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    Zellerau

    Würzburger FV: Laufwunder Paul Obrusnik

    Kondition ist seine Stärke: Paul Obrusnik vom Würzburger FV, hier Ende September beim 2:0-Sieg gegen den ASV Cham. Foto: Heiko Becker

    Fußball, Bayernliga Nord

    Würzburger FV – SpVgg Bayern Hof

    (Samstag, 14 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage)

    Von nichts kommt nichts: Und so hat Paul Obrusnik, 20-jähriger Mittelfeldspieler des Würzburger FV (7./28), schon früh aus der Not eine Tugend gemacht. Zur U 14 ist der Gerbrunner von der JFG Mainfranken an die Mainaustraße gewechselt. Doch wie dorthin kommen? Die Eltern waren beruflich eingespannt. Auf Busfahren hatte Obrusnik keine Lust. Also schnappte er sich sein Fahrrad und pendelte damit von der Vorstadt-Gemeinde in die Zellerau - und wieder zurück. "Auch im Dunkeln, auch im Winter. Manchmal war das schon ätzend", blickt der Linksfüßer zurück. Es hat ihm fußballerisch nicht geschadet.

     

    "Die Kondition ist meine große Stärke", erklärt der Youngster, der die linke Rasenseite auf und ab rennt wie ein Feldhase. "Paul ist schnell, laufstark und gewandt am Ball", lobt ihn auch sein Trainer Berthold Göbel. Zu Saisonbeginn sei er noch etwas zaghaft gewesen. "Doch dann hat er sich flott mit Topleistungen in die Anfangself reingefressen – und ist mittlerweile aus der Mannschaft gar nicht mehr wegzudenken."

     

    Zum letzten Heimspiel in diesem Jahr empfängt der WFV am heutigen Samstagnachmittag daheim die SpVgg Bayern Hof (11./22). Es ist ein echtes Traditionsduell, dass die Oberfranken zuletzt zweimal in Folge für sich entscheiden konnten. "Die Hofer spielen echt eklig", findet Obrusnik, der im dritten Semester das naturwissenschaftliche Fach Nanostrukturtechnik studiert.

    Genau wie seine Teamkollegen Moritz Lotzen, Erik Schnell-Kretschmer (aktuell verletzt) und Stefan Wasser (aktuell pausierend) spielt er auch in der Uni-Mannschaft, für die es schon an diesem Montagmittag zur Hochschul-WM nach China geht (wir berichteten). "Ich finde es klasse, nur für den Fußball in so ein entferntes Land zu reisen. Das wird eine tolle Sache", freut sich Obrusnik. Weil die Zellerauer ihr ursprünglich letztes Heimspiel gegen die DJK Vilzing auf März verlegen konnten, werden die Studenten nur am kommenden Freitag beim SC Eltersdorf fehlen.

    Obrusnik passt gut in die Riege der WFV-Jungspunde. "Manchmal fühle ich mich schon zu den Älteren zugehörig, weil ich beim Eckspiel, wo sich zwei den Ball von fünf anderen holen sollen, nicht mehr als erstes in die Mitte muss", sagt der 20-Jährige. Elf Spieler (!) im Kader sind jünger als er. Die jungen Wilden haben zuletzt für Aufsehen gesorgt. Vier der vergangenen sechs Partien konnten die Blauen gewinnen.

    Bis auf das Gastspiel in Seligenporten gelangen dabei immer mindestens drei Treffer, zuletzt bei der DJK Bamberg sogar fünf. "Am Anfang der Saison waren wir vielleicht hinten etwas stabiler gestanden. Dafür können wir seit der Umstellung auf zwei Spitzen nach vorne mehr bewegen", berichtet Obrusnik. Er selbst sieht sich dabei als Angriffseinleiter und Vorbereiter. "Selbst Tore zu schießen, war noch nie meins." Sein jüngster Bruder Joscha spielt beim WFV U 17; Lukas, der Mittlere der drei Gerbrunner Brüder, hat seine Leidenschaft im Tischtennis gefunden.

    Aktuell kann Paul Obrusnik übrigens nicht mit dem Fahrrad zum Training fahren. Der Schlüssel seines Hochsicherheitsschlosses ist vor zwei Wochen abgebrochen. Seither geht es von seiner ersten eigenen Wohnung aus in Grombühl mit Straßenbahn und Bus an die Mainaustraße. "Das ist wirklich nervig, weil gerade abends in der Stadt sehr viel Verkehr ist", erzählt Obrusnik. Wenn er in zwei Wochen aus China zurückkommt, will er versuchen, das Schloss zu knacken.

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