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    Fußball: Dritte Liga

    Würzburger Kickers: Ein Sieg gegen das Unterhaching-Trauma

    Liegestütze nach dem Tor: Fabio Kaufmann (links) feiert seinen Treffer auf die ihm eigene Art und Weise. Luca Pfeiffer und Albion Vrenezi freuen sich ganz normal. Foto: foto2press/Meike Scheuring

    Was ist dieser 3:2 (2:1)-Erfolg gegen Preußen Münster für Fußball-Drittligist Würzburger Kickers nun wert? Sehr viel! "Diesen Sieg haben wir gebraucht", sagte Kickers-Trainer Michael Schiele bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Nicht nur für den Tabellenstand, um der Abstiegsregion  vor dem schweren Auswärtsspiel in Braunschweig am kommenden Samstag erst einmal zu entfliehen. Schiele und sein Team  brauchten den Dreier auch, um die Gewissheit zu behalten, auf dem richtigen Weg zu sein.

    Und die Rothosen hätten diese Partie noch deutlicher für sich entscheiden können. "Wir müssen das 4:1 oder das 5:1 machen, dann kommen wir gar nicht mehr in die Bredoullie", sagte Kickers-Akteur Luke Hemmerich. Er und der an diesem Nachmittag herausragende Fabio Kaufmann bilden auf der rechten Außenbahn ein starkes Duo. Dies ist die Sahneseite der Rothosen. Dass Kaufmann traf (52.) und obendrein den von Albion Vrenezi sehr präzise verwandelten Elfmeter herausholte (45.), dass der Treffer durch Luca Pfeiffer (13.) über rechts vorbereitet wurde – alles kein Zufall. Kaufmann präsentiert sich seit der Sommerpause so stark und zielstrebig wie bislang noch nicht in seiner Kickers-Zeit. Nach seinem Tor zum 3:1 (52.) folgte der Liegestütz-Jubel, den er bereits bei seinem Treffer zum Saison-Auftakt gegen Bayern München II (3:1) präsentiert hatte. "Der steht für die harte Arbeit unter der Woche", erklärte Kaufmann später beim übertragenden Bezahlsender.

    Es war Kaufmanns einziges Interview an diesem Nachmittag. Er steht schließlich oft genug im Fokus. So durfte Hemmerich noch einmal über das gute Zusammenspiel mit seinem Kollegen berichten. Zusammen stehen Kaufmann und er erstmals bei den Kickers auf dem Platz.

    Gemeinsam ist ihnen die Vergangenheit im Erzgebirge. Vom Zweitligisten aus Aue war Hemmerich im Sommer nach Würzburg gewechselt. Auch Kaufmanns letzte Station war, bevor er im Herbst 2017 zu den Kickers kam, beim Klub in Sachsen gewesen. Und aus Aue kommt auch der Akteur, der auf der linken Außenbahn für neuen Schwung sorgen soll: Robert Herrmann. Der am Freitag verpflichtete Leihspieler durfte am Samstag noch nicht mitwirken, womöglich wird er am Mittwoch beim Toto-Pokal-Spiel beim Bezirksligisten SV Kasendorf erstmals für die Kickers spielen. Ein Mann mit Offensivdrang soll er sein, einer wie Hemmerich. Der begeistert zwar bei seinen flinken Flügelläufen, hat beim Verteidigen im eigenen Strafraum bisweilen seine Probleme. Am Samstag verlor er vor dem Gäste-Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 (37., Julian Schauerte) ein Kopfball-Duell.

    Kickers-Trainer Michael Schiele hatte den entscheidenden Fehler aber auf dem linken Flügel verortet. Nicht nur einmal hatte er da Schwächen im Defensivverhalten gesehen. Zwar relativierte er, dass dafür selbstverständlich nicht nur der Linksverteidiger verantwortlich sei. Doch auch wenn Leroy Kwadwo ankündigt, nach Herrmanns Verpflichtung seinen Platz im Team keineswegs kampflos abgeben zu wollen. Der gelernte Innenverteidiger dürfte über kurz oder lang ins zweite Glied rücken.

    Zu Schieles Konzept passen schnelle Flitzer auf beiden Flügeln. "Wenn wir Fußball gespielt haben, war das richtig geil", freute sich Schiele am Samstag. Am Ende freilich hatte er doch noch einmal gezittert. Dem späten 2:3-Anschlusstreffer (88., Luca Schnellbacher) begünstigte offensichtlich die Verwirrung nach der Einwechslung von Lion Schweers und die folgende Umstellung in der Abwehr. "Mal kurz" habe er danach schon an das 4:5 in Unterhaching denken müssen, als die Kickers in den Schlussminuten eine 4:2-Führung verspielt hatten, gab Schiele zu. Diesmal aber war die Sache ja gut gegangen. Ob das Trauma damit endgültig besiegt ist? 

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