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    Fußball: Dritte Liga

    Würzburger Kickers auf der Suche nach der Balance

    Kickers-Akteur Luke Hemmerich bejubelt seinen Treffer in Braunschweig. Gegen Zwickau würde der Rechtsverteidiger am liebsten gleich wieder treffen. Foto: foto2press/Frank Scheuring

    Luke Hemmerich ist ein Spieler, der heraus sticht bei den Würzburger Kickers. Ein Neuzugang, der schnell zu einer bestimmenden Figur geworden ist beim Fußball-Drittligisten, und der an den bisherigen sechs Spieltagen auch stellvertretend für das Spiel der Rothosen stand: im Spiel nach vorne hui, im Defensivverhalten naja, nicht ganz so toll.

    "Wir spielen gut nach vorne, haben immer unsere Chancen. Aber defensiv stehen wir zu offen. Wenn wir es schaffen, die Fehler abzustellen, dann gewinnen wir auch", ist sich der Rechtsverteidiger vor dem Heimspiel gegen den FSV Zwickau an diesem Samstag (14 Uhr, Liveticker auf mainpost.de) sicher. Der in der berühmten Knappenschmiede des FC Schalke 04 ausgebildete Hemmerich hat offensiv schon deutliche Akzente gesetzt. Drei Torvorlagen und zwei Treffer stehen für ihn bereits zu Buche. Tolle Werte für einen Mann aus der Abwehrkette. Bei der 2:5-Niederlage in Braunschweig am vergangenen Wochenende gelang Hemmerich ein wahres Traumtor. "Das war natürlich der Wahnsinn", erinnert er sich an das Gefühl, als sein 20-Meter-Schuss direkt im Torgiebel einschlug: "Aber was bringt das, wenn wir am Ende verlieren. Am besten, es klappt gegen Zwickau gleich noch einmal mit einem Tor."

    Für den 21-Jährigen, der in der Rückrunde der vergangenen Saison vom Zweitligisten Erzgebirge Aue an den damaligen Drittligisten Energie Cottbus ausgeliehen war, ist der Einstieg bei den Kickers also durchaus gelungen. "Ich bin froh, dass ich immer ran durfte und der Mannschaft helfen kann", sagt der Blondschopf, der sich auch im Kickers-Team gut aufgenommen fühlt: "Ich bin häufig zusammen mit anderen Spielern in der Stadt unterwegs in einem Cafe oder am Stadtstrand."

    Hemmerich ist einer der Dauerbrenner im Rothosen-Team, stand bislang immer über die volle Distanz auf dem Feld. "Er bringt viel Leidenschaft mit auf den Platz", sagt Trainer Michael Schiele über den Kicker, "der auf dem Flügel ständig unterwegs ist". Am Ende freilich steht Hemmerich nicht nur für Torgefahr  in der gegenerischen Hälfte, sondern auch für manch Abwehrschwäche. Die Balance zwischen Offensivgeist und defensiver Absicherung zu finden, das ist auch für Hemmerich eine Aufgabe gegen Zwickau. "Natürlich macht man sich nach so vielen Gegentoren so seine Gedanken, überlegt, wie oft man mit nach vorne geht und ob es manchmal besser ist, hinten zu bleiben."

    Yassin Ibrahim fällt verletzt aus

    Hemmerich dürfte freilich für einen Einsatz gegen Zwickau gesetzt sein. So richtig herausrücken will Schiele mit seinen Plänen für den Samstag nicht. Ein weiterer Spieler scheidet aus den Planungen derzeit aus. Yassin Ibrahim fehlte zuletzt bei den Traininseinheiten. Den Neuzugang aus der U-19-Mannschaft von Borussia Dortmund plagen Leistenprobleme. Eine genaue Diagnose steht noch aus. "Mit ihm fehlt mir eine zusätzliche Möglichkeit, offensiv nachzulegen", so Schiele, der sich nach dem Abschlusstraining Freitagnachmittag lange Zeit mit Kickers-Vorstandschef Daniel Sauer unterhielt. Ob es dabei auch um mögliche weitere Neuzugänge ging? "Vielleicht passiert ja noch etwas", sagte Schiele zum wiederholten Mal. Es klang wie eine Ankündigung.

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