Lübeck-Schwartau 22 12 1 9 544 : 538 25 : 19  
    9. (9.) DJK Rimpar Wölfe 22 11 1 10 554 : 557 23 : 21  
    10. (11.) EHV Aue 22 9 4 9 615 : 630 22 : 22  
    11. (12.) TV Emsdetten 22 10 1 11 640 : 668 21 : 23  
    12. (10.) TV Hüttenberg 22 8 4 10 562 : 558 20 : 24  
    13. (16.) Bayer Dormagen 22 8 2 12 591 : 618 18 : 26  
    14. (13.) VfL Eintracht Hagen 22 8 1 13 568 : 594 17 : 27  
    15. (14.) HC Elbflorenz 22 7 2 13 562 : 581 16 : 28  
    16. (15.) HSV Hamburg 22 8 0 14 584 : 610 16 : 28  
    17. (17.) TV Großwallstadt 22 6 3 13 606 : 628 15 : 29  
    18. (18.) Dessau-Roßlauer HV 22 5 5 12 550 : 589 15 : 29  
    19. (19.) HV Wilhelmshaven 22 5 2 15 584 : 657 12 : 32  
    20. (20.) HC Rhein Vikings 22 2 1 19 529 : 639 5 : 39  

     

     

    DJK Rimpar Wölfe – TV Großwallstadt 27:25 (10:12)

    Am Sonntagmorgen veröffentlichte der TV Großwallstadt eine Spielszene vom Vorabend auf seinem Instagram-Account und kommentierte sie mit einem augenzwinkernden Smiley: „Es bleibt ein Duell unter Freunden, das aber schon wieder den falschen Sieger hat.“ Die DJK Rimpar Wölfe begrüßte ihre Follower wenig später mit einem Jubelfoto und den Worten: „Guten Morgen, Derbysieger!“ Beim großen Wiedersehen vieler früherer Teamkollegen vor der stimmungsvollen Saisonrekordkulisse von 2555 Zuschauern in der s. Oliver Arena – unter ihnen Rimpars künftiger Coach Ceven Klatt – gewannen die Gastgeber das Rück- wie schon das Hinspiel nach 60 dramatischen Derbyminuten mit zwei Toren Unterschied.

    Patrick Schmidt: „Wir wollten es mehr“

    „Unsere Emotion und unser Kampfgeist in der zweiten Halbzeit haben den Ausschlag gegeben“, meinte ein glücklicher DJK-Kapitän Patrick Schmidt, der neben Steffen Kaufmann und Lukas Siegler hervorstach aus der „tollen Teamleistung“, von der Trainer Matthias Obinger sprach. „In der ersten Halbzeit waren wir noch nicht so ganz wach, aber dann wollten wir es mehr.“ Erstmals in dieser Runde weisen die Wölfe nun ein positives Punktekonto auf.

    „Ich habe ein gutes Spiel von meiner Mannschaft gesehen“, sagte TVG-Coach Florian Bauer dennoch. „Wir waren wie so oft auf Augenhöhe, nur der Lucky Punch gelingt uns nicht.“ Ursächlich dafür sei „ein kleines bisschen Unvermögen in entscheidenden Phasen“ gewesen. Solches entschied schließlich auch in der Schlussszene.

    Dramatische Schlussminuten

    Es waren noch knapp zwei Minuten auf der Uhr, als Rimpars Benjamin Herth beim Stand von 26:25 von Linksaußen beim Torwurf scheiterte. In Überzahl hatte Großwallstadt die Chance zum Ausgleich. Doch einen Pass nach Rechtsaußen fing Herth ab. Für den letzten Angriff blieben den Wölfen 42 Sekunden. Die sie bis zuletzt ausreizten. Es war längst Zeitspiel angezeigt, als Schmidt den Ball mit der finalen Aktion zum 27:25 ins Tor hämmerte.

    „Bis auf das Ergebnis war es schön, mal wieder hier zu spielen, ein Gänsehautgefühl beim Einlaufen in die volle Halle“, sagte Lars Spieß, einer von sieben Akteuren, die schon in beiden Klubs unter Vertrag standen. Während durch die Arena noch Derbysieger-Rufe hallten, haderte der TVG-Rückraumwerfer im Kabinengang mit „Kleinigkeiten“, die den Unterschied gemacht hätten – „leider ist das bei uns in dieser Saison oft so“. Darum kommt der Traditionsverein vom Untermain in seiner Aufstiegssaison auch nicht aus der Abstiegszone.

    Ex-Großwallstädter treffen zur Wende für Rimpar

    Wie manche Freunde, die sich länger nicht gesehen haben, hatten die Spieler beider Seiten eine Zeit lang gebraucht, um mit- oder vielmehr gegeneinander warm zu werden. „Es hat etwas gedauert, bis das Derby in Fahrt kam“, konstatierte Obinger. „Erst mal haben sich die Mannschaften neutralisiert.“

    Nach der vor allem in den Abwehrreihen umkämpften ersten Hälfte, als die Hausherren nach anfänglicher Führung (3:1, 7.) durch mehrere Fehlwürfe vor der Pause in Rückstand geraten waren (8:9, 23.), waren es drei Ex-Großwallstädter, die Rimpar gegen ihren Ausbildungsverein wieder nach vorn brachten. Erst fasste sich Schmidt zweimal ein Herz und tankte sich im Eins-gegen-Eins durch die gegnerische Deckung (12:12, 32.), danach glich Patrick Gempp vom Kreis erneut zweimal aus, bevor Kaufmann aus dem Rückraum das 16:15 markierte (37.).

    Aus Gegnern werden wieder Freunde

    Mit einem 3:0-Lauf bauten die Gastgeber ihren Vorsprung Mitte der zweiten Hälfte erstmals auf drei Treffer aus (20:17, 46.). Bis auf einen kamen die Gäste noch mal heran (24:23, 54.), doch „letztlich haben wir ein paar Fehler mehr gemacht und uns wieder nicht belohnt“, bilanzierte Lars Spieß das bittere Ende für die Blau-Weißen.

    Dass sich die Situation für die Kumpels nun nochmals verschärft, trübte die Freude der Grün-Weißen am Samstagabend indes nicht. „Das ist Sport, und unsere Herzen schlagen für Rimpar“, sagte Spielmacher Schmidt. „In diesen 60 Minuten sind wir Gegner. Und jetzt trinken wir wieder als Freunde ein Bierchen.“

    Geht die Serie in Lübeck weiter?

    Auf die Frage, wohin es für die Wölfe in der Liga nach dem jahresübergreifend fünften Sieg in Serie und vor der nächsten Partie in Lübeck seiner Meinung nach noch gehen kann, antwortete der Kapitän mit einem angriffslustigen Grinsen: „Erst mal den sechsten holen.“


    Die Statistik des Spiels

    Rimpar: Brustmann (1.- 60., 10 Paraden), Wieser (bei einem Siebenmeter) – Schömig 1, Böhm, Karle, Gempp 4, Schmidt 5, Kaufmann 5, Siegler 5, Meyer 1, Bauer 1, Schulz, Brielmeier 1, Herth 2/1, Sauer 2.

    Großwallstadt: Redwitz (1.- 40., 7 P.), Kugis (41.-60., 3 P.) – Spatz 7/4, Engels 4, Eisenträger 2, Blank, Erifopoulos, Schnellbacher, Urban 4, Corak 3, Stark 3, T. Spieß 2, Göpfert, Keck, Winkler L. Spieß 2.

    Spielfilm: 2:0 (6.), 4:4 (13.), 6:4 (17.), 6:6 (20.), 8:9 (23.), 10:12 (Halbzeit), 12:12 (32.), 14:14 (34.), 16:15 (37.), 16:17 (38.), 20:17 (46.), 23:20 (50.), 24:23 (54.), 26:25 (58.), 27:25 (Endstand).

    Siebenmeter: 1/1 : 4/5.

    Zeitstrafen: 5:4.

    Schiedsrichter: Steven Heine/Sascha Standke (Wendeburg/Göttingen).

    Zuschauer: 2555.

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