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    HANDBALL: ZWEITE BUNDESLIGA MÄNNER

    Wölfe verlieren in Emsdetten mit 35 Gegentoren

    TV Emsdetten gegen Rimparer Wölfe
    Foto: Bernd Oberheim
    Außer Spesen nichts gewesen an diesem Samstag für die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe. Beim TV Emsdetten kassierten die Unterfranken mit 29:35 (16:20) ihre zweite Saisonniederlage und verpassten es, in der Tabelle weiter nach oben zu klettern; sie fielen um zwei Plätze von sieben auf neun bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz. Die Münsterländer dagegen bleiben durch ihren Start-Ziel-Sieg ungeschlagen und setzen sich als Vierter in der Spitzengruppe fest. Dazu trug ein Ex-Wolf im Trikot des TVE seinen Teil bei.

     

    „Ich gratuliere Emsdetten zu dieser hervorragenden Leistung“, zeigte sich DJK-Chefcoach Matthias Obinger als fairer Verlierer. „Wir waren heute nur punktuell ein ebenbürtiger Gegner.“

    Ohne Stammtorwart Max Brustmann, den eine Grippe flachgelegt hat, und ohne Rückraumspieler Lukas Siegler, der sich unter der Woche im Training einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen hat und etwa vier Wochen ausfällt, gingen die Unterfranken in der Ems-Halle an den Start.

    Vor allem der Ausfall von Brustmann machte sich von Anfang an bemerkbar. Die Abstimmung zwischen der versetzten und nicht eben aggressiv agierenden 5:1-Abwehr und Andreas Wieser zwischen den Pfosten passte nicht, und der Ersatzkeeper, der zuletzt aufgrund Brustmanns überragender Leistungen keine Spielzeit erhalten hatte, brachte keine Hand an den Ball.

    Jeder Wurf der Emsdettener war ein Treffer. Nach einer Viertelstunde war Wiesers erster Einsatz somit auch schon wieder zu Ende, er musste Jungwölfe-Schlussmann Markus Leikauf Platz machen, der normalerweise in der Bayernliga zu Hause ist. Durch ihn verzeichnete Rimpar in der 20. Minute die erste Parade in der Partie. Auf der Gegenseite hatte Konstantin Madert, der von 2013 bis 2016 zweiter Torwart der Wölfe gewesen war, zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Bälle gehalten. Nach 60 Minuten hatte Madert die Keeper-Quote mit 16:7 gewonnen, obwohl ihm die Kugel ein paar Mal komisch ins Netz gekullert war. 

    Ein Unterschied zeigte sich nicht nur auf dieser Position, sondern auch auf den Bänken. Während die Gastgeber ihre Feldspieler beständig anfeuerten und bei jeder gelungenen Aktion mit Beifall und geballten Fäusten aufputschten, saßen bei den Gästen alle recht reglos am Spielfeldrand und sahen einen auch etwas emotionslos wirkenden Auftritt der Sieben auf dem Parkett. Bis auf einen. Obinger. Der tobte.

    Er hatte seine Deckung zwischenzeitlich zwar auf 6:0 umgestellt, doch auch in der defensiven Ausrichtung bekamen die Wölfe nicht den gewünschten Zugriff. Nach 14 Minuten hatten sie bereits zehn Gegentore kassiert, am Ende der ersten Halbzeit waren es 20 (!). Bisher lag ihr Schnitt bei 24,2 Treffern – pro Partie!

    Vor allem Emsdettens Spielmacher Merten Krings tänzelte die Rimparer ein ums andere Mal aus wie Slalomstangen. Er lieferte sich mit Steffen Kaufmann ein Duell im Duell um die Toptorschützenkrone: Beide trafen bis zur Pause je sechs Mal. Da stand es 20:16. „So viele Treffer in einer Halbzeit sind natürlich sehr, sehr gut“, wusste TVE-Trainer Daniel Kubes. Näher als auf einen waren die Gäste bis dahin nie herangekommen, mitunter lagen sie mit bis zu fünf Toren hinten.

    Nach dem Seitenwechsel bauten die Münsterländer ihren Vorsprung weiter aus (23:17, 35.). Wieser war in den DJK-Kasten zurückgekehrt und parierte in der 37. Minute seinen ersten von insgesamt fünf Bällen. Doch nach wie vor kam der TVE zu unbedrängt von der Rimparer Abwehr zu Abschlüssen, jetzt vor allem aus dem Rückraum durch Georg Pöhle und Jasper Adams. „Wir haben einfach nie einen Zugriff gekriegt“, konstatierte Obinger.

    Und bei den Unterfanken schlichen sich nun auch im Angriff mehr und mehr technische Fehler und Fehlwürfe ein. 21 waren es am Ende. Aus ihrem Rückraum kam insgesamt zu wenig, phasenweise hielt der zehnfache Torschütze Kaufmann seine Farben vorne im Alleingang im Spiel; auch Benedikt Brielmeier zeigte eine ordentliche Leistung.

    Für die letzten zwölf Minuten versuchte es Obinger noch mal mit einer 4:2-Defensive mit Dominik Schömig und dem 17-jährigen Felix Karle als Vorgezogenen, doch auch das half nicht mehr, um noch die Wende herbeizuführen. Mit einer anfälligen Abwehr ist gegen einen der torgefährlichsten Angriffe der Liga eben nichts auszurichten.   

    Bereits am Dienstag geht’s für die Wölfe weiter. Dann empfangen sie in der Würzburger Turnhölle (17 Uhr, s.Oliver Arena) zum Nachholmatch des ersten Spieltages den Dessau-Roßlauer HV.

    Die Statistik des Spiels

    Emsdetten: Madert (1.-60.), Ferjan (n.e.) – Krings 9, Franke 1, Terhaer 2, Hübner 1, Dräger, Holzner 6/1, Wesseling 2, Adams 5, Kropp 3, Pöhle 6.
    Rimpar: Wieser (1.-14., 31.-60.), Leikauf (15.-30.) – Kraus, Schmitt 1, Schömig 4/1, Böhm, Karle, Gempp, Schäffer 2, Schmidt 4/2, Kaufmann 10, Brielmeier 4, Herth 2, Sauer 2.
    Spielfilm: 3:0 (4.), 4:2 (6.), 5:4 (9.), 10:5 (14.), 12:9 (18.), 13:11 (21.), 16:12 (24.), 18:16 (28.), 20:16 (HZ), 23:17 (35.), 23:19 (36.), 25:19 (40.), 28:24 (48.), 35:29 (Endstand).
    Siebenmeter: 1/1 : 5/3.
    Zeitstrafen: 2:4.
    Rot: Draeger (Emsdetten, 36., Foulspiel).
    Schiedsrichter: Christian Kroll/Emanuel Oliver Polke (Berlin).
    Zuschauer: 1233.
     

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